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Aurelius-Hauptversammlung: Souveränes Management, aber Tumult von der Aktionärsseite

Foto: Getty Images

Am Freitag fand in München die Hauptversammlung der Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) statt und ich war live dabei.

Das Management konnte über ein Rekordjahr berichten, aber am Ende haben eine Reihe unangenehmer Fragen für einen kleinen Tumult gesorgt. Das sollten Anleger jetzt wissen.

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Volles Haus und souveränes Management

Die Hauptversammlung war nicht nur rappelvoll, es kamen sogar so überraschend viele Gäste, dass gleich zwei Räume hinzugebucht werden mussten, in denen Aurelius-Aktionäre die Hauptversammlung über Livestream verfolgen konnten.

Nicht wenige wollten dieses Jahr wahrscheinlich die Gelegenheit nutzen, um sich vom Management über das absolute Rekordjahr 2017 und die diesjährige Rekordausschüttung berichten zu lassen.

Das hat das Management in meinen Augen auch mit Bravour gemacht. Besonders Gründer und CEO Dirk Markus war in bester Laune und konnte sehr nachvollziehbar erklären, wie Aurelius’ Geschäftsansatz, schwächelnde Unternehmen zu restrukturieren, in der Praxis funktioniert.

An den Beispielen der im letzten Jahr veräußerten Beteiligungen Getronics und Studienkreis wurde anschaulich erklärt, wie verkrustet die Strukturen unter den vormaligen Großunternehmer-Besitzern geworden waren, und wo Aurelius mit seinen kompetenten Restrukturierungsmanagern überall Verbesserungen erwirken konnte.

Während der Short-Attacke des letzten Jahres wurde Aurelius vorgeworfen, seine Beteiligungen nur auszuschlachten. Angesichts der auf der Hauptversammlung präsentierten Umsatz- und Gewinnentwicklungen von Getronics und Studienkreis sieht es aber viel eher danach aus, dass Aurelius tatsächlich ein Krankenhaus für sanierungsfällige Unternehmen ist.

Bei der Fragerunde wurde es richtig unangenehm

Nachdem Aurelius eine wirklich souveräne Präsentation über das letzte Geschäftsjahr und sein grundlegendes Geschäftsmodell vorgelegt hat, wurde es in der Fragerunde unangenehm.

Vor allem die zwei Vertreter von Kapitalanlegern haben sehr kritische Fragen gestellt. Paul Petzelberger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger zeigte sich mit den gegebenen Antworten so unzufrieden, dass er insgesamt dreimal eine Wortmeldung verlangte, und mit harten aber sachlichen Fragen das Management in die Defensive brachte, sowie sogar damit drohte, mit seinen Stimmen im nächsten Jahr Änderungsanträge einzureichen.

Drei für das Management unangenehme Themen sind mir dabei besonders aufgefallen:

1. Listing am m:access

Ziemlich unzufrieden zeigte man sich mit der Tatsache, dass ein so großes Unternehmen wie Aurelius noch immer am intransparenten m:access gelistet wird. Dieses Börsensegment ist eigentlich eher für kleinere Unternehmen gedacht, die ohne zu hohe Bürden Wachstumskapital einsammeln wollen.

Im m:access kann Aurelius es sich erlauben, seinen Aktionären viele Informationen vorzuenthalten. CEO Dirk Markus erklärte das mit der nachvollziehbaren Begründung, dass Aurelius bei einem Listing im Prime Standard die Kaufpreise seiner Beteiligungen offenlegen müsste. Diese Informationen könnten sich sowohl Konkurrenten als auch interessierte Käufer zu Nutze machen.

Wie Paul Petzelberger richtigerweise erwiderte, könnte Aurelius aber eben auch alle Prime Standard-Praktiken außer die Veröffentlichung von Kaufpreisen übernehmen. Markus ging darauf ein, indem er eine Prüfung dieses Kompromisses versprach.

2. Hohe Vergütung

Auch die hohe Vergütung wurde kritisiert. Im letzten Geschäftsjahr hat der Aurelius-Vorstand eine wirklich üppige Vergütung in Höhe von 37 Mio. Euro erhalten. Das kann man durchaus kritisieren, ist aber mit ein bisschen Kontext nicht mehr unbedingt komplett maßlos.

Der Vorstand bekommt ein fixes Gehalt von circa 1,1 Mio. Euro. Das ist für ein Unternehmen dieser Größenordnung absolut fair. Die weiteren 36 Mio. Euro sind variables Gehalt, das heißt, dass sie an den Erfolg des Unternehmens geknüpft sind. Würde man den (etwas unsauberen) Vergleich zu dem bei Hedgefonds üblichen Vergütungsmodell von 2 and 20 (2 % des Investitionsvolumens und 20 % als Gewinnbeteiligung) auf den Portfoliowert der Beteiligungen in Höhe von 958,9 Mio. Euro und das 2017er Konzernergebnis in Höhe von 484,5 Mio. Euro anwenden, würde der Vorstand fast dreimal so hoch vergütet werden.

Wie das Management betonte, hat man bei Aurelius ähnliche Vergütungsmodelle wie bei vergleichbaren Private Equity-Investoren, wie z. Bsp. KKR.

3. Besitzverhältnisse des Managements

Besonders schmallippig wurde man bei der Frage, wie viele Aktien der Vorstand denn nun tatsächlich besitzt. Diese Frage war zentral bei der Short-Attacke des letzten Jahres und bleibt bis heute ungeklärt. Sicher ist, dass das Aurelius-Management Anteile am Unternehmen besitzt, und wahrscheinlich sogar ziemlich viele, allerdings äußert man sich nicht zu den genauen Summen.

Auf der Hauptversammlung hat Dirk Markus die Frage gleich an den CFO Steffen Schiefer weitergereicht, der daraufhin verschiedene, eher unbefriedigende Begründungen gab, wieso die Besitzverhältnisse nicht offengelegt werden, und sogar sagte, dass er die Besitzverhältnisse selbst nicht kennt.

Operative Stärke trifft auf alte Wunden

Bei der Hauptversammlung wurden wirklich beeindruckende Zahlen vorgelegt, und das Aurelius-Management konnte in allem glänzen, was mit der operativen Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft zu tun hat.

Gegen Ende wurden Aktionäre aber an alte Wunden erinnert, denn die Intransparenz, besonders in Bezug auf die Besitzverhältnisse, erinnert daran, dass ein paar schwere Anschuldigungen der Short-Attacke noch immer ungeklärt bleiben.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt KKR.

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