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Können diese starken Biotech-Aktien weiter steigen?

Vor einem Jahr hatten wohl nur die absoluten Aktien-Nerds jemals von CASI Pharmaceuticals (WKN:A116GB) und Mirati Therapeutics (WKN:A1W1XV) gehört. In den vergangenen zwölf Monaten haben sie jedoch Renditen erzielt, die Anleger sehr, sehr glücklich gemacht haben.

Schauen wir uns mal die Geschäfte an, die diesen Aktien zugrunde liegen. Schauen wir doch auch einmal, ob sie weiter steigen können.

CASI Daten von YCharts

CASI Pharmaceuticals: Ost-West Pharmahändler?

CASI Pharmaceuticals ist ein bereits Jahrzehnte altes US-Biotech-Unternehmen ohne jegliche Einnahmen, das beabsichtigt, die von Spectrum Pharmaceuticals (WKN:164623) lizenzierten Krebsbehandlungen in einem riesigen Markt zu vermarkten, der nach eben solchen Medikamenten verlangt – nämlich China. Die Aktie stieg im September um 84 %, nachdem das Unternehmen bekannt gab, dass die chinesische Food and Drug Administration (CFDA) eine dieser Behandlungen, Evomela, vorrangig und mit Priorität unter die Lupe nehmen will.

Die Aktie stieg Anfang dieses Monats erneut, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, dass die CFDA ein Gremium unabhängiger Experten einberufen würde, um ihre Anwendung zu diskutieren. Der geplante Termin ist inzwischen verstrichen, und bisher gab es keine Verkündungen von der Klausurtagung.

Evomela ist im Wesentlichen eine neue Zusammensetzung einer alten Behandlung für das Multiple Myelom, die 2016 von der U.S. Food and Drug Administration genehmigt wurde. Im Jahr 2017 erwirtschaftete Spectrum nur 35,2 Millionen Dollar Umsatz, aber es besteht die Chance, dass es in China, wo die Patienten immer noch nicht einmal auf die alte Version bzw. eine ganze Reihe anderer Behandlungen zugreifen können, richtig durch die Ecke geht.

Rund zwei Drittel der neuen Medikamente, die zwischen 2001 und 2016 von der US-Zulassungsbehörde FDA zugelassen wurden, sind in China noch immer nicht verfügbar. Das liegt vor allem daran, dass die CFDA nur selten Ergebnisse akzeptiert, die außerhalb ihrer eigenen Grenzen erhoben wurden. Einige Länder bestehen darauf, dass Pharmaunternehmen in ihren eigenen Ländern Studien im Spätstadium durchführen, aber ausländische Arzneimittelhersteller müssen oft den Entwicklungsprozess wiederholen, der in der präklinischen Phase beginnt, um die chinesischen Vorschriften zu erfüllen.

Die CFDA nimmt einige große Änderungen an der Art und Weise vor, wie sie ausländische Anträge reguliert, und das könnte zu einer Flut von Konkurrenz für Evomela führen. Im Februar wurde Celgenes (WKN:881244) Revlimid für die Behandlung von neu diagnostizierten Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen, basierend auf Ergebnissen, die zeigten, dass es eine Therapie mit dem Wirkstoff von Evomela übertrifft.

Kürzlich wurde beschlossen, dass Pekings BeiGene die Behandlungen von Celgene auf dem Heimatmarkt vermarkten wird. In diesem Sinne würde ich keine weiteren Gewinnsteigerungen von CASI Pharmaceuticals erwarten, bis das Unternehmen beginnt, großen Absatz zu schaffen.

Mirati Therapeutics: Das neue Nektar Therapeutics?

Checkpoint-Inhibitor-Medikamente – die das Immunsystem derart stärken, dass sie Tumore aktiv angreifen können – liefern enorme Resultate – allerdings nur für eine bestimmte Gruppe Patienten. Anfang des Jahres kündigte Bristol Myers Squibb (WKN:850501) einen 3,6 Milliarden Dollar Deal mit Nektar Therapeutics (WKN:165417) für eingeschränkte Rechte an einem Medikament an, das die Patientengruppe für den Checkpoint-Hemmer Opdivo erhöhen kann.

Die Aktien von Mirati Therapeutics stiegen im September in die Höhe, nachdem Mirati Daten veröffentlicht hatte, die darauf hindeuten, dass auch in Zukunft eine große Zusammenarbeit stattfinden könnte. Drei von elf auswertbaren Lungenkrebspatienten zeigten Reaktionen auf eine Kombination von Opdivo und Miratis Hauptmedikament Sitravatinib. In jüngerer Zeit stieg die Zahl der Teilreaktionen auf sechs der ersten 23 auswertbaren Patienten, die die Kombinationstherapie erhielten.

Eine Ansprechrate von 26 % bei Patienten, die nach einer Behandlung mit einem Medikament wie Opdivo bereits einen Rückfall erlitten hatten, könnte Bristol-Myers Squibb dazu verleiten, aus Mirati einen Player zu machen, der etwa die Größe von Nektar haben wird. Leider gibt es keine Vergleichsdaten, um zu beweisen, dass das Mischen von Sitravatinib und Opdivo die Ursache für das Schrumpfen der Tumore ist. Die Vergangenheit lehrt, dass Kombinationsstudien irreführend sein können.

Es fehlen eindeutige Daten

Ohne Daten aus einer kontrollierten Studie ist es schwer vorstellbar, dass Bristol-Myers Mirati mehr als nur Zugang zu Opdivo bietet. Das Unternehmen führt mehrere Studien durch, hat aber noch nicht mit einer Kontrollgruppe begonnen. Derzeit wird Mirati mit 904 Millionen Dollar bewertet. Das wird wohl auch nicht viel mehr werden, es sei denn man unterzeichnet einen Vertrag mit Bristol-Myers oder einem ähnlichen Player.

Es wird lange dauern, bis Mirati die Art von Daten generieren kann, die zu einer sinnvollen Partnerschaft führen könnten. In der Zwischenzeit kann ein Problem hier oder da zu schnellen und schweren Verlusten führen. Heißt: von den beiden wird wohl eher CASI weiter steigen können.

CASI wird derzeit mit 576 Millionen Dollar bewertet. Der Wert könnte sinken sein, wenn die Medikamente in China versagen. Dennoch ist zumindest in den kommenden Quartalen mit einem gewissen Produktumsatz zu rechnen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Celgene.

Dieser Artikel von Cory Renauer erschien am 30.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.