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Das grundlegende Problem beim Investieren in Kryptowährungen

Foto: Getty Images

Das vergangene Jahr erwies sich als rekordträchtig für den Kryptowährungsmarkt. In nur zwölf Monaten stieg die Marktkapitalisierung aller virtuellen Währungen um fast 600 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von mehr als 3.300 % entspricht. Zu keinem Zeitpunkt hat die Wall Street in einem einzigen Jahr zuvor einen solchen Zuwachs gesehen, und so etwas werden wir in unserem Leben wohl auch niemals wiedersehen.

Obwohl die Kryptowährungen in diesem Jahr ihre ersten „Probleme“ hatten, sind sie immer noch recht attraktiv für die Anleger.

Wachstumstreiber in Hülle und Fülle

Vielleicht war bisher kein Wachstumstreiber vielversprechender als die Blockchain-Technologie. Für diejenigen unter euch, die mit der Blockchain nicht vertraut sind: Wir sprechen hier über das digitale, verteilte und dezentrale Hauptbuch, auf dem die meisten virtuellen Währungen basieren und das für die transparente und unveränderliche Protokollierung von Transaktionen verantwortlich ist. Für die Finanzdienstleistungsbranche ist die Blockchain ein Mittel, um den Prozess der Transaktionsvalidierung und -abwicklung zu beschleunigen und gleichzeitig traditionelle Banken aus der Gleichung zu entfernen. Für andere Branchen bietet die Blockchain eine neue Möglichkeit, Daten zu speichern und anzuzeigen, um Produkte in Echtzeit zu verfolgen oder Daten sicherer zu speichern und aufzubewahren.

Auch Partnerschaften sind eine weitere regelmäßige Quelle der Begeisterung. Ethereum, die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte virtuelle Währung, hat in etwas mehr als einem Jahr rund 450 Mitglieder in die Enterprise Ethereum Alliance aufgenommen, darunter viele Markenunternehmen aus zahlreichen Branchen und Sektoren.

Markenunternehmen wie IBM (WKN:851399), die bei Blockchain-Tests und der Entwicklung führend sind, haben sich mit Unternehmen wie Stellar zusammengetan, um grenzüberschreitende Zahlungen im Südpazifik zu beschleunigen. Dies sind nur zwei von Hunderten von Beispielen dafür, wie derartige Partnerschaften die Investoren begeistert haben.

Auch der virtuelle Devisenhandel wird von Kleinanlegern über Kryptowährungen dominiert. Da praktisch der gesamte Handel an dezentralen Börsen stattfindet und institutionelle Investoren ihr Geld nicht in diesen dezentralen Börsen anlegen, haben die Kleinanleger hier die Kontrolle. Diese haben allerdings nur sehr begrenzte Mittel, um gegen Kryptowährungen zu wetten (ein Prozess, der als Leerverkauf bekannt ist). Demgegenüber gibt es eine natürliche Tendenz bei diesen Kleinanlegern, auf Kryptowährungen zu wetten, was ein weiteres wichtiges Puzzlestück ist, um die Marktkapitalisierung zu erhöhen.

Kryptowährungsanlagen haben einen fundamentalen Fehler

Aber was, wenn ich dir erklärte, dass die Kryptowährungen einen ziemlichen Fehler aufweisen – und dass er wahrscheinlich nicht im Rahmen dessen liegt, was du vorher schon gehört hast?

Täusch dich nicht, es gibt eine Menge Probleme mit Kryptowährungen. Beispielsweise fehlen ihnen die traditionellen fundamentalen Kennzahlen, die es den Anlegern erlauben, „angemessene“ Bewertungen  vorzunehmen. Ohne diese traditionellen Kennzahlen sind digitale Währungsbewertungen in erster Linie Rätselraten.

Doch diese und andere Fragen sind nicht das, was die Kryptowährungsinvestoren beunruhigen sollte. Stattdessen ist die wahre grundlegende Schwäche der Kryptowährung, dass die Menschen ihr Geld in die falsche Sache stecken. Kurz gesagt: Sie kaufen virtuelle Währungstoken, obwohl das wertvolle Gut die zugrunde liegende Blockchain ist.

Zur Verteidigung der Kryptowährungsinvestoren muss man sagen, dass es nicht allzu viele Möglichkeiten gibt, im digitalen Währungsbereich einen Fuß in die Tür zu bekommen, ohne virtuelle Token zu kaufen. Aber das Problem dabei ist: Der Kauf von Token für eine bestimmte virtuelle Währung gibt dem Stakeholder in keiner Weise Eigentum an der zugrunde liegenden Blockchain. Und selbst wenn ein virtueller Token und eine Blockchain nahtlos miteinander funktionieren, bedeutet eine größere Akzeptanz einer virtuellen Münze in keiner Weise, dass die zugrunde liegende Blockchain erfolgreich ist oder dass das Projekt Umsatz und/oder Gewinn generiert.

Nehmen wir als Beispiel die auf die Finanzdienstleistungsbranche fokussierte Kryptowährung Ripple. Ripples XRP-Coin schoss im Januar in die Stratosphäre und übertraf kurzzeitig eine Marktkapitalisierung von 150 Milliarden US-Dollar, nachdem Ripple aus San Francisco eine Handvoll Verträge angekündigt hatte. Einige Investoren sehen die Annahme des XRP-Coin durch Finanzinstitute als ein Zeichen dafür, dass die Marktkapitalisierung von Ripple höher liegen sollte, während die XRP-Akzeptanz in Wirklichkeit kaum einen Einfluss darauf hat, was Ripple wert sein sollte. Von den drei Produkten, die Ripple anbietet, verwendet nur eines – xRapid – die XRP-Coins als Mittel zur Bereitstellung von On-Demand-Liquidität in Schwellenländern. Auch bei Ripple — wie bei praktisch jeder anderen Kryptowährung — hat die Einführung digitaler Token wenig bis gar keinen Einfluss auf die Bewertung.

Der einzige clevere Weg, um als Anleger von Kryptowährungen zu profitieren

Was sollte man als Investor also tun? Wenn du dich hier investieren willst, ist es am besten, Aktien von börsennotierten Unternehmen zu kaufen. Auf diese Weise erhältst du Eigentum an den wichtigen Vermögenswerten und hast gleichzeitig Zugriff auf Finanzdaten und Bilanzinformationen, mit denen du die Bewertung eines Unternehmens fundiert untersuchen kannst.

Sicher, du kannst jetzt zu einer dezentralen Börse gehen und dir die Lumen-Token kaufen, die IBM für sein Blockchain-Projekt im Südpazifik verwendet. Aber in diesem Fall ist es viel sinnvoller, sich für IBM zu entscheiden, jenes Unternehmen also, das dieses Blockchain-Projekt überhaupt erst entwickelt hat.

Der Lumen-Token von Stellar fungiert lediglich als Vermittler, um diese grenzüberschreitenden Transaktionen, die über das Blockchain-Netzwerk von IBM abgewickelt werden, zu beschleunigen. Angesichts der niedrigen Eintrittsbarriere in den Krypto-Bereich wird es nicht lange dauern, bis IBM ein eigenes Utility-Token entwickelt, das die Lumen-Token irgendwann in der Zukunft ersetzen könnte.

Langer Rede kurzer Sinn: Hör auf, an Kryptowährungen in Form von Token-Akzeptanz zu denken, und fang an, über den Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte nachzudenken, was in fast allen Fällen eine eigene Blockchain-Technologie bedeutet. Letztendlich wird das der Punkt sein, auf den es ankommt.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 01.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt eine Shortposition auf IBM, hat aber keine Position in den genannten Kryptowährungen.

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