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Amazon sorgt für Wachstum in Indien

Foto: The Motley Fool.

Amazon (WKN:906866) sieht eine große Chance in Indien, wo das Unternehmen bereits jährlich Waren im Wert von 8 Milliarden US-Dollar über seinen Marktplatz verkauft. Nur Flipkart kann sich eines größeren Onlinemarktanteils im Land rühmen. Während Amazon Interesse am Kauf einer Beteiligung an Flipkart bekundet hat, scheint es sehr wahrscheinlich, dass Wal-Mart in naher Zukunft einen großen Teil des Unternehmens übernehmen wird.

Eine Finanzspritze für seinen Rivalen wäre sicherlich eine Herausforderung für Amazon. Aber die Kernbereiche Nordamerika und Cloud-Computing produzieren weiterhin Milliarden an freiem Cashflow, die Amazon zur Finanzierung der Bemühungen in Indien und anderen Schwellenländern nutzen könnte. Indien ist besonders lohnend, da laut Analystenerwartung der Onlineumsatz dort von 30 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr auf 200 Milliarden US-Dollar in einem Jahrzehnt steigen wird.

Nach diesem Rückschlag plant Amazon, mehr in Lebensmittel zu investieren, was bereits die größte Produktkategorie bei Amazon ist, gemessen an der Anzahl der in Indien verkauften Einheiten. Der Chef von Amazon in Indien, Amit Agarwal, geht davon aus, dass er in absehbarer Zeit die Lieferung von Lebensmitteln innerhalb von zwei Stunden einführen kann. Lebensmittel könnten den Weg für ein breiteres E-Commerce-Wachstum in der Region ebnen.

Aufbauen auf dem Vorsprung

Vor mehr als zwei Jahren startete Amazon in der Stadt Bangalore in Südindien mit der Lieferung von Lebensmitteln, und seither ist der Absatz von Lebensmitteln in allen Regionen schnell gewachsen. Flipkart schafft es seit 2015 nicht, einen Lebensmitteldienst einzuführen, und startete Ende letzten Jahres ein Pilotprogramm. Inzwischen hat sich Amazon eine starke Basis an Onlineshoppern aufgebaut.

Die Erweiterung des Lebensmittelsortiments und die schnelle Lieferung an mehr Kunden werden den Vorsprung von Amazon gegenüber Flipkart ausbauen und die Bedeutung von Onlinelebensmittelverkäufen verstärken. Wenn Amazon sich als die erste Adresse für Onlinelebensmitteleinkäufe etabliert, kann es viele Folgebestellungen erhalten und die Kundenbindung stärken.

Amazon gewinnt derzeit indische Käufer, indem es Amazon Prime für nur 999 Rupien (ca. 15 US-Dollar) pro Jahr anbietet. Das Unternehmen könnte ein ähnlich günstiges Abonnement für eine unbegrenzte Lieferung von Lebensmitteln innerhalb von zwei Stunden offerieren. Amazon sagte, dass in Indien mehr Leute innerhalb des ersten Jahres von Prime den Dienst abonnierten als in jedem anderen Markt in seiner Geschichte.

Infrastruktur und Nachfrage gleichzeitig aufbauen

Regelmäßige Lieferungen von Lebensmitteln werden die Investitionen von Amazon in die Lieferinfrastruktur und Logistik unterstützen, die noch weit hinter den entwickelten Märkten zurückbleiben. Natürlich ist es ein bisschen wie ein Henne-Ei-Szenario, da es für Amazon schwer ist, eine Infrastruktur aufzubauen, ohne bereits eine sichere Nachfrage zu haben. Daher kann die Einführung der Lebensmittelzustellung nach geografischen Regionen in Indien dazu beitragen, die Investitionen möglichst effizient zu gestalten.

Das heißt nicht, dass Amazon auf Jahre hin nicht tonnenweise Geld in Indien verlieren wird. Agarwal räumt jedoch ein, dass eine Rendite noch weit entfernt ist. Da Wal-Mart potenziell Milliarden in die Kassen von Flipkart spült, wird die Wettbewerbsintensität in den nächsten Jahren nur noch zunehmen. Letztlich könnte dies jedoch zu einem noch schnelleren Wachstum der Onlineverkäufe in Indien führen, da die beiden Unternehmen verbraucherfreundliche Dienstleistungen und Preise anbieten und dabei helfen, die notwendige Infrastruktur aufzubauen, um den Onlinehandel für mehr Menschen möglich zu machen.

Mit der Möglichkeit, in den nächsten zehn Jahren einen Großteil des Brutto-Warenvolumens von 170 Milliarden US-Dollar zu gewinnen, ist Amazon klug beraten, in seine Stärken zu investieren. Das Unternehmen ist mit Lebensmittelzustellungen in Indien bereits erfolgreich und eine Verdoppelung könnte die Führungsposition des Onlinehändlers in dieser Kategorie stärken. Dennoch wird Amazon Milliarden investieren, um schnelle Lieferungen und ein exzellentes Kundenerlebnis zu ermöglichen.
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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 24.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

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