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Marihuana: Ein 75 Milliarden-Dollar-Markt bis 2030?

Foto: Getty Images.

Der „grüne Ansturm“ hat die Wall Street und die Investoren voll erfasst. Sogar nach dem letzten Kurssturz stehen viele der größten öffentlich gehandelten Marihuana-Aktien nach Marktkapitalisierung um mehr als 1.000 % höher als noch vor zwei Jahren.

Maßgeblich für diesen Anstieg der Pot-Aktien nach Marktkapitalisierung ist eine stetige Veränderung in der Art und Weise, wie die Öffentlichkeit das Medikament sieht. Vorbei sind die Zeiten, in denen Cannabis als tabu  galt. Stattdessen äußern Politiker regelmäßig ihre Ansichten über Marihuana während der Kampagne, und Eltern sprechen mit ihren Kindern über Cannabis.

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Innerhalb der USA stellte das nationale Meinungsforschungsunternehmen Gallup fest, dass fast zwei Drittel aller Befragten in der Umfrage vom Oktober 2017 die Legalisierung von Cannabis befürworteten. Das sind 39 Prozentpunkte mehr als im Jahr 1995.

Es ist auch ein Markt, für den weiterhin ein solides Umsatzwachstum erwartet wird. ArcView verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wachstum von 33 % auf 9,7 Milliarden US-Dollar und prognostizierte einen Jahresumsatz von 47 Milliarden US-Dollar in zehn Jahren. Doch selbst diese aggressive Schätzung könnte das wahre Potenzial der Cannabisindustrie unterschätzen.

Die Marihuana-Industrie könnte viel größer sein, als du denkst

Laut einer neuen Mitteilung des Investmentunternehmens Cowen (WKN:A2DHRD), die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, könnte der gesamte Cannabismarkt bis 2030 einen Bruttojahresumsatz von bis zu 75 Milliarden US-Dollar generieren, gegenüber einer früheren Prognose von 50 Milliarden US-Dollar bis 2026.

Die erste Prognose der Investmentbank wurde im September 2016 durch einen 110-seitigen Bericht der Branchenanalystin Vivien Azer und ihres Teams veröffentlicht. Der Bericht „The Cannabis Compendium: Cross-Sector Views on a Budding Industry“ zeigte die vielen möglichen Anwendungen von legalem Cannabis auf und skizzierte Wege, die es der Cannabisindustrie ermöglichen würden, bis 2026 einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar zu erzielen. Das wichtigste dabei ist die erwartete Legalisierung von Marihuana in den USA irgendwann vor 2026.

Die neue Schätzung der Investmentbank erhöht die Umsatzprognose um weitere 50 % (25 Milliarden US-Dollar) nur vier Jahre später. Cowen bot sechs Gründe an, warum die Sache sogar noch besser werden könnte. Dazu gehören deutlich weniger Fälle von Alkoholmissbrauch, die unter dem nationalen Durchschnitt in den US-Bundesstaaten lagen, die Cannabis legalisiert hatten. Cowen nimmt an, dass, je mehr Staaten Pot legalisieren, desto tiefer werden die Fälle von Alkoholmissbrauch sinken, da die Verbraucher sich für Cannabis anstelle von Alkohol entscheiden.

Zusätzlich findet Cowen, dass der Cannabismarkt bereits einen Wert von etwa 50 Milliarden US-Dollar hat, inklusive Schwarzmarkt. Wenn man die Pro-Kopf-Ausgaben von 1.500 US-Dollar pro Jahr berücksichtigt,  was 50 % höher ist als vorhergesagt, bei 35 Millionen Cannabiskonsumenten pro Jahr, kann man sehen, woher der Großteil dieses jährlichen Anstiegs von 25 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2016 kommt.

Cowen deutet sogar an, dass der Kampf der Vereinigten Staaten gegen die Opioid-Epidemie zu einem Anstieg des Cannabiskonsums führen könnte. In dem Bericht heißt es: „Neu veröffentlichte Recherchen bestätigen die Arbeit, die wir bereits geleistet haben, und zeigen, dass Cannabis für einige ein wirksamer Opioidersatz ist (insbesondere bei der Behandlung chronischer Schmerzen)“.

Drei Branchen, von denen Cowen glaubt, dass sie vom grünen Ansturm profitieren werden

Noch wichtiger ist, dass die Erhöhung der jährlichen Umsatzprognose für die Cannabisindustrie auf 75 Milliarden US-Dollar bis 2030 darauf hindeutet, dass es direkte und indirekte Gewinner geben sollte. Insbesondere zwischen 2016 und 2018 fallen drei Branchen auf.

Zuerst haben wir die Anbauer. Natürlich ist Cowen ziemlich speziell bei den Anbauern, da die besten Bewertungen Canopy Growth (WKN:A140QA) und MedReleaf (WKN:A2DTAQ) bekommen haben.

Canopy Growth expandiert und hat Anlagen mit einer Fläche von 3,7 Millionen Quadratfuß in British Columbia, was dazu führen könnte, dass die voll finanzierte Jahreskapazität auf über 300.000 Kilogramm ansteigt. Canopy hat die beneidenswertesten Vertriebskanäle aller Potunternehmen, mit physischen Verkaufsstellen, Online-Vertrieb, dem bekanntesten Markennamen in Kanada (Tweed) und dem Spirituosen-Riesen Constellation Brands als Minderheitseigentümer und Projektpartner.

Unterdessen hat MedReleaf erklärt, dass die voll finanzierte Kapazität 140.000 Kilogramm pro Jahr beträgt. Obwohl MedReleaf weniger als Canopy produziert, ist das Unternehmen viel stärker auf Extrakte und Öle fokussiert als viele Mitbewerber. Diese Produkte haben höhere Preise und deutlich bessere Margen, wodurch die Margen von MedReleaf höher sein dürften als bei den meisten Konkurrenten.

Zweitens mag man bei Cowen Verpackungs- und Marketingunternehmen – und insbesondere gegenüber Kush Bottles (WKN:A2ATJ3). Nach der Veröffentlichung der strengen Verpackungs- und Kennzeichnungsvorschriften für Freizeit-Cannabis von Health Canada macht es nur Sinn, dass Kush Bottles, das mit Tausenden von Anbauern zusammenarbeitet, eine wichtige Rolle bei der Einhaltung der Vorschriften spielen könnte. Kush war auch im ersten Quartal mit einem Zuwachs von 22 % die beste Pot-Aktie.

Schließlich schlug Cowen 2016 vor, dass Schnellrestaurants einen Aufschwung erleben sollten. Cannabiskonsum ist bekannt dafür, schnelle Hungergefühle auszulösen, was Schnellimbisse zur perfekten Lösung für hungrige Pot-Raucher macht.

Zwei Faktoren, die Cowens utopische Sichtweise auf den Pot zunichte machen könnten

Die Investoren müssen jedoch verstehen, dass viel zusammenkommen muss, damit Cowens utopische Umsatzschätzung zum Tragen kommt. Es gibt insbesondere zwei Ereignisse, die die aggressive Umsatzschätzung für 2030 verhindern könnten.

Zunächst einmal gibt es Bedenken wegen des Überangebots. Um fair zu sein, hat kein entwickeltes Land jemals zuvor Freizeit-Cannabis legalisiert, so dass niemand, von der Wall Street bis hin zu den Anlegern, die leiseste Ahnung hat, wie das Bild von Angebot und Nachfrage aussehen könnte, sobald alle Anbaubetrieb vollständig hochgefahren sind.

Aber basierend auf den Produktionsschätzungen, erteilten Lizenzen und Nachfrageschätzungen ist es durchaus möglich, dass Kanada bis 2020 oder 2021 600.000 Kilogramm bis 1 Million Kilogramm pro Jahr über der Inlandsnachfrage produzieren könnte. Ein Teil dieses Überangebots könnte in ausländische Märkte exportiert werden, die medizinisches Cannabis legalisiert haben, aber es ist unklar, ob der Export die Gesamtheit des Überangebots aufnehmen wird – sollte es überhaupt ein Überangebot geben.

Das andere große Fragezeichen ist, was in den Vereinigten Staaten passieren wird. Umfragen deuten darauf hin, dass die Öffentlichkeit für eine Legalisierung ist. Jedoch ist Capitol Hill nicht dazu bereit, bis zusätzliche medizinische Untersuchungen über die Risiken und Vorteile durchgeführt wurde – und diese Untersuchungen, wohlgemerkt, werden durch die Bürokratie aufgehalten, die mit der Klassifizierung nach Schedule I verbunden ist.

Darüber hinaus, scheint Attorney General Jeff Sessions wild entschlossen zu sein, die landesweite Expansion von Cannabis zu verhindern, solange er verantwortlich für das Justizministerium ist. Obwohl es nicht ausgeschlossen ist, dass die USA ihre Meinung auf der Bundesebene ändern, sieht es unwahrscheinlich aus, dass es mit Sessions und/oder Präsident Trump im Amt passiert.

Nur die Zeit wird zeigen, ob Cowen ein Cannabis-Visionär oder zu optimistisch war.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 15.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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