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Geht Spotify rauf auf 200 Dollar?

Quelle Spotify Press Kit

Seit dem 3. April wird Spotify (WKN:A2JEGN) öffentlich gehandelt, und die Bewertungen kommen jetzt so langsam rein. Der erste große Wall-Street-Profi, der seine Meinung abgab, war John Tinker von Gabelli, der ein Kursziel von 130 Dollar auf die Aktien vorgab. Das ist nicht gut für eine Aktie, die an ihrem ersten Handelstag bei 165,90 Dollar lag, bevor sie etwas absank, aber Tinker glaubt, dass die Bewertung für den führenden Musik-Streaming-Abonnementdienst auf dem aktuellen Niveau aus dem Gleichgewicht geraten ist. Er bevorzugt Pandora (WKN:A1C6JV) als günstigeren Weg in die vielversprechende digitale Musiknische.

Am Donnerstag waren die Analysten Spotify gegenüber dann wohlgesinnter, als Stifel und Canaccord mit Kaufbewertungen und Kurszielen von 180 bzw. 200 Dollar um die Ecke kamen. John Egbert von Stifel glaubt, dass Spotify mit seinem Premium-Service von 9,99 Dollar pro Monat ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Er geht davon aus, dass man bis 2021 159 Millionen zahlende Abonnenten und 300 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht. Spotify beginnt in diesem Jahr mit 71 Millionen Premium-Nutzern und 157 Millionen monatlich aktiven Nutzern, so dass die Prognosen von Egbert eine Verdoppelung der Premium-Abonnenten und eine Verdoppelung des Gesamtpublikums innerhalb der nächsten vier Jahre erwarten lassen. Trotzdem liegt Egberts optimistischer Ausblick noch von Maria Ripps von Canaccord überboten: Die nämlich hat als Kursziel 200 Dollar ausgegeben.

Alle Regler auf 11

Ripps glaubt, dass Spotify den globalen digitalen Musikmarkt quasi legitimiert hat. Sie glaubt, dass sowohl Spotify als auch Pandora zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, da Musikkonsum-Trends digital werden. Im Gegensatz zu Tinker, der Pandora als die preislich attraktivere Anlage empfiehlt, ist Ripps jedoch der Meinung, dass Spotify aufgrund seiner Nischenstärke und -dynamik eine hohe Bewertung rechtfertigt.

Spotify wächst definitiv. Der Umsatz stieg im Jahr 2016 um 52 % und stieg um 39 % auf 4,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Die Verluste haben sich beschleunigt, aber das ist nur Spotifys Wachstumskurs geschuldet, bei dem aggressiv in Marketing und Inhalte investiert wird, um sich als konkurrenzlos zu profilieren. In dieser Phase lässt die Wall Street nicht zu, dass ein paar rote Zahlen einem Geschäft im Weg stehen, von dem man überzeugt ist, dass es auf lange Sicht profitabel sein wird.

Der Schlüssel ist, dass Spotify – und in gewissem Maße auch Pandora – große Fortschritte bei der Umwandlung von Trittbrettfahrern in zahlende Kunden machen. Nicht nur Egbert geht bei Stifel davon aus, dass das Wachstum der Premium-Accounts die Zuwächse der monatlich aktiven Nutzer im Jahr 2021 übertreffen wird. Spotify und Pandora beobachten mit jedem Jahr, dass der Anteil der Premium-Nutzer im Gesamtpublikum größer wird. Spotify sah, dass die zahlenden Abonnenten im vergangenen Jahr um 46 % anstiegen. Zum Vergleich: Die monatlich aktiven Nutzer stiegen eher bescheidene 28 %. Pandora konnte auch mehr Nutzer auf die Premium-Plattform holen, obwohl die Premium-Abonnenten dort nur 7 % der aktiven Nutzer ausmachen. Spotify lässt 45 % seiner Zuhörer bezahlen.

Zweifel an der korrekten Bewertung werden Spotify noch ein bisschen beschäftigen, die Aktie wird volatil sein. In nur ein paar Handelstagen haben wir die Preise bei zwischen 169 und 135 Dollar gesehen. Wir werden weiterhin eine breite Palette von Analystenmeinungen sehen, was nicht unbedingt eine schlechte Sache ist.

Spotify bietet seine Anteile direkt an. Das wiederum könnte bedeuten, dass wir nicht einem Heer zwanghaft optimistischer Analysten ausgesetzt sein werden, die die Aktie gut finden müssen, weil sie einst Underwriter waren. Spotify könnte in diesem Jahr sowohl bei 130 als auch bei 200 Dollar liegen, und es würde mich nicht überraschen, wenn es in dieser Reihenfolge passiert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Pandora.

Dieser Artikel von Rick Munarriz erschien am 5.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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