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Jahresbericht von Emerald Health Therapeutics: 3 tolle Sachen und 2 große Sorgen um diese Pot-Aktie

Foto: Getty Images.

Das ist richtig, Leute… Es ist schon wieder Quartalszeit (das ist doch immer, oder?), und innerhalb der Marihuanaindustrie, schaut es so aus, als ob der in Kanada ansässige Anbauer Emerald Health Therapeutics (WKN:A14VKJ) den Anfang macht.

Wie du dir vorstellen könntest, sind alle Augen auf kanadische Cannabisaktien gerichtet, da die erwartete Legalisierung von Freizeit-Cannabisn im Land bis irgendwann in diesem Sommer erfolgen soll. Wenn Kanada dem Cannabis-Gesetz zustimmen würde, wäre es das erste entwickelte Land der Welt und nur das zweite insgesamt hinter Uruguay, das den Verkauf von Marihuana an Erwachsene über 18 Jahren freigibt. In dem Prozess würde es auch einen Jahresumsatz von 5 Milliarden US-Dollar oder mehr für Pot-Unternehmen schaffen. Es sind diese Erwartungen, die die Investoren wirklich begeistert haben.

Jahresergebnisse von Emerald Health Therapeutics nach Zahlen

Für das Jahr meldete das Unternehmen über 726.000 US-Dollar Umsatz, was wahrscheinlich nicht nach viel klingt. Bedenke jedoch, dass Emerald Health gerade dabei ist, die Kapazitäten zu erweitern, wobei sich fast alle Bemühungen des Unternehmens auf die Steigerung der zukünftigen Produktion konzentrieren.

Unterm Strich verdoppelte sich der Nettoverlust pro Aktie von 0,05 kanadischen Dollar im Jahr 2016 auf 0,10 kanadische US-Dollar. Auf nominaler Basis verdreifachte sich der Nettoverlust von Emerald Health auf 6,76 Millionen US-Dollar, wobei sich die allgemeinen und Verwaltungskosten vervierfachten und die aktienbasierten Vergütungen gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Vierfache stiegen.

Die Investoren dieser Marihuana-Aktien investieren aber nicht in die aktuellen Resultate – sie investieren in das massive Wachstum in den kommenden Jahren. Im Bericht von Emerald Health Therapeutics sind drei Dinge enthalten, die die Optimisten sehr glücklich machen werden, sowie zwei Sorgen, die die Investoren zum Nachdenken anregen sollten.

Drei Dinge, die du im Jahresbericht von Emerald Health lieben solltest

Lass uns damit beginnen, uns auf das zu konzentrieren, was die Aktionäre von Emerald Health und die Fans von Pot-Aktien zu schätzen wissen.

1. Kapazitätserweiterungsprojekte bleiben auf Kurs

Zunächst fällt ein Kommentar von CEO Chris Wagner in der Pressemitteilung des Unternehmens auf. Bei der Beschreibung der Unternehmensziele für das kommende Geschäftsjahr erklärt Wagner: „Wir setzen die angekündigten Projekte gut um und prüfen eine Reihe von potenziell wirkungsvollen neuen Geschäftsmöglichkeiten.

Der Kernpunkt der obigen Erklärung ist, dass Emerald Health mit den beiden Hauptprojekten auf Kurs und im Budget bleibt:

  • 1 Million Quadratfuß großes Gebäude in Vancouver, British Columbia (B.C.), in dem sich der Unternehmensitz und die Produktionsstätten befinden werden.
  • Das gemeinsame Gewächshaus Delta 3 in B.C. mit Village Farms International (WKN:A0YJNB), das von der Tomatenproduktion auf den Anbau von Cannabis umgerüstet wird. Dieses Unternehmen ist als „Pure Sunfarms“ bekannt.

Das letztgenannte Projekt wird voraussichtlich mindestens 75.000 Kilogramm pro Jahr produzieren, wobei beide Projekte voraussichtlich bis 2020 mehr als 100.000 Kilogramm der voll finanzierten Produktion von Emerald Health bringen werden. Die Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit Village Farms war ein genialer Schritt von Emerald Health, da das Unternehmen erhebliche Kosten und Zeit im Vergleich zum Bau eines neuen Gewächshauses von Grund auf spart.

2. Schnelle Produktionserhöhung möglich

Zweitens meint Emerald Health, dass es einen Weg geben könnte, die Kapazitätserweiterung zu beschleunigen, um die Ausbeute zu steigern. Wie in der Pressemitteilung erwähnt:

Pure Sunfarms verfolgt eine Strategie zur potenziellen Beschleunigung der Produktion mit kurzfristigen Mietstromgeneratoren. Das würde in den Wintermonaten 2018/2019, wenn nicht genügend natürliches Sonnenlicht zur Verfügung steht, und vor der Installation der genehmigten zusätzlichen 24 MW vom örtlichen Energieversorger zusätzliche Elektrizität liefern. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Plans soll die Produktion von Pure Sunfarms im Jahr 2019 um bis zu 30 % gegenüber dem derzeitigen Ziel von etwa 35.000 bis 40.000 Kilogramm getrocknetem Cannabis steigern.

Mit anderen Worten können Emerald Health und Village Farms im Jahr 2019 weitere 10.000 Kilogramm produzieren, wenn die Nachfrage nach Freizeit-Cannabis steigt. Obwohl die Generatoren die Margen belasten werden, würde sich das vermutlich lohnen.

3. Marihuana und die Blockchain?

Es wird sicherlich viel Aufregung auf der Wall Street geben, dass die zwei Begriffe, die am meisten Hype verursachen – Marihuana und die Blockchain – zusammen kommen. In den letzten Monaten gaben DMG Blockchain und Emerald Health die Absicht bekannt, ein Joint Venture mit dem Namen CannaChain Technologies zu gründen, das die Entwicklung Blockchain-basierter Supply-Chain-Management-Systeme für die Cannabis-Industrie anstrebt.

Für Unbekannte ist die Blockchain der digitale, verteilte und dezentrale Speicher, der dazu dient, Transaktionen oder Daten transparent und unveränderlich (d. h. nicht manipulierbar) zu erfassen, ohne eine Bank dabei zu benötigen. Die Blockchain bietet den Cannabisproduzenten die Möglichkeit, die Produktion vom Saatgut bis zum Regal in Echtzeit zu verfolgen. Sie bietet auch ein unveränderliches Protokoll, das bei der Buchführung helfen könnte, z. B. um sicherzustellen, dass die Pot-Unternehmen den richtigen Betrag an Steuern zahlen oder dass angebautes Cannabis dorthin gelangt, wo es hingehört.

Obwohl noch im Entstehen begriffen, klingt dieses Joint Venture spannend.

Zwei Hauptsorgen, die es zu beachten gilt

Andererseits war nicht alles im Jahresbericht von Emerald Health Therapeutics unbedingt positiv. Hier sind zwei Faktoren, um die sich die aktuellen und potenziellen Investoren sorgen sollten.

1. Zu spät

Sogar mit der Möglichkeit, die Produktion mit Generatoren voranzutreiben, könnte Emerald Health trotzdem nicht vorwärts kommen.

Der Cannabisverkauf könnte bereits im August oder September dieses Jahres starten, was bedeutet, dass Canopy Growth, Aurora Cannabis, Aphria und all die anderen langfristige Lieferverträge abschließen könnten. Obwohl Emerald Health auf dem besten Weg ist, jährlich mehr als 100.000 Kilogramm Cannabis zu produzieren, wird das Unternehmen diese Menge nicht annähernd erreichen, bis Kanada den Pot für Erwachsene legalisiert hat. Mit anderen Worten, zu spät zu kommen, könnte Emerald Health viel Geld kosten.

2. Verwässerung

Die andere Frage ist so etwas wie ein zweischneidiges Schwert. Einerseits haben die  Buy-Deal-Angebote, die es dem Unternehmen ermöglicht haben, Stammaktien und Optionsscheine zu verkaufen, um Kapital zu beschaffen, Emerald Health ein solides Liquiditätspolster gegeben. Das Unternehmen schloss das gesamte Jahr mit fast 34,5 Millionen US-Dollar in liquiden Mitteln ab.

Das Problem ist, dass diese Aktienemissionen und Optionsscheine sofort und im Laufe der Zeit die Anzahl der ausstehenden Aktien des Unternehmens erhöhen. Das macht jede bestehende Aktie weniger wert und verwässert somit die bestehenden und zukünftigen Investoren. Auf Basis der kanadischen Notierung erhöhte sich die Zahl der ausstehenden Aktien auf 88,4 Millionen von 54,3 Millionen im Vorjahr. Diese Verwässerung könnte die Anleger in naher Zukunft noch unangenehm heimsuchen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 06.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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