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5 Dinge, die Royal Dutch Shell den Investoren über LNG mitteilen möchte

Im vergangenen Jahr haben die USA rund 16,7 Gigawatt zusätzlich ins Netz eingespeist – und 95 Prozent davon stammen aus erneuerbaren Quellen. Die U.S. Energy Information Administration geht sogar davon aus, dass die Windenergie bis spätestens 2019 die Wasserkraft als größte erneuerbare Energiequelle überholt und fast 7 % der gesamten Elektrizität des Landes liefert. Weltweit spielen sich ähnliche Dinge ab.

Das ist zwar ein unglaublicher (und ermutigender) Trend, aber es besteht die Gefahr, dass die Diskussion über den Anstieg der erneuerbaren Energien dazu führt, das einige wichtige Daten ausgeklammert werden, wie z. B. den fast unersättlichen Appetit der Welt auf Erdgas, das heute leichter denn je zu transportieren ist.

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Das ist eine rechtzeitige Entwicklung, vor allem, wenn man bedenkt, dass Erdgas zu einem wichtigen Instrument wird, das es den Ländern ermöglicht, ihre Klimaziele zu erreichen – und sogar dazu beiträgt, dass erneuerbare Energien mehr Marktanteile gewinnen. Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) hat kürzlich Daten und Ausblicke veröffentlicht, die seine Investoren beglücken dürften. Hier sind fünf Dinge, die der Energieriese über LNG zu sagen hat.

1. Der globale LNG-Handel boomt

Die Entstehung eines globalen LNG-Marktes über Nacht war leicht vorherzusagen. Denn als mit dem Bau massiver Exportterminals begonnen wurde, die Erdgas herunterkühlen, um es zu verflüssigen und den Transport über die Meere zu erleichtern, musste man nur noch abwarten. Aber es gab immer noch Überraschungen, wie z. B. das Nachfragewachstum.

Der weltweite LNG-Markt sollte von 2016 bis 2017 um rund 23 Millionen Tonnen (MT) wachsen. Stattdessen wuchs er um 29 MT – 26 % mehr als erwartet – auf 293 MT insgesamt. Und Royal Dutch Shell geht davon aus, dass das erst der Anfang ist.

Nachdem in den drei Jahren bis 2017 rund 71 Millionen Tonnen LNG-Verflüssigungskapazität hinzugekommen sind, sollen weltweit bis 2019 über 80 Millionen Tonnen Kapazität in Betrieb genommen werden. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage bis mindestens 2020 leicht gedeckt werden kann, aber angesichts der jüngsten Prognosen kann es sein, dass sich die Dinge nicht ganz so entwickeln, wie erwartet.

2. Eine globale Versorgungskrise zeichnet sich ab

Auch wenn die aktuellen Prognosen ein relatives Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in naher Zukunft erwarten lassen, hat Royal Dutch Shell davor gewarnt, dass viel mehr investiert werden muss, um eine massive Angebotsklemme Anfang der 2020er-Jahre abzuwenden.

Denn es wird erwartet, dass weltweit im Jahr 2019 über 40 Millionen Tonnen neue LNG-Verflüssigungskapazität hinzukommen werden, aber weniger als 2 Millionen Tonnen im folgenden Jahr. Aufgrund des massiven Kapitalbedarfs, der Komplexität und der langen Bauzeit von LNG-Verflüssigungsanlagen und Exportterminals ist das ein Problem, das nicht in kurzer Zeit gelöst werden kann.

Der starke Rückgang der Investitionen, die notwendig sind, um das Angebot im Gleichschritt mit der Nachfrage zu erhöhen, ist eine Folge der sich verändernden Marktdynamik. Länder, die LNG kaufen, wollen kleinere Mengen und flexiblere Verträge, während Unternehmen, die LNG exportieren, größere Mengen und weniger Spielraum wünschen, um den Aktionären und Gläubigern Sicherheit zu geben. Im Moment gibt es eine Pattsituation – und Royal Dutch Shell glaubt, dass der Markt irgendwann im nächsten Jahrzehnt die Konsequenzen zu tragen haben wird.

3. Schnelle und flexible Schiffe sind ein Wachstumstreiber

Hunderte von Milliarden US-Dollar, die in LNG-Verflüssigungsanlagen und Exportterminals investiert wurden, tragen sicherlich wesentlich zum Marktwachstum bei, aber Royal Dutch Shell stellt fest, dass es weitere Anzeichen für ein gesundes Ökosystem gibt. Ein wichtiger Indikator für einen soliden Markt: die Verbreitung von Spezialschiffen, sogenannten Floating Storage Regasification Units (FSRUs).

Diese Schiffe können als LNG-Tanker fungieren, aber auch LNG-Fracht direkt in Offshore- und Onshore-Erdgasleitungen abladen. Es mag trivial klingen, aber die sichere Umwandlung von flüssigem Gas in seinen gasförmigen Zustand erfordert ein spezielles Verfahren – und das erfordert oft eine spezielle (und teure) landgestützte Infrastruktur. FSRUs können die Tanker- und die terrestrische Regasifizierungsinfrastruktur zu einer einzigen kombinieren, was die Flexibilität des LNG-Handels erheblich erhöht, da so auch kleinere Häfen Ladungen aufnehmen können.

Der Markt kann nicht genug von den schnellen und flexiblen Möglichkeiten der FSRUs bekommen, die 2008 praktisch noch nicht existierten und bis 2017 fast 12 % des gesamten weltweiten LNG-Handels ausmachten. Der Trend dürfte sich fortsetzen: 16 Länder können heute Lieferungen über diese Spezialschiffe erhalten, weitere 13 bauen oder erwägen Investitionen in die erforderliche Infrastruktur.

4. LNG hilft den erneuerbaren Energien, anstatt sie zu behindern

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Länder LNG importieren. Einige nutzen Lieferungen, um die rückläufige inländische Erdgasproduktion auszugleichen. Einige stützen sich darauf, um geopolitische Bedenken zu zerstreuen. Einige nutzen die Importe, um den wachsenden Energiebedarf zu decken. Einige nutzen LNG sogar zur Unterstützung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

Denn Gaskraftwerke können im Gegensatz zu Kernkraftwerken oder Kohle schnell auf Nachfrageschwankungen aus dem Netz reagieren. Wenn also eine Dürre in Brasilien länger andauert als erwartet, kann das Land LNG auf dem Spotmarkt importieren, um die verlorene Produktion aus Wasserkraftanlagen auszugleichen, auch wenn sie nur vorübergehend ist.

Ebenso können Länder, die eine große Kapazität an Solarstrom installiert haben, importiertes LNG verwenden, um die Lichter am Abend und am frühen Morgen, wenn der Solarertrag sinkt, nicht ausgehen zu lassen. Kalifornien verfolgt derzeit diese Strategie, die es dem Staat ermöglicht, weiter in Solaranlagen zu investieren, während es auf den Aufholprozess der Energiespeicherinfrastruktur wartet.
Nicht jedes Land kann Erdgas über Landleitungen importieren, aber viele könnten von der Flexibilität der Energiequelle profitieren. LNG macht diese Vorteile für mehr Menschen auf der ganzen Welt verfügbar.

5. LNG ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen

Erdgas wird zunehmend zur direkten Unterstützung von Investitionen in erneuerbare Energien eingesetzt, aber beide arbeiten auch auf einer anderen Ebene synergetisch zusammen: der Erreichung von Klimazielen.
Kohlekraftwerke erzeugen derzeit 37 % des weltweiten Stroms. In Ländern mit großen Erdgasvorkommen wie den USA (die bis 2020 zum drittgrößten LNG-Exporteur der Welt werden sollen) ist die Kohle auf dem absteigenden Ast. Etwas komplexer ist es in Ländern ohne Erdgasreserven wie China und Indien, die für fast 75 % der Stromerzeugung auf Kohle angewiesen sind.

Kein Wunder also, dass China und Indien zu den am schnellsten wachsenden Verbrauchern von LNG gehören und damit Ziele in den Bereichen Klima, Luftqualität und Geopolitik erreichen. Wenn LNG es diesen kohlehungrigen Ländern erlaubt, das Wachstum der Kohleerzeugungskapazität zu stoppen oder gar zu ersetzen, dann werden die Emissionen weltweit noch schneller reduziert, als wenn nur auf erneuerbare Energien gesetzt würde.

Royal Dutch Shell liegt vorn bei LNG

Es ist leicht zu verstehen, warum Erdgas und LNG in der Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung vernachlässigt werden, aber zukunftsorientierte Investoren wollen vielleicht offener sein. Selbst wenn du glaubst, dass erneuerbare Energien das ultimative Ziel der menschlichen Zivilisation sein sollten, ist es unmöglich, die Rolle von Erdgas und LNG bei der Erreichung dieses Ziels zu vernachlässigen.

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The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Maxx Chatsko auf Englisch verfasst und am 18.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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