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Wann ist der amerikanische Aktienmarkt eingebrochen?

Foto: Getty Images

Unter einem Aktienmarktcrash versteht man den schnellen und steilen Fall der Aktienpreise eines großen Teils des Aktienmarktes. Solche Abstürze können durch Panik, wirtschaftliche Faktoren, dem Platzen von Spekulationsblasen und automatische Handelstechnologien ausgelöst werden.

Seit 1772 haben die USA 22 Aktienmarkt-Crashs erlebt. Aber nicht alle waren gleich lang und gleich verheerend. Hier sind fünf der bemerkenswertesten Abstürze des US-Aktienmarktes sowie eine kurze Analyse der Gründe und Ergebnisse jedes Einzelnen.

Die Panik von 1907

Einer der schlimmsten Abstürze des Aktienmarktes in den USA war die Panik von 1907. Der Aktienmarkt fiel im Oktober und November 1907 in einem Zeitraum von drei Wochen um 50 %. Grund war eine fehlgeschlagene Aktienmanipulation, die zum Zusammenbruch des Knickerbocker Trusts führte. Dies löste eine Panik aus, die eine Reihe von Banken mit sich riss.

Es ist nicht verwunderlich, dass dies zu einem Misstrauen gegenüber dem Bankensystem geführt hat. J.P. Morgen (heute JPMorgan Chase) rettete das Bankensystem, indem es viele Banken mit Krediten in Höhe von 100 Millionen US-Dollar versorgte.

Der Börsencrash der Wall Street von 1929

Der vielleicht bekannteste Aktienmarkcrash der Geschichte ist der von 1929. Dieser war der längste und schlimmste Absturz, den wir kennen. Zwischen September 1929 bis Juli 1932 verlor der Dow Jones Industrial Average beachtliche 89 % seines Wertes.

Der Crash folgte einer Zeit voller Innovationen mit großen technologischen Fortschritten wie Radios, Autos, Telefonen und mehr. Diese Innovationen verbreiteten sich immer weiter in der Bevölkerung. Die 1920 waren also das Äquivalent des Dot-com-Booms der heutigen Zeit. Außerdem nutzen die Investoren geliehenes Geld, um Aktien in großem Stil zu kaufen. Der Aktienmarkt schien keine Grenzen zu kennen. Heute scheint das unverständlich, aber normale Investoren konnten Hebel von 10 zu 1 nutzen, um Aktien zu erwerben.

Während einer Zeit von ca. acht Jahren zwischen 1921 und 1929 stieg der Dow um fast 500 %. Das war der längste ununterbrochene Bullenmarkt in der Geschichte.

Die Panik brach während einer zweitägigen Handelsperiode im Oktober 1929 los. Die Investoren waren gezwungen, ihre Aktien mit massiven Verlusten zu verkaufen, da die Terminkontrakte eingefordert wurden. Der Dow Jones verlor 23 %. Die Verluste setzten sich mehrere Jahre lang fort, bis 1932 schließlich die Talsohle erreicht wurde. Aber die große Depression zog sich durch die gesamten 1930er Jahre.

Schwarzer Montag

Der Aktienmarktcrash des schwarzen Montags ereignete sich am 19. Oktober 1987. Er war der größte eintägige Absturz in der Geschichte des Dow Jones Industrial Average. Der Dow fiel an nur einem Tag um 508 Punkte. Das ist ein Absturz von 22 %. 2018 hätte dies einem Absturz von 5.500 Punkten entsprochen.

Wie viele andere Crashs folgte der Schwarze Montag einem großen Bullenmarkt, in dem der Dow zwischen 1982 und 1987 um 250 % stieg. Zudem gingen bereits mehrere kleinere Rückgänge voraus, wie es bei zahlreichen anderen Crashs der Fall war. An zwei der drei vorangehenden Handelstage kam es zu Rückgängen von 3,8 % bzw. 4,6 %.

Die Finanzkrise von 2008 bis 2009

Dieser Crash ist den meisten Leuten bestimmt noch am besten in Erinnerung. Daher gebe ich nur einen kurzen Überblick. Leichte Kredite und in den Himmel steigende Immobilienpreise führten zu einer zügellosen Immobilienspekulation durch Leute, die eigentlich damit nicht spekulieren sollten. Die Hypotheken lagen über den zum Teil schon überhöhten Immobilienpreisen, wurden gebündelt und an Unternehmen als Wertpapiere verkauft.

Da Banken viel davon kauften, brachen Finanzinstitutionen wie Bear Stearns und Lehman Brothers zusammen. Eine Panik über die zukünftige Liquidität des globalen Finanzsystems brach aus. Zwischen 6. und 10. Oktober 2008 fiel der Dow Jones Industrial Average um 18 %. Bis zum 6. März 2009 verlor er 54 % seines Höchststandes.

Natürlich ist dies eine starke Vereinfachung und es gibt eine ganze Liste mit Faktoren, die zu dem Absturz beigetragen haben. Im Nachhinein wurden zahlreiche Reformen umgesetzt, die sicherstellen sollen, dass große Finanzinstitutionen stets ausreichend Kapital haben, um einen weiteren Crash zu überstehen.

Der Blitzcrash von 2010

Dies ist ein ganz kurzes Ereignis, aber ich denke, der Blitzcrash ist es wert, als Beispiel neuer Crashs in die Liste aufgenommen zu werden, denn dieser wurde durch den Hochfrequenzhandel ausgelöst.

Am 6. Mai 2010 hatte der Aktienmarkt einen ziemlich schlechten Tag. Der Dow Jones Industrial Average verlor 300 Punkte ca. 60 Minuten vor Handelsschluss. Um 14:42 Uhr verlor er weitere 600 Punkte in nur fünf Minuten. Zu dieser Zeit stand der Dow bei 10.500 Punkten. Der prozentuale Anteil war also enorm.

Später erkannte man, dass der Blitzcrash durch den Verkauf einer großen Position an S&P 500 e-mini Futures ausgelöst wurde, die einen Welleneffekt auf automatische Handelssysteme hatten. Dadurch wurde der Einbruch ausgelöst. Der Markt erholte sich schnell und Reformen wurden eingeleitet, um eine Wiederholung zu vermeiden. Allerdings bleibt ein Blitzcrash aufgrund der immer weiter voranschreitenden Entwicklung stets möglich.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 16.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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