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Der eine große Fehler des Warren Buffett – und 3 erfolgreiche Holdings, die es besser machen

Foto: Getty Images

Warren Buffetts Lebenswerk ist unglaublich beeindruckend. Trotzdem ist ihm ein gewichtiger Fehler unterlaufen, der Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) jetzt zu schaffen macht. Lies hier, warum das Management von United Technologies Corp. (WKN:852759), Danaher (WKN:866197) und Liberty die bessere Strategie hat.

Das läuft falsch bei Berkshire

Im Februar hat sich Warren Buffett einem dreistündigen Interview des US-Senders CNBC gestellt. Dadurch hatte er jede Menge Zeit, einige seiner wichtigsten Weisheiten zum Besten zu geben.

Befragt wurde er aber auch konkret zur ungewöhnlichen Dividendenpolitik von Berkshire. Obwohl das Konglomerat unfassbar große Geldsummen zur Verfügung hat und es zunehmend schwerer wird, geeignete Kaufobjekte auszumachen, denkt Buffett nicht einmal daran, auch nur einen Cent an die Anleger herauszurücken. Die wollten das gar nicht und wenn sie Geld bräuchten, dann sollen sie doch ein paar Aktien verkaufen. Letztlich bleibt also alles Geld stets bei der Holding, so dass diese ungehemmt weiterwächst.

Dabei gibt Buffett an anderer Stelle selbst zu, dass das Investmentgeschäft mit zunehmender Größe der verwalteten Geldmittel immer schwieriger wird. Die Berkshire-Manager Todd Combs und Ted Weschler managen jeweils erfolgreich ein Portfolio von über 10 Mrd. US-Dollar, laut Buffett eine noch gut handhabbare Größenordnung. Berkshires Marktkapitalisierung liegt jedoch heute bei mehr als 500 Mrd. US-Dollar (Stand 19.03.).

Ohne Not hat Buffett es zugelassen, dass der Gesamtkonzern sich zu einem unüberschaubaren Giganten entwickelt, dem kaum noch mehr einfällt, als in großem Stil in andere Giganten wie Apple (WKN:865985) zu investieren. Dass es auch anders geht, zeigen drei Beispiele, die ich dir im Folgenden kurz vorstellen will.

Besser als Berkshire? — United Technologies Corporation

Ähnlich wie Buffett hat der frühere UTC-Chef Harry Gray durch zahlreiche Zukäufe ein mächtiges Konglomerat aufgebaut. An der Wall Street nannten sie ihn „The Grand Acquisitor“. Führende Marken aus unterschiedlichen Branchen wie Schindler (WKN:A0JJWH)-Konkurrent OTIS, der strategische Partner von MTU Aero Engines (WKN:A0D9PT) Pratt & Whitney sowie Sikorsky und Carrier prägen heute das Bild.

Noch in den 90er-Jahren war die Aktie lange Zeit für unter 6 US-Dollar zu haben. Heute sind es mehr als 20-mal so viel. Und das Beste: UTC bezahlt seit 1980 vierteljährliche Dividenden, mit steigender Tendenz.

Trotzdem ist UTC innerhalb von wenigen Jahrzehnten überaus groß geworden und wird derzeit mit knapp über 100 Mrd. US-Dollar bewertet. Nachdem die Flugzeugtechnik bereits zuvor ein dominierendes Segment darstellte, läuft aktuell der geplante Zusammenschluss mit dem Wettbewerber Rockwell Collins (WKN:694062) und so langsam scheint das System an seine Grenzen zu stoßen.

Da passt es gut, dass das Management um Greg Hayes Überlegungen anstellt, das unübersichtlich gewordene Konglomerat in drei unabhängige fokussierte Einheiten aufzuspalten.

Besser als Berkshire? — Danaher

Auch Danaher hat sich als Spezialisten-Aufkäufer einen Namen gemacht. Die meisten der aufgekauften Spezialisten gehören in ihrer Nische zu den Marktführern, sind allerdings nur Insidern bekannt. Leica Microsystems und Dutzende weitere Marken gehören dazu. Gerade eben wurde mit Integrated DNA Technologies ein weiteres Unternehmen zur Stärkung der Labortechnik übernommen.

Das Besondere an dem Konglomerat ist das Danaher Business System, welches bei allen integrierten Unternehmen konsequent eingeführt wird, um die Leistungsfähigkeit der Organisation zu steigern. Der Erfolg lässt sich an der Entwicklung der Aktie ablesen. Über die meisten Zeiträume entwickelte sie sich besser als Berkshire – und das will was heißen!

Danaher ist nicht gerade ein großzügiger Dividendenzahler, aber immerhin wird vierteljährlich ein kleiner Betrag ausgeschüttet, über den Aktionäre frei verfügen können. Zweifellos war es jedoch nicht genug, um das unbändige Wachstum effektiv abzubremsen und damit zu verhindern, dass das Ganze so langsam unhandlich wird. Deshalb gefällt mir gut, dass das Management 2016 entschied, den Konzern in zwei Teile aufzuspalten. Seither wird die neu gebildete Fortive (WKN:A2AJ0F), welche vor allem Automatisierungs- und Messtechnik umfasst, separat gehandelt.

Besser als Berkshire? — Liberty

Auch der Patron der Liberty-Media-Gruppe John Malone hat für seine Aktionäre seit 2003 mehr Wert geschaffen als Buffett. Zu seinem Imperium gehören Kabelgesellschaften, Medien, Internetportale und die Formel 1.

Dabei handelt es sich aber nicht um ein Konglomerat, sondern eher einen losen Flottenverband. Anleger können heute zwischen rund einem Dutzend unterschiedlicher Liberty-Aktien wählen. Malone hat immer wieder kleinere Einheiten geschaffen. Zuletzt wurde 2016 die damalige Liberty Media Corporation in drei eigenständige Bereiche aufgeteilt.

Durch die Fragmentierung ist es schwierig geworden, sich ein Bild von der Entwicklung der Liberty-Unternehmen zu machen. Nicht zuletzt deshalb erhält Malone nicht die gleiche Anerkennung wie Buffett. Dazu muss man allerdings auch erwähnen, dass das Vermögen von Malone selbst nicht ganz so schnell gewachsen ist wie das von Buffett. Der Grund ist wohl, dass er mehr Wert auf Diversifizierung legt und dadurch beispielsweise zum größten Landbesitzer der USA geworden ist. Das wirft nicht so viel Rendite ab – den Liberty-Investoren kann es egal sein.

Es gibt Alternativen

Der Mix aus erfolgreichen Investitionen, Dividendenverweigerung und „Empire Building“ hat Berkshire Hathaway zu einem gewaltigen Konglomerat werden lassen, das mittlerweile etwas schwerfällig wirkt. Investoren sollten nicht mehr auf frühere Renditen hoffen, solange sich in der Unternehmenspolitik nicht grundsätzlich etwas ändert. Der Erfolg von UTC, Danaher und Liberty belegt, dass ab einem bestimmten Punkt die Schaffung von kleineren Einheiten durch Abspaltungen sinnvoll ist.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Danaher. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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