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Schock! Wird Warren Buffett den S&P 500 etwa wirklich nicht mehr schlagen können?

Foto: The Motley Fool

Warren Buffett gehört gewiss zu den Ausnahmeinvestoren. Mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hat Buffett über viele, viele Jahre hinweg den S&P 500 hinter sich gelassen. Berkshire Hathaway kommt im langjährigen Durchschnitt gar auf eine jährliche Rendite von mehr als 20 %.

Wenn du mich fragst, erscheint es daher alles andere als vermessen, Buffett zu den erfolgreichsten Investoren aller Zeiten zu zählen, wenn er nicht vielleicht sogar der erfolgreichste Investor aller Zeiten ist.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die die zukünftige Outperformance von Buffetts Beteiligungsgesellschaft womöglich nicht mehr gegeben sehen. Schauen wir mal, was an solchen gewagten Behauptungen dran sein könnte:

Der Tenor der Behauptungen

Inhaltlich geht es bei den Behauptungen oft um die derzeitige Größe von Berkshire Hathaway. Wie jüngst ein Redakteur bei Finanzen.net zu bedenken gab, ist es durchaus schwieriger, die Marktkapitalisierung eines Unternehmens in der Größenordnung von 516 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln, als ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 420 Millionen US-Dollar (Buffetts Berkshire Hathaway habe im Jahr 1980 eine solche Marktkapitalisierung gehabt).

Ferner deuteten die letzten Jahre auf einen Abschwung in Buffetts jährlichem Renditepotenzial hin. So habe Buffett innerhalb der letzten zehn Jahre beispielsweise nicht mehr ganz so glänzen können, wie beispielsweise noch in den 1980er und 1990er Jahren. Soweit die Theorie des Redakteurs.

Ich habe diese Sichtweise einfach mal ohne konkrete Überprüfung der Zahlen hingenommen, denn ich denke, wir können diese Argumente selbst ohne eine Verifizierung der Faktenlage kritisch hinterfragen.

Zu dem Argument der größeren Marktkapitalisierung

Das Argument der größeren Marktkapitalisierung erscheint zunächst auf den ersten Blick teilweise plausibel. Durch die Größe von Berkshire Hathaway ist es nicht mehr sonderlich attraktiv, sich mit Beteiligungen im Small-Cap- oder Micro-Cap-Segment auseinanderzusetzen. Selbst eine vollständige Übernahme würde nur einen vergleichsweise kleinen Anteil am gesamten Portfolio von Berkshire Hathaway ausmachen, der in der Summe kaum ergebnismäßig spürbar sein würde. Ein Einschnitt in der Auswahl von potenziellen Beteiligungs- und Übernahmekandidaten ist daher unbestreitbar vorhanden.

Dennoch glaube ich, dass Buffett dieses kleinere Segment gar nicht für seinen Erfolg benötigt. Die durchaus erfolgreiche Beteiligung an Apple (WKN: 865985) zeigt für mich beispielsweise deutlich, dass Buffett auch im Large-Cap-Segment durchaus den richtigen Riecher für marktschlagende Beteiligungen haben kann. Die Einschränkung muss daher nicht zwingend zu schlechteren Ergebnissen innerhalb der nächsten Jahre führen.

Zu dem Argument der schlechteren Performance der letzten Jahre

Das Argument der nachlassenden Entwicklung der letzten Jahre ist ebenfalls nicht sonderlich überzeugend für mich. Zwar kann es grundsätzlich richtig sein, dass Berkshire Hathaway hier im Vergleich zu anderen Zeiträumen nicht mehr so dynamisch performen konnte, allerdings gibt es auch gute Gründe, die letzten Jahre als Ausnahme zu werten.

Buffett selbst macht nämlich keinen Hehl daraus, dass er sich nach der langjährigen Rallye schwer tut, ansprechende Aktien für Berkshire zu identifizieren. Nicht umsonst beträgt das Cash-Polster, auf dem Berkshire Hathaway inzwischen sitzt, satte 116 Milliarden US-Dollar.

Wenn die Zeiten aber mal wieder etwas volatiler werden, wofür es ja innerhalb der letzten Monate gewiss so manches Anzeichen gegeben hat, dann dürfte Buffett als Investment-Guru gewiss wieder in der Lage sein, diesen enormen Cash-Betrag vielversprechend einzusetzen. Das könnte dann wiederum den Grundstein für den zukünftigen Erfolg legen und den Weg für wieder anziehende Renditen frei machen.

Foolishes Schlusswort

Es mag vielleicht richtig sein, dass sich die Dynamik bei Berkshire Hathaway innerhalb der letzten Jahre ein wenig abgeschwächt hat. Daraus aber direkt Rückschlüsse für die zukünftige Entwicklung ableiten zu wollen, halte ich definitiv für zu spekulativ.

Weder die Marktkapitalisierung von Berkshire Hathaway noch die schwächere Performance der letzten Jahre sind in meinen Augen überzeugende Argumente für diese These. Mal sehen, ob Buffett mir für meine Sichtweise innerhalb der nächsten Jahre Tat-sächliche Unterstützung gibt.

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Vincent besitzt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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