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Das bringt CITC, der unbekannte Joint-Venture-Partner von Conti und ElringKlinger

Bild: Ralf Anders

Innerhalb von wenigen Monaten haben ElringKlinger (WKN:785602) und Continental (WKN:543900) jeweils mit CITC ein bedeutendes Joint Venture gegründet. Aber wer ist eigentlich der chinesische Partner CITC? Bei genauerem Hinsehen ergeben sich für Anleger spannende Zusammenhänge.

Darum geht’s

Ende November 2017 verkündete ElringKlinger, dass mit Sichuan Chengfei Integration Technology Co., Ltd. (CITC) ein Gemeinschaftsunternehmen aufgebaut werden soll. Die Kompetenzen der beiden Partner ergänzen sich gut: CITC hat die Zellchemie und ElringKlinger die Modulkomponenten und die Montagekompetenz. Gemeinsam soll der internationale Batteriemarkt beliefert werden.

Kling gut, aber ehrlich gesagt hatte ich von diesem Batteriezellen-Hersteller noch nie zuvor etwas gehört. Aber jetzt, wo Continental im März meldete, dass ebenfalls mit CITC ein ganz ähnliches Joint Venture rund um 48-Volt-Batteriesysteme entstehen soll, wollte ich es genauer wissen.

Das ist CITC

CITC ist eine börsennotierte Tochter von AVIC — noch so ein kryptisches Kürzel. Dahinter steht der aufstrebende staatliche Airbus (WKN:938914)-Konkurrent Aviation Industry Corporation of China. AVIC hat eine Menge Tochtergesellschaften, und einige davon drängen auch in den Automobilmarkt. Das Hauptgeschäft von CITC ist die Fertigung von Produktions-Werkzeugen und die Herstellung von Karosserie-Stanzteilen.

Direkter Partner von ElringKlinger und Conti ist allerdings die bedeutende CITC-Beteiligung namens China Aviation Lithium Battery Co., Ltd. (CALB). Diese hat sich mit ihren eigenen Batteriesystemen bisher eher auf stationäre und industrielle Anwendungen konzentriert, aber auch ihre Fühler in Richtung Kleinfahrzeuge und Busse ausgestreckt. Mit den beiden deutschen Automotive-Spezialisten hoffen die Chinesen offenbar, besseren Zugriff auf den globalen Automobilmarkt zu bekommen.

Technologisch fokussiert sich CALB wie ein großer Teil der lokalen Konkurrenz auf Lithium-Eisenphosphat, wodurch auf das Problemelement Cobalt weitgehend verzichtet werden kann. Diese Zellchemie verfügt zwar nicht über die maximale Energiedichte, ist dafür aber sehr robust, günstig und weist eine hohe Leistungsdichte auf. Damit ist es laut dem Batteriemateriallieferanten Johnson Matthey (WKN:A1J0AY) besonders gut für Mild-Hybride (und Busse) geeignet, was optimal zur 48-Volt-Strategie von Conti passt.

Aktuell wird am Hauptsitz im historisch überaus bedeutenden Luoyang (Henan) die Kapazität vervielfacht, womit CALB aber immer noch zu den kleineren Spielern in der Spitzengruppe gehören wird. Jedenfalls wird die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern wohl viel dazu beitragen, dass die Produktion gut ausgelastet werden kann.

Gute Erfahrungen mit deutschen und schweizerischen Partnern

ElringKlinger und Conti sind allerdings längst nicht die ersten deutschsprachigen Partner. Auch mit dem Umrüster ElektroFahrzeuge-Stuttgart sowie dem führenden Hersteller von Heimspeichersystemen Sonnen und dem Stromnetzausrüster ABB (WKN:919730) bestehen Geschäftsbeziehungen.

Da klappt die transeurasische Kooperation offenbar ausgezeichnet. Ansonsten arbeitet CALB nämlich fast nur mit chinesischen Fahrzeug- und Infrastruktur-Konzernen zusammen, soweit der Website des Zulieferers zu entnehmen ist.

Nach meinem Eindruck haben die beiden Automobilzulieferer einen geeigneten Batteriezellpartner gefunden, um flexibel und mit begrenzten Investitionen am nun immer schneller wachsenden Energiespeichermarkt zu partizipieren.

Laut den Experten von Lux Research gehört CALB zu den Herstellern, welche ihre Positionierung am Markt am besten vorangetrieben haben. Technisch gesehen wird das Unternehmen aber eher durchschnittlich eingeschätzt. Dort ist vor allem LG Chem (WKN:659109) ganz weit vorne angesiedelt.

Langfristig werden die deutschen Partner daher sicherlich noch einen weiteren Partner mit Spitzentechnologie brauchen, wenn sie sich als Premiumanbieter etablieren wollen. Nicht umsonst hält sich das Continental-Management offen, in einigen Jahren im großen Stil in die Herstellung von hochleistungsfähigen Festkörper-Batteriezellen einzusteigen.

Während die Hannoveraner das Batteriegeschäft aber aufgrund ihrer breiten Aufstellung nicht unbedingt brauchen, stellt es für ElringKlinger eine großartige Chance dar, um den Wandel vom Verbrenner zum elektrifizierten Auto erfolgreich zu bewältigen. Für Aktionäre und interessierte Anleger ist es daher ratsam, die weitere Entwicklung auf dem Gebiet regelmäßig zu verfolgen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Continental. The Motley Fool empfiehlt ElringKlinger.

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