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Worauf Anleger jetzt nach dem IPO der Siemens Healthineers achten müssen

Bild: Siemens Healthineers

Die Zeichnungsfrist für die Aktie der Siemens-Gesundheitssparte lief noch bis einschließlich 15. März, und das Interesse hat das Emissionsvolumen deutlich überstiegen. Spannend ist jetzt am 16. März der Start an der Frankfurter Börse und insbesondere die Kursentwicklung in den Wochen danach. Als Anleger sollte man folgende Fakten und Fundamentaldaten kennen.

Zum Börsengang

Zwar fällt der Börsengang der von Siemens (WKN:723610) abgespaltenen Tochter Siemens Healthineers (WKN:SHL100) kleiner aus als ursprünglich erwartet, aber dennoch war es ein voller Erfolg. Wie aus Finanzkreisen in der Vorwoche bereits zu hören war, war die Aktie schon mehr als doppelt überzeichnet, und die Preisspanne wurde jetzt zuletzt zwischen 27,50 und 28,50 Euro pro Aktie eingeengt.

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Die doch eher niedrige Preisspanne hängt sicherlich auch mit dem etwas wackeligen Börsenumfeld zusammen, nachdem Donald Trump Strafzölle verhängt hatte und auch die Wahl in Italien als kritische Komponente für das Börsengeschehen gesehen wurde. Insgesamt konnte Siemens also mit diesem Börsengang ca. 4 Mrd. Euro einnehmen.

Die Abgabe von nur 15 % der Aktien war sicherlich clever von Siemens-Chef Joe Kaeser, denn eine Absage des IPOs hätte für große Enttäuschung gesorgt. Bei dem relativ geringen Preis für die Healthineer-Aktie ist das Interesse entsprechend groß, und Siemens kann später weitere Aktien zu vermeintlich höheren Preisen verkaufen. Das Risiko der Verwässerung ist damit für Anleger dank des relativ geringen Einstiegspreises eher gering.

Das Geschäftsfeld der Healthineers

Healthineers ist in mehreren Segmenten der Medizintechnik weltweiter Marktführer, z. B. bei Magnetresonanztomographen (MRT) oder Computertomographen (CT). Dabei erwirtschaftete die Kernsparte zuletzt knapp 60 % des Jahresumsatzes von 13,8 Mrd. Euro und rund zwei Drittel des Nettogewinns von 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2017.

Sehr wichtig ist auch der Markt für Labordiagnostik, mit gut vier Mrd. Euro Umsatz der zweitgrößte Bereich. Hier allerdings hatte der Konzern mit sehr hartem Wettbewerb und Preiskämpfen zu tun, die zu deutlichen Gewinneinbußen führten.

Mit der neuen Labordiagnostik-Plattform Atellica versuchen die Healthineers jetzt, das Ruder herum zu reißen und die Marktführerschaft zu gewinnen. Und es sieht bisher sehr gut aus, denn bis Ende Januar wurden schon mehr als 110 Analysegeräte an Kunden ausgeliefert.

Und die neue Plattform hat es wirklich in sich, denn das System arbeitet bidirektional, ist sehr schnell und hoch variabel. In der klinischen Chemie geht es vor allem um Probendurchsatz und Verbrauchskosten, und hier spielt Atellica in der Champions League.

Verdient wird weniger mit dem Verkauf der Geräte selbst als vielmehr mit dem Verkauf der benötigten Reagenzien. Und hat ein Kunde sich für Atellica entschieden, muss er die Reagenzien von Healthineers kaufen. Neben ständigen Einnahmen aus diesem Verbrauchsmittel-Geschäft ist es zudem sehr gut plan- und vorhersagbar.

Der drittgrößte und sehr wachstumsstarke Bereich nennt sich Advanced Therapies und beinhaltet unter anderem Geräte zur Bildgebung bei gleichzeitig stattfindender minimal-invasiver Chirurgie. Ziel ist es hier, Technologien zu kombinieren, um insbesondere chirurgische Eingriffe sicherer, schneller, präziser und kostengünstiger zu machen.

Gründe für den Börsengang

Eine selbstständige Healthineers-Tochter ist wesentlich flexibler, anstatt integriert in einem unübersichtlichen Siemens-Großkonzern agieren zu müssen. Und das wird notwendig sein, denn gerade in der Medizintechnik versuchen sich schon große Hightech-Konzerne wie die Google-Mutter Alphabet (WKN:A14Y6F) dank Technologieführerschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) zu etablieren.

So haben z. B. Wissenschaftler der Stanford University einen von Google entwickelten lernfähigen Algorithmus genutzt, der geschaffen wurde, um tausende von Fotos bestimmten Kategorien zuzuordnen. Diesen haben sie mit 130.000 Bildern von verschiedensten gut- und bösartigen Hautveränderungen gefüttert, um den Algorithmus zu trainieren und damit Hautkrebs automatisch zu erkennen.

Entsprechend werden auch andere KI-Unternehmen an Algorithmen arbeiten, um beispielsweise Röntgenbilder automatisch auszuwerten oder Operationen vollautomatisch durch einen Roboter durchführen zu lassen. Hier muss Healthineers definitiv auf der Hut sein, die Entwicklungen nicht zu verpassen und stattdessen an der wissenschaftlichen Front dabei zu sein.

Die Börsennotiz wird Healthineers in die Lage versetzen, schnell auf neue Entwicklungen reagieren zu können und auch eigene Aktien für etwaige Übernahmen einzusetzen. So wird es möglich sein, schnell auf neue Entwicklungen gerade bei Digitalisierung und KI zu reagieren und die Marktführerschaft in den wichtigsten Segmenten zu behaupten.

Fazit

Die Aktie der Healthineers betrachte ich als sehr interessant auch aufgrund ihres relativ geringen Ausgabepreises. Zudem ist der Anteil wiederkehrender Umsätze durch Verbrauchsmittel und Serviceleistungen mit mehr als 55 % sehr hoch und damit gut planbar, so dass das ohnehin solide und von der allgemeinen Konjunktur relativ unabhängige Geschäft eher sicher ist.

Zudem ist es nicht unwahrscheinlich, dass Healthineers gute Chancen auf einen Einzug in den Leitindex Dax hat, was sich vermutlich auch positiv auf den Aktienkurs auswirken wird.

Ebenfalls erfreulich für Anleger wird die geplante Dividendenausschüttung sein, die nach Angaben des Unternehmens bei 50 – 60 % des Gewinns liegen soll.

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Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien).

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