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Evan Spiegel will in diesem Jahr profitabel werden

Quelle: Media Kit Snap Inc.

Snap (WKN:A2DLMS) -CEO Evan Spiegel hat für seine Mitarbeiter eine hohe Messlatte gelegt: ein profitables Jahr 2018.

Snap, das Unternehmen hinter der Social-Media- und Messaging-App Snapchat, verlor im vergangenen Jahr 720 Millionen US-Dollar an bereinigtem EBITDA. Das ist eine Steigerung des Verlusts gegenüber 2015 und 2016, als das Unternehmen 293 Millionen US-Dollar bzw. 459 Millionen US-Dollar verlor.

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Aber Spiegel schickte vor einigen Monaten eine Unternehmensmitteilung heraus, in der er sein Ziel umriss, im Jahr 2018 die Renditezone zu erreichen, so The Information. Natürlich sollten die Anleger inzwischen wissen, dass sie alles, was Spiegel sagt, nicht für bare Münze nehmen sollten.

Twitter (WKN:A1W6XZ) verwandelte einen Betriebsverlust von 367 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 in einen Betriebsgewinn von 39 Millionen US-Dollar im Jahr 2017 und erzielte im vierten Quartal einen GAAP-Gewinn.

Die Verluste von Snap sind doppelt so hoch und die Kostenstruktur ist nicht annähernd so wie die von Twitter. Aber das wird Spiegel nicht davon abhalten, Snap so schnell wie möglich profitabel zu machen.

Schlankheitskur im Handumdrehen

Snap hat bereits im September mit der Entlassung von Mitarbeitern begonnen. Zuerst wurden die Hardware- und Marketing-Teams für die Spectacles zusammengestrichen, die das Unternehmen im dritten Quartal abgechrieben hatte. Dann wurden die Personalmitarbeiter reduziert, da der Rekrutierungsbedarf abnahm.

Anfang dieses Monats hat Snap seine bisher größte Entlassungsrunde durchgeführt und dabei etwa 100 Ingenieure entlassen. Das Timing ist verdächtig, wenn man bedenkt, dass Snap gerade sein großes Snapchat-Redesign fertiggestellt hat, aber Spiegel glaubt, dass es noch Spielraum gibt, um die Engineering-Teams effizienter zu machen. Aber mit Entlassungen allein ist es bei Snap nicht getan, wie auch Alex Heath denkt, der Reporter, der die Geschichte über die jüngste Entlassungsrunde zuerst enthüllte.

Entlassungen waren ein wesentlicher Bestandteil der Renditesteigerung von Twitter. Das Unternehmen hat im Jahr 2017 seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing deutlich gesenkt, um die operative Marge zu verbessern.

Forschung und Entwicklung ist traditionell Snaps größter Betriebsaufwand, sodass ein schlankes Engineering-Team Snap helfen könnte, Geld zu sparen. Darüber hinaus wechselte Snap kürzlich zu einer Self-Service-Werbeplattform, was bedeutet, dass es die Anzahl der Werbetreibenden skalieren kann, die jeder seiner Marketingmitarbeiter betreut. Die Umstellung auf die Self-Service-Plattform hat aber auch zu einem deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Anzeigenpreise für Snap geführt.

Sicherlich gibt es bei Snap einen gewissen Leverage-Effekt und Spiegel scheint fest entschlossen zu sein, jedes noch so kleine Stückchen davon auszunutzen.

Spiegel kann nicht viel gegen die Herstellungskosten bei Snap unternehmen

Die Herstellungskosten sind die größte Herausforderung für Snap, die es in Bezug auf die Rendite zu bewältigen gilt. Im vergangenen Jahr machten die Herstellungskosten 87 % des Umsatzes aus. Es ist wirklich schwer, einen Gewinn zu machen, wenn man nur noch 13 % der Einnahmen für Betriebsausgaben übrig hat. Die Herstellungskosten von Snap verbessern sich mit einer Bruttomarge von 36 % im vierten Quartal dank saisonal starker Werbeeinnahmen. Zum Vergleich: Die Herstellungskosten von Twitter betrugen 35 % bzw. 30 % des Gesamtumsatzes für das Gesamtjahr bzw. das vierte Quartal.

Zusätzlich hat Snap einige große Ausgaben, die im Nirgendwo landen.

Besonders bemerkenswert ist, dass Snap zwei massive Verträge mit Cloud-Computing-Unternehmen abgeschlossen hat, die in den nächsten vier Jahren einen erhöhten Ausgabenbedarf mit sich bringen. Die Entscheidung, auf die Public Cloud zu setzen, sei ein Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern wie Twitter, die eigene Server und Rechenzentren aufbauen. Aber das ist sehr kurzfristiges Denken, da es viel schwieriger ist, Leverage zu zeigen, wenn man auf Nutzungsbasis bezahlt, selbst wenn man bessere Tarife aushandeln kann.

Snap sitzt auch auf Kosten für die Aufteilung der Einnahmen, die an die Produzenten ausgezahlt werden. Snap bewegt sich in Richtung eines eigenen Anzeigeninventars ‒ Inhalte auf der linken Seite der App ‒, was dazu beitragen könnte, die Ausgaben für die Umsatzbeteiligung als Prozentsatz des Umsatzes zu reduzieren. Das Unternehmen sagte, dass die Neugestaltung das Engagement in der Discover-Sektion erhöht, was die Kosten des eigenen Anzeigeninventars kompensieren könnte.

Hat Spiegel eine Zeitmaschine?

Es wäre eine Untertreibung, Spiegels Ziele als Überraschung zu bezeichnen. Wenn Snap 2018 profitabel wird, wäre es den Erwartungen der Wall Street etwa drei Jahre voraus. Snap kann die Kosten senken, aber das Unternehmen muss sich in erster Linie darauf konzentrieren, das Nutzerengagement und das Umsatzwachstum voranzutreiben, wenn es einen Jahresüberschuss ausweisen will.

Snap hat die Anleger in dieser Hinsicht bisher enttäuscht, da die Analysten die Erwartungen an das Umsatzwachstum des Unternehmens immer wieder nach unten korrigieren. Die Wall Street erwartet derzeit ein Umsatzwachstum von 60 % in diesem Jahr und 50 % im nächsten, da die Kosten sicherlich mit dem Umsatz steigen werden. Da sie hauptsächlich auf Herstellungskosten beruhen, funktioniert die Renditegleichung nicht, zumindest nicht in diesem Jahr.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Twitter.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 12.03.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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