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Warren Buffett und 13 Prinzipien für Berkshire Hathaway

Foto: The Motley Fool.

Nur wenige Investoren haben den Ruf, den Berkshire Hathaways (WKN:A0YJQ2) CEO Warren Buffett hat. Obwohl sich Berkshire zu einem der größten Konglomerate der Welt entwickelt hat, ist Buffett immer noch stolz auf die einfachen Regeln, die er im Umgang mit seinem Unternehmen und seinen Investoren befolgt.

Um die Aktionäre wissen zu lassen, was sie zu erwarten haben, wenn sie in Berkshire investieren, legte Buffett seine 13 Geschäftsprinzipien noch einmal in Berkshire Hathaways letztem Geschäftsbericht dar. Obwohl sie jetzt 35 Jahre alt sind, schätzt Buffett sie immer noch so sehr wie eh und je. Im Folgenden werden wir sie durchgehen, mit einigen kurzen Erklärungen, warum sie wichtig sind.

1. „Obwohl unsere Form unternehmerisch ist, ist unsere Einstellung partnerschaftlich.“

Buffett sieht die Berkshire-Aktionäre nicht als uninteressierte Investoren an, die dem Unternehmen nur ihr Geld überlassen. Stattdessen sieht er jeden Berkshire-Aktionär als einen, der Interesse an jedem einzelnen der Unternehmen unter dem Dach von Berkshire Hathaway hat. Dasselbe gilt für die börsennotierten Unternehmen, in die Berkshire investiert, wobei sich Buffett als Partner vieler führender Unternehmen in ihren jeweiligen Branchen versteht.

2. „Wir essen, was wir selbst gekocht haben.“

Es ist wichtig, die Interessen der Unternehmensführer mit den Interessen der außenstehenden Aktionäre in Einklang zu bringen, und Berkshire leistet dabei hervorragende Arbeit. Buffett hat 98 % seines Nettovermögens, Charlie Munger den Großteil des Vermögens seiner Familie in Berkshire-Aktien investiert. Auf diese Weise kann niemand sagen, dass für Buffett und Munger nicht genug auf dem Spiel stehen würde, um ihren Aktionären ein gutes Gefühl für ihr Engagement zu vermitteln.

3. „Wir messen uns am Fortschritt pro Aktie.“

Im Gegensatz zu manchen Unternehmen hat Berkshire Hathaway nicht das Ziel, ein Gigant in der Weltwirtschaft zu sein. Die bloße Größe ist wertlos, wenn sie auf Kosten der Performance pro Aktie geht. Buffett ist der Ansicht, dass Berkshire durch die Beibehaltung dieses Schwerpunkts in der Lage sein sollte, günstige Renditen zu erwirtschaften, selbst wenn das Handicap besteht, dass seine Kapitalbasis im Laufe der Jahre beträchtlich gewachsen ist.

4. „Direktinvestitionen sind am besten.“

Buffett merkt an, dass er es vorzieht, eine diversifizierte Gruppe von Unternehmen direkt und vollständig zu besitzen, um die Rendite zu maximieren. Als nächstbeste Option ist es akzeptabel, Teilbeteiligungen an solchen Unternehmen durch den Kauf von Stammaktien zu haben, und in der Praxis hat Berkshire auf eine Mischung dieser Strategien zurückgegriffen, um Kapital anzuhäufen.

5. „Das ausgewiesene Konzernergebnis kann relativ wenig über unsere tatsächliche wirtschaftliche Leistung aussagen.“

Buffett besitzt zu viele Unternehmen, als dass die Summe der Unternehmen die Gesamtleistung repräsentieren würde. In jedem Jahr kann eine schlecht gehende Beteiligung einen übermäßigen Einfluss auf Berkshire als Ganzes haben, auch wenn der Rest der Holding gut läuft. Es gibt keine Abkürzungen. Man muss sich schon die Infos zu allen ansehen.

6. „Buchhalterische Konsequenzen haben keinen Einfluss auf unsere Betriebs- oder Kapitalzuteilungsentscheidungen.“

Viele Investoren konzentrieren sich mehr auf den Cashflow als auf die zugrunde liegenden Gewinne, aber Buffett hat fast die gegenteilige Ansicht. Er schätzt die nicht ausgeschütteten Gewinne seiner Tochterunternehmen genauso hoch ein wie das, was an Berkshire ausgezahlt wird, denn er weiß, dass diese Unternehmen ihr eigenes Kapital gut einsetzen können. Buffetts Ansatz hat die Aktionäre belohnt und sollte dies auch weiterhin tun.

7. „Wir gehen sparsam mit Schulden um.“

Angesichts seines riesigen Finanzpolsters hat Berkshire Hathaway wenig Bedarf an konventionellen Schulden. Eine gezielte Verschuldung kann die Rendite steigern, aber es kann auch zu enormen Kapitalverlusten führen, von denen man sich nicht mehr erholen kann. Um es kurz zu machen: Du kannst ein Rennen nicht gewinnen, wenn du nicht ans Ziel kommst, und übermäßige Schulden können dich zur schlechtestmöglichen Zeit aus dem Spiel nehmen.

8. „Ein Wunschzettel wird nicht auf Kosten der Aktionäre ausgefüllt.“

Buffett hat keinen Größenwahn, was den Umfang seines Unternehmens angeht. Er wird keinen Deal machen, nur um Berkshire zu vergrößern. Stattdessen muss jedes Geschäft Berkshire besser machen, und zwar nicht nur insgesamt, sondern auch pro Aktie. Eine Verwässerung um der Unternehmensgröße willen ist nicht Buffetts Stil.

9. „Edle Absichten sollten regelmäßig mit den Ergebnissen verglichen werden.“

Buffett überprüft seine Performance gerne, indem er seine Buchwertgewinne mit den Renditen des S&P 500 auf einer fünfjährigen Basis vergleicht. Wenn der Anstieg des Buchwerts die Wertentwicklung des S&P 500 übertroffen hat, dann war Buffetts Entscheidung, Berkshires Gewinne zu behalten, klug. Wenn nicht, dann wäre die Zahlung einer Dividende wohl der bessere Schritt gewesen, aber das ist nichts, worüber Buffett je nachdenken musste.

10. „Wir werden Stammaktien nur dann ausgeben, wenn wir so viel an Geschäftswert erhalten, wie wir geben.“

Berkshire hat so viel Bargeld, dass die Idee einer nachträglichen Ausgabe von Aktien dumm ist. Doch selbst bei Deals zieht Buffett es vor, Bargeld zu verwenden, anstatt Aktien auszugeben. Die Verwendung von Aktien gibt nicht nur den aktuellen Wert der Aktien auf, sondern auch jeden zukünftigen Wert, den das Unternehmen generieren wird, und das ist nichts, was Buffett auf die leichte Schulter nimmt.

11. „Wir haben überhaupt kein Interesse daran, gute Geschäfte zu verkaufen, die Berkshire besitzt.“

Buffett gesteht ein, dass seine Buy-and-Hold-Philosophie manchmal schlecht für Berkshires finanzielle Leistung ist, aber er besteht darauf, dass der Verkauf guter Geschäfte es nicht um jeden Preis wert ist. Buffett hält sogar an ärmeren Unternehmen länger fest, als er es in einigen Fällen sollte, solange sie zumindest eine gewisse Cash-Rendite produzieren. Doch Buffett wirft dem schlechten Geld kein gutes nach und zieht es vor, die Unternehmen schmachten zu lassen, anstatt riesige Kapitalbeträge in Trendwendebemühungen zu investieren.

12. „Wir werden ehrlich zu Ihnen sein.“

Buffett ist bekannt für seine Offenheit und das zeigt sich sowohl in seinen Kommentaren als auch in den Jahresabschlüssen seiner Unternehmen. Buchhalterische Winkelzüge sind seiner nicht würdig und durch seine jährlichen Briefe, regelmäßigen Veröffentlichungen und gut besuchten Aktionärsversammlungen macht sich Buffett seinen Investoren zugänglich.

13. „Wir reden normalerweise nicht über unsere Anlageideen.“

Trotz dieser Offenheit weiß Buffett, dass es seinen Aktionären schaden kann, zu offen mit dem eigenen Wissen umzugehen. Das hindert das Orakel von Omaha nicht daran, allgemeine Weisheiten über Investitionen zu teilen, aber wenn es um bestimmte Investitionen oder Unternehmen geht, an denen er interessiert ist, zieht Buffett radikal Grenzen.

Diese 13 Prinzipien haben Warren Buffett über die Jahre hinweg gut gedient und selbst wenn er das Unternehmen einmal verlässt, können sich die Aktionäre von Berkshire darauf verlassen, dass sie noch viele Jahre auf sie zählen können. Der Tag, an dem Buffett oder seine Nachfolger diese Prinzipien aus den Augen verlieren, ist der Tag, an dem viele der längsten und treuesten Aktionäre des Unternehmens ihre Positionen in der Aktie aufgeben werden.

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 The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 02.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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