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BMW hat sich gerade mit dieser wenig bekannten Kryptowährung zusammengetan

Foto: The Motley Fool.

Vor rund neun Jahren trat Bitcoin das erste Mal in Erscheinung und stellte der Welt eine neue Art von Peer-to-Peer-Zahlungsplattform vor, die als Blockchain bekannt ist. Anstatt Transaktionen über traditionelle Bankennetzwerke abzuwickeln, versucht die Blockchain, Transaktionen zu vereinfachen, indem nur der Sender und der Empfänger von Geldern einbezogen werden. Seitdem ist die Blockchain zu einem wichtigen Feld für Innovationen und Partnerschaften geworden.

Die Blockchain-Innovation beflügelt Partnerschaften

Die Blockchain selbst zielt darauf ab, drei vermeintliche Probleme zu lösen, mit denen man es im heutigen Finanzsystem zu tun hat. Erstens handelt es sich um eine dezentrale Art der Kontoführung, die Transaktionsdaten auf Festplatten und Servern auf der ganzen Welt speichert. Der Verzicht auf eine zentrale Datendrehscheibe stellt sicher, dass keine einzelne Einheit jemals die Kontrolle über das Netzwerk erlangen kann, was es besonders gegen Hacker-Angriffe absichert.

Zweitens eliminiert die Blockchain, wie bereits erwähnt, die Notwendigkeit, auf Banken als Vermittler bei Transaktionen zurückzugreifen. Das bedeutet, dass weniger Gebühren gezahlt werden müssen, und könnte die Transaktionskosten senken.

Schließlich ist die Überprüfung von Transaktionen im Rahmen der Blockchain 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche möglich, was die Zeit, die für die Validierung und Abrechnung einer Zahlung nötig ist, drastisch verkürzen könnte. Während das heutige Bankensystem bis zu fünf Geschäftstage für eine grenzüberschreitende Zahlung benötigt, hat die Blockchain das Potenzial, dass das in Echtzeit oder in wenigen Sekunden zu machen.

Daher sind einige der größten Kryptowährungen bedeutende Partnerschaften eingegangen. Die Enterprise Ethereum Alliance, die weltweit etwa 200 Mitglieder hat, besteht aus Organisationen und Markenunternehmen aus einer Vielzahl von Branchen, die eine Version der Ethereum-Blockchain testen. Diese enthält intelligente Verträge – Protokolle, die die Verhandlung eines Vertrags überprüfen, erleichtern oder erzwingen – und die Unternehmen die Möglichkeit geben, rechtsverbindliche digitale Verträge an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Auch Ripple arbeitet mit einer wachsenden Zahl von Unternehmen zusammen. Die Blockchain von Ripple ist wohl eine der schnellsten überhaupt mit der angekündigten Fähigkeit, bis zu 1.500 Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten – und das alles für einen Bruchteil eines Cent an Gebühren. Ripple hat bereits fünf Markenpartner und nimmt regelmäßig neue Finanzinstitute in sein RippleNet auf.

Diese wenig bekannte Kryptowährung macht sich im Jahr 2018 einen Namen

Ab und zu taucht eine wenig bekannte Kryptowährung aus dem Schatten der großen Jungs (Bitcoin, Ethereum und Ripple) auf und schnappt sich einen spektakulären Partner. Genau das ist diese Woche mit VeChain passiert, das in „VeChain Thor“ umbenannt wird.

VeChain Thor ist ein Blockchain-as-a-Service-Unternehmen, das im Jahr 2018 wahrscheinlich die leistungsfähigste große Kryptowährung sein wird (1 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung oder höher). VeChain-Tokens sind seit Beginn des Jahres bis zum 26. Februar um 146 % gestiegen. Bis Anfang dieser Woche waren vor allem zwei Wachstums- bzw. Kurstreiber für diese beeindruckenden Zuwächse verantwortlich.

Erstens hat VeChain Thor eine Partnerschaft mit DNV GL, einem globalen Anbieter von Assurance-Dienstleistungen, geschlossen. Die Plattform von VeChain ist ein auf Transparenz ausgelegter Blockchain-Service, mit dem Lieferketten in Echtzeit überwacht werden können. Darüber hinaus kann es die in Produkte eingebettete Internet-of-Things-Technologie nutzen, um Großhändlern und Einzelhändlern die Möglichkeit zu geben, eine Qualitätskontrolle vorzunehmen.

Zweitens war VeChain Thor die erste Kryptowährung, die laut PwC einen Disaster Recovery Plan für Kryptowährungen (CDRP) hat. Dabei wurde im Wesentlichen eine Reihe von Bedrohungen für die Blockchain von VeChain Thor untersucht – basierend auf Wahrscheinlichkeit und Schwere eintretender Gefahren – und festgestellt, dass das Unternehmen über ausreichende Verfahren zum Schutz verfügt. Mit anderen Worten: Das Netzwerk von VeChain Thor erscheint sicher.

VeChain Thor gibt Gas

Die neueste Jubelbotschaft, mit der die VeChain Foundation am Montag aufwarten konnte, war die Nachricht, dass sie tatsächlich eine Partnerschaft mit dem deutschen Autogiganten BMW (WKN:519000) eingegangen ist.

Obwohl nicht allzu viele Details genannt wurden, da sich die Präsentation hauptsächlich auf das Rebranding von VeChain in VeChain Thor konzentrierte, das nun mit zwei einzigartigen virtuellen Währungen operieren wird, gibt es zwei offensichtliche Vorteile der Blockchain für BMW.
Zunächst sollte es die Transparenz der Blockchain BMW ermöglichen, die eigenen Produkte genauer zu verfolgen und Ineffizienzen zu reduzieren. Mit transparenten Lieferketten lassen sich Probleme viel schneller lokalisieren als über herkömmliche Papierwege.

Zweitens kann BMW die zusätzliche Transparenz der Blockchain zu seinem Vorteil nutzen. Vergessen wir nicht, dass Volkswagen (WKN:719000) im Jahr 2015 zugab, dass VW-Dieselautos, die in Amerika verkauft wurden, eine Software hatten, die darauf ausgelegt war, Emissionstests zu überlisten, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Auch Ford und General Motors hatten im Jahr 2014 unter einer Reihe von sicherheitsbedingten Rückrufaktionen zu leiden. Erst im vergangenen Jahr, beantragte der japanische Airbag-Hersteller Takata nach einer Vielzahl von Rückrufen Insolvenzschutz. In der Autoindustrie herrscht kein Mangel an Skandalen – und deshalb kann für BMW die Fähigkeit, den Verbrauchern mithilfe von VeChain Thors Blockchain einen detaillierten Blick auf den Entstehungsprozess seiner Fahrzeuge sowie seine Qualitätsprüfung zu gewähren, ein ernsthafter Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sein.

Ein paar Dinge, die wir beachten sollten

Natürlich ist BMW nicht der einzige Autohersteller, der sich in das Abenteuer Blockchain stürzt. Volkswagens Chief Digital Officer Johann Jungwirth trat im Januar in den Aufsichtsrat der IOTA Foundation ein. Die Gerüchte, dass IOTA und Volkswagen eine formelle Zusammenarbeit ankündigen könnten, haben sich seither schnell herumgesprochen. Man kann davon ausgehen, dass es bald einen lebendigen Wettbewerb im Bereich der Kooperationen von Automobilunternehmen mit Blockchain-Partnern geben wird.

Dies ist zwar eine wirklich spannende Nachricht für Blockchain-Fans und VeChain Thor-Tokenhalter, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass noch keine Markenunternehmen die Blockchain-Technologie im größeren Umfang übernommen haben. Dies bedeutet aber keineswegs, dass VeChain Thor nicht gerade etwas Erstaunliches tut, indem das Unternehmen BMW seine Blockchain-Plattform als Mittel zur Erhöhung der Transparenz und zur Reduzierung von Supply-Chain-Problemen anbietet. Klar ist, dass man davon ausgehen kann, dass BMW diese Integration nun zunehmend vorantreibt, wie es die meisten Unternehmen tun.

Dies wird ein entscheidendes Jahr für die Blockchain. Kann sie über kleine Projekte und Proof-of-Concept-Projekte hinaus in den Mainstream gehen? Die Antwort auf diese Frage wird wahrscheinlich darüber bestimmen, wie gut oder schlecht Kryptowährungen wie VeChain Thor in den kommenden Monaten und Jahren abschneiden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Ford aber keine der genanten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 01.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
Der Motley Fool besitzt Aktien von Ford und empfiehlt Ford, hat aber keine Position in den genannten Kryptowährungen.

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