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Geht der Höhenflug des Satellitenbauers OHB so weiter? Die Antworten …

Die OHB AG (WKN:593612) aus Bremen hat sich zu einem der führenden Satellitenhersteller und Raumfahrtsystem-Anbieter Deutschlands und Europas entwickelt. Kürzlich wurde weiter expandiert und mit der Vision, nachhaltiges Leben im Weltall zu ermöglichen sowie verwüstete Landschaften auf der Erde zu revitalisieren, eine Vorreiterrolle in Europa übernommen. Eine Vision ist gut, doch wie wird sich dies auf die weitere Entwicklung dieses spannenden Unternehmens auswirken?

Was macht die OHB?

Die OHB SE ist ein europaweit tätiges Technologie- und Raumfahrtunternehmen. Das Portfolio beinhaltet dabei Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette von Satellitenentwicklung, -bau und -betrieb, Datenübertragung und -verarbeitung sowie Entwicklung und Bau von wissenschaftlichen Nutzlasten und Luft- und Raumfahrt-Strukturen.

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Das Hauptgeschäftsfeld sind erdnahe und geostationäre Satelliten. Die bedeutendsten Projekte sind die Galileo-Navigationssatelliten, das Aufklärungssystem SARah, die MTG-Wettersatelliten, die Umweltsatelliten EnMAP, die Technologieerprobungsträger TET-1 oder auch die Telekommunikationssatelliten Hispasat H36W-1, ELECTRA und EDRS-C.

Zudem arbeitet die Gesellschaft unter anderem an Projekten für die Ausstattung und den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS, deren Forschungslabor Columbus und der Raumfrachter ATV maßgeblich mit aufgebaut wurden. Positioniert hat sich OHB auch als wichtiger Ausrüster im Bereich Luft- und Raumfahrt und gehört außerdem zu den größten deutschen Zulieferern des Ariane-5-Programms.

Konzepte und Systeme zur Erforschung des Sonnensystems bilden den Kernbereich der Explorationsaktivitäten von OHB. An der von der ESA (European Space Agency) geführten Mission ExoMars arbeitet OHB System ebenso intensiv mit wie an weiteren Studien zur Untersuchung und Erkundung von Mond, Mars, Jupiter und weiteren Himmelskörpern.

Erst langweilig – jetzt Highflyer

Von 2012 bis Ende 2016 dümpelte die Aktie immer in einer Spanne zwischen 10 und 20 Euro vor sich hin, bis 2017 dann der Turbo geschaltet wurde und sich die Aktie nun im Bereich von ca. 40 Euro bewegt.

Das warum ist dabei gar nicht so leicht erklärt, denn mit lange zurückliegenden Großaufträgen wie Galileo war die Zukunft schon immer recht gut planbar. Lange Zeit war die Aktie deshalb günstig zu haben und wurde erst recht spät von Investoren entdeckt.

Betrachtet man die Zahlen der letzten Jahre, so ergibt sich ein stabiles Bild mit allerdings stagnierendem Wachstum (siehe Tab. 1). Spannung versprechen daher die Zahlen für 2017. Firmenchef Marco Fuchs zeigt sich euphorisch nach Auftragseingängen über 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2017, die  8 weitere Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo von der ESA enthalten.

 Jahr 2016 2015 2014 2013 2012
Umsatz (Mio. Euro) 728,4 730,4 773 700,1 632,7
Nettogewinn (Mio. Euro) 22,2 21 25,7 19,4 14,8
Gewinn/Aktie 1,27 1,2 1,47 1,11 0,85
Dividende 0,4 0,4 0,37 0,37 0,37

Tab. 1 OHB Finanzzahlen (Quelle: Unternehmensberichte)

Highlight im Orderbuch des Jahres 2017 ist allerdings ein Vertrag für die Realisierung eines Satellitensystems zur weltweiten elektro-optischen Aufklärung. Auftraggeber ist die Bundesrepublik Deutschland mit einem Auftragsvolumen von ca.  400 Mio. Euro.

Für das Jahr 2017 rechnet Fuchs mit ca. 800 Mio. Euro Umsatz bei einem Gewinn vor Steuern von 44 Mio. Euro. Das wäre mal wieder ein schönes Umsatzplus, allerdings sieht die Gewinnmarge doch etwas mager aus.

Wie geht es weiter?

Für das Jahr 2018 rechnet Fuchs mit einem weiteren kräftigen Umsatzwachstum und erwartet ein Plus von ca. 25 % auf rund 1 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Steuern soll sich aber nur gering um etwa drei Mio. Euro auf dann 47 Mio. Euro erhöhen.

Eine Stärke der OHB ist sicherlich ihre Flexibilität und schnelle Anpassung an neue Anforderungen. So wurde kürzlich mit der Gründung der Blue Horizon Deutschland GmbH in den zukunftsträchtigen Bereich der Life Sciences investiert. Die Vision ist definiert: nachhaltiges Leben im Weltall zu ermöglichen sowie verwüstete Landschaften auf der Erde zu revitalisieren.

Bereits 2010 gelang es bei OHB, auf Mondgestein durch geeignete biologische Methoden höhere Pflanzen wachsen zu lassen. Diese angewendeten biologischen Techniken lassen sich genauso dafür einsetzen, auf der Erde Wüsten zu begrünen. Eine Kooperation mit Wissenschaftlern in China, die die Wüste der Inneren Mongolei begrünen wollen, ist in der Entstehung.

Ich persönlich mag an den Aktivitäten der OHB, dass sie nicht nur auf den Weltraum ausgerichtet sind, sondern oft auch direkt unser Leben auf der Erde beeinflussen können.

Dabei hat die OHB auch mehrere Aufträge für Studien erhalten, die z. B. die satellitengestützte Beobachtung von Wetterphänomenen im All beinhalten. Hochenergetische Partikel von der Sonne können nicht nur die sensible Elektronik von Satelliten beschädigen, sondern auch Telekommunikations- und Stromnetze auf der Erde beeinträchtigen. Deshalb planen ESA und NASA (National Aeronautics and Space Administration) eine Satellitenkonstellation zur Beobachtung der Sonne.

Fazit

Die OHB-Aktie hat sich seit Anfang 2017 sehr gut entwickelt, und die Umsatzentwicklung scheint ebenfalls vielversprechend zu sein. Aus meiner Sicht enttäuschend ist hingegen die schwache Gewinnmarge, die es deutlich zu verbessern gilt.

Die OHB hängt fast ausschließlich von der öffentlichen Hand ab, also beispielsweise von der ESA oder der BR Deutschland. Die Euphorie für die Raumfahrt kann sich gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten umkehren, sodass hier massiv an neuen Investitionen gespart werden könnte.

So lange es global wirtschaftlich gut läuft, wird es vermutlich auch der OHB gut gehen und weiteres Wachstum möglich sein. Bei Eintrübung der globalen Wirtschaftsleistung wird an Programmen für die Raumfahrt aber häufig mit als erstes gespart.

Grundsätzlich ist die OHB aber gut aufgestellt und bietet aus meiner Foolishen Sicht bei Rücksetzern sicherlich eine interessante Depotbeimischung.

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Stefan Graupner besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfehlt OHB.

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