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Facebook wird in naher Zukunft keine Krypto-Partnerschaft eingehen

Foto: Getty Images.

Facebook (WKN:A1JWVX), das größte soziale Netzwerk der Welt, hatte einen ziemlich heißen Monat. Am 31. Januar übertraf man die Erwartungen der Wall Street für das, wieder einmal, als man die Ergebnisse des vierten Quartals und den Jahresabschluss berichtete.

Im vierten Quartal und im Gesamtjahr stieg der Umsatz von Facebook um 48 % bzw. 49 %, während die operativen Erträge um 61 % bzw. 63 % zunahmen. Da die Absätze schneller wachsen als die Kosten, wachsen auch die Margen von Facebook weiter und übertreffen sogar die optimisitschsten Schätzungen der Wall Street.

Noch beeindruckender ist nur noch, dass Facebook das Jahr mit 2,13 Milliarden aktiven Nutzern pro Monat beendete, von denen 1,4 Milliarden täglich auf der Plattform aktiv waren. Im vierten Quartal wurden 89 % der Werbeeinnahmen über mobile Endgeräten erzielt, was einer Steigerung von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Facebook interagiert mit mehr Menschen als je zuvor, und angesichts der Tatsache, dass man vier der sieben meistbesuchten Websites und Apps besitzt – Facebook, WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram – wächst natürlich der Einflussbereich.

Facebook macht Schluss mit Werbung für Krypto

Das bedeutet natürlich auch, dass Facebook die Möglichkeit hat, aufkommende Ideen und Technologien, die nicht mit dem eigenen Wachstumsplan einhergehen, im Keim zu ersticken.

Am 30. Januar kündigte Facebook an, dass es alle Werbungen mit Bezug zu Krypto-Wärhungen verbieten würde, die alles und jedes, was mit Bitcoin zu tun hat, sowie ICOs, die wie Börsengänge sind, mit Ausnahme neuer virtueller Token. Rob Leathern, Produktmanagement-Vorstand bei Facebook, sagte: „Wir haben eine Richtlinie erstellt, die Anzeigen für Finanzprodukte und -dienstleistungen verbietet, die häufig mit irreführenden oder irreführenden Werbepraktiken in Verbindung gebracht werden. Darunter fallen für uns ICOs und Kryptowährungen.“ Das ist deutlich.

Das ist ein wichtiger Grund dafür, warum Bitcoin und die digitalen Währungen insgesamt Anfang Februar ziemlich in den Keller fuhren. Immerhin bietet Facebook ein Portal für mehr als 2,1 Milliarden Menschen jeden Monat und 1,4 Milliarden Menschen pro Tag. Angenommen man entscheidet sich dafür, alle vier der Assets irgendwann mit Anzeigen zu monetarisieren, dann sind das Milliarden von täglichen Kontakten, von der die Krypto-Währungsbranche nichts mitbekommt, die ja auf ständig neue Investitionen angewiesen ist.

Keine Krypto-Partnerschaft für Facebook

Und das war letzten Monat nicht alles.

Während der Jahreskonferenz von Upfront Ventures in Los Angeles in der ersten Februarwoche setzte sich David Marcus, Facebook’s Vice President of Messaging, zu einem Interview mit Julia Boorstin von CNBC zusammen und hat im Gespräch einer Krypto-Währungspartnerschaft oder eines Zahlungsdienstes in naher Zukunft eine Absage erteilt. Marcus sagte: „Zahlungen mit Krypto sind im Moment einfach sehr teuer und sehr langsam, also müssen die verschiedenen Gemeinschaften, die die verschiedenen Blockchains und verschiedene Assets betreiben, alle Probleme beheben, und wenn wir eines Tages dort einmal angelangt sind, werden wir vielleicht nochmal darüber nachdenken.“

Allerdings ist Marcus keineswegs gegen die Idee, den Messenger von Facebook als Zahlungsplattform zu nutzen. Er ermutigt aktiv seine rund 1,3 Milliarden Nutzer, den Service zum Bezahlen zu nutzen. Wie er Boorstin gegenüber sagte: „Wenn man jemanden bezahlen will, muss man immer erst ein Gespräch darüber führen… Payments ist wirklich in der Konversation richtig nützlich.“ Marcus war auch der Gründer einer Firma für mobile Zahlungen namens Zong, die im Juli 2011 an PayPal verkauft wurde. Er glaubt fest an die Nutzung von Social Media zum Zahlen und Überweisen–- er glaubt einfach nicht, dass Krypto-Währungen die Lösung sind.

Marcus‘ Kommentar folgt nur wenige Wochen auf Gerüchte um den Bitcoin-Rivalen Litecoin, bei denen es hieß, dass Facebook sich für eine Partnerschaft mit einer Krypto-Währung Ausschau interessieren könnte. Diese Gerüchte erwiesen sich als unbegründet.

Facebook ist zu Recht skeptisch: Krypto-Währungen sind entweder langsam oder noch unerprobt

Während virtuelle Währungs- und Blockchain-Enthusiasten mit der Anti-Krypto-Haltung von Facebook wahrscheinlich nicht einverstanden sind, hat der Social-Media-Riese Recht: Krypto-Währungen und ihre zugrunde liegenden Blockchains sind weitgehend ungetestet und/oder langsam.

Bitcoin, die weltweit größte virtuelle Währung nach Marktkapitalisierung und die, die von Händlern weltweit am häufigsten akzeptiert wird, ist im Vergleich zu vielen der Konkurrenten noch sehr langsam. Zwar ist es die meistgenutzte digitale Währung für Waren und Dienstleistungen, aber sein massives Open-Source-Netzwerk hat einen Konsens (d.h. 80 % Zustimmung von der Bitcoin-Gemeinschaft) fast unmöglich gemacht, wenn es um Software-Upgrades geht. Nicht in der Lage zu sein, das dringend benötigte Segregated Witness (auch bekannt als SegWit) Upgrade auf seine Blockchain zu implementieren, um die Kapazität zu erhöhen, die Transaktionsgebühren zu senken und die Verarbeitungsgeschwindigkeiten zu verbessern, hat die durchschnittlichen Transaktionsabwicklungszeiten über eine Stunde in die Höhe getrieben und die durchschnittliche Transaktionsgebühr auf 28 Dollar raufkatapultiert. Das sind fast so viel wie wie bei einer Banküberweisung.

Am anderen Ende des Spektrums stehen weniger bekannte Krypto-Währungen mit wesentlich schnelleren Zahlungsabwicklungszeiten und praktisch keiner realen Prüfung. Kein Unternehmen – insbesondere von der Größe von Facebook – wird blockchainbasierten Zahlungen vertrauen, ohne zuvor gezeigt zu haben, dass diese Technologie auf Hunderte von Millionen oder Milliarden von Nutzern skalierbar ist. Bei einigen Krypto-Währungen haben diese Skalierungstests die Verarbeitungsgeschwindigkeiten des Netzwerks verschlechtert.

Obwohl Facebook einer Partnerschaft mit Krypto-Währungen in der Zukunft keine komplette Absage erteilt hat, könnten die Chancen für eine Partnerschaft bei Zahlungen mit Bitcoin, Litecoin oder anderen virtuellen Währungen in naher Zukunft gleich Null sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von PayPal und Facebook.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 23.2.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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