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Snap sieht die Abhängigkeit von Amazon und Google als Vorteil

Quelle: Media Kit Snap Inc.

Snap (WKN:A2DLMS) ist mit großer Wahrscheinlichkeit Googles größter Cloud-Kunde. Alphabet (WKN:A14Y6F) gab bekannt, Google Cloud über 1 Milliarde Dollar an Einnahmen pro Quartal bringe. Snap zahlte davon etwa 10 % davon im Q4. Man gab insgesamt131 Millionen Dollar für Google Cloud und Amazon.coms (WKN:906866) Amazon Web Services aus.

Das unterscheidet sich deutlich von anderen großen Social Media- und digitalen Werbeplattformen wie Facebook (WKN:A14Y6F), die ihre Plattform auf eigenen Servern hosten. Die Idee ist, dass die Vorlaufkosten den langfristigen finanziellen Gewinn wert sind. Schließlich hat sich Snap verpflichtet, bis 2021 3 Milliarden Dollar bei Google und Amazon auszugeben, was nicht gerade wenig ist.

Aber Snaps CEO Evan Spiegel sagt, dass es Vorteile gibt, wenn man sein Hosting auslagert. „Für uns gibt es dort natürlich enorme Kostenvorteile“, sagte er auf einer Investorenkonferenz vor kurzem. „Darüber hinaus gibt es auch eine Menge Vorteile in Bezug auf die Zeit, Aufmerksamkeit und technische Exzellenz, damit wir anderen Dingen widmen können, die wir außerhalb der Aufrechterhaltung des Betriebs unserer Server einsetzen können. Wenn wir also mal zurückschauen und fragen, warum wir wirklich sehr schnell handeln können, dann hat die Cloud dabei eine sehr wichtige Rolle gespielt.“

Die Fähigkeit zur schnellen Exekution ist für Snap von entscheidender Bedeutung, um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein.

Snaps Wettbewerbsvorteil

In Snaps Mitteilung vor dem Börsengang im vergangenen Jahr merkte das Management an: „In einer Welt, in der jeder sofort Produkte vertreiben und kostenlos zur Verfügung stellen kann, ist der beste Weg, um konkurrenzfähig zu sein, die innovativsten Produkte zu entwickeln.“

Mit anderen Worten: Snap setzt auf die Fähigkeit, neue Kommunikations- und Distributionsformen zu entwickeln und diese so schnell wie möglich an möglichst viele Benutzer heranzutragen. Zu diesem Zweck sind Google und Amazon enorm nützlich, insbesondere für neue Produktfeatures wie Discover, Snap Maps oder Kontextkarten, die eine signifikante Steigerung der Rechenleistung und des Datenverbrauchs erfordern.

Snap kann einfach auf einen Knopf klicken und erhält die volle Rechenleistung, die man braucht. Es ist also nicht nötig, Tausende von Servern auf der ganzen Welt wie Facebook zu betreiben.

Facebook warnt Investoren immer wieder davor, Cash in Investitionen zu investieren. Finanzvorstand Dave Wehner warnte Analysten während seines Gewinnaufrufs für das vierte Quartal, dass Facebook seine Investitionen im Jahr 2018 mehr als verdoppeln wird: rauf einen Wert zwischen 14 und 15 Milliarden Dollar.

Billig ist es aber trotzdem nicht

Dank der Auslagerung von Arbeits- und Kapitalausgaben an Google und Amazon kann Snap somit ohne riesige Investitionen und ohne zu viel Overhead für die Beschäftigung von Systemadministratoren für seine Server auskommen.

Allerdings zahlt Snap für diese Flexibilität. Und zwar 131 Millionen Dollar an Google und Amazon allein im vierten Quartal, und diese Zahl wird weiter steigen, wenn Snapchat mehr Benutzer und neue Funktionen hinzufügt.

Statt einer Investition, die sich für Snap im Laufe der Zeit amortisieren kann, werden die Verträge von Snap mit Google und Amazon in den Kosten der verkauften Produkte jedes Quartal ausgewiesen. Obwohl die Einnahmen von Snap in diesem Jahr die Hosting-Kosten übertrafen, ist die Bruttomarge nach wie vor stark beeinträchtigt. Selbst im saisonal starken vierten Quartal beliefen sich die Hosting-Kosten auf 46 % des Umsatzes. Dieser Prozentsatz dürfte in der ersten Hälfte dieses Jahres noch steigen.

Wenn Spiegel von einem „offensichtlichen“ Kostenvorteil bei der Zusammenarbeit mit Google und Amazon spricht, bin ich nicht ganz davon überzeugt. Vielleicht gibt es kurzfristig erhebliche Vorteile, aber wenn Snapchat weiter wächst, könnten die 3 Milliarden Dollar in Hosting-Verträgen schnell zu einer unguten Verbindlichkeit werden anstatt zu einem Vorteil.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook, Amazon und Alphabet.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 19.2.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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