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Intel gibt zu, dass seine 10-Nano-Technologie der Konkurrenz hinterhinkt

Foto: Getty Images

Der Chip-Riese Intel (WKN:855681) verbrachte im vergangenen Jahr beträchtlich viel Zeit damit, den Investoren klar zu machen, dass das Unternehmen eine bedeutende Führungsposition in der Chip-Herstellungstechnologie innehätte. Intel behauptete, dass seine kommende 10-Nanometer-Technologie die doppelte Transistordichte bieten könne, die die 10-Nanometer-Technologien anderer Chiphersteller aufweisen.

Während Intels Behauptung wahrscheinlich wahr ist, ist die Realität, dass konkurrierende 10-Nanometer-Technologien Ende 2016 oder Anfang 2017 in Produktion gingen, während Intels eigene 10-Nanometer-Technologie noch nicht zur Herstellung verkaufsfähiger Produkte verwendet wird. Die enorme Verzögerung bei der Massenproduktion von Intels 10-nm-Technologie bedeutete, dass Intels Vergleiche bedeutungslos waren — Intels 10-nm-Technologie wird nicht mit den 10-nm-Technologien der Konkurrenz konkurrieren, sondern mit ihren kommenden 7-Nanometer-Technologien.

Auf der vor Kurzem stattgefundenen International Solid State Circuits Conference (ISSCC) gab ein Ingenieur von Intel scheinbar zu, was die Marketingabteilung von Intel nicht tun würde: dass Intels 10-nm-Technologie in einem entscheidenden Bereich hinter konkurrierenden 7-nm-Technologien hinterherhinkt.

Verlust des Vorsprungs bei der Dichte

Die meisten Computerprozessoren enthalten eine Art extrem schnellen Speicher, den sogenannten SRAM. Da SRAMs gängige Strukturen sind, ist ein einfacher Weg, die relativen Dichten von Chip-Herstellungstechnologien zu vergleichen, den Bereich zu betrachten, den eine SRAM-Bit-Zelle einnimmt. Nun können SRAM-Bit-Zellen aus einer unterschiedlichen Anzahl von Transistoren bestehen (Transistoren sind die Grundbausteine eines Chips), sodass für einen solchen Vergleich die SRAM-Bit-Zellen aus der gleichen Anzahl von Transistoren bestehen müssen.

Laut Intel misst eine SRAM-Bit-Zelle mit sechs Transistoren, die in ihrer 10-nm-Technologie implementiert ist, 0,0312 Quadratmikrometer. Konkurrierende SRAM-Bit-Zellen mit sechs Transistoren, die in 7-nm-Technologien implementiert sind, messen bei Samsung (WKN:881823) 0,026 Quadratmikrometer, bei Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (WKN:909800) 0,0272 Quadratmikrometer und bei GlobalFoundries 0,0269 Quadratmikrometer.

Während die 7-nm-Technologien der anderen drei Unternehmen in Bezug auf die Größe der SRAM-Bit-Zellen mit sechs Transistoren nah beieinander liegen, bleibt Intels 10-Nanometer erbärmlich dahinter zurück.

Einem Artikel der EE Times zufolge gab der weiter oben erwähnte Intel-Ingenieur zu, dass Intels Technologie „innerhalb von 15 Prozent der kleinsten berichteten 7-nm-Zelle lag“.

Wenn man bedenkt, dass Intel routinemäßig behauptet hat, der Konkurrenz in Sachen Transistordichte deutlich voraus zu sein, dann ist das ein echtes Armutszeugnis.

Was bedeutet das für die Investoren?

Letztendlich ist Intels Verlust des Vorsprungs bei der Dichte in der Chip-Herstellungstechnologie (zumindest was die SRAM-Bit-Zellendichte betrifft) nur ein weiteres Zeichen dafür, dass diese Sparte des Unternehmens einfach nicht gut arbeitet.

Geringfügige Unterschiede in der Größe der SRAM-Bit-Zellen werden die Wettbewerbssituation nicht grundlegend verändern, aber der Trend, den wir sehen, könnte es durchaus sein.

Intels Produktionsverzögerungen haben zu Verzögerungen (und in einigen Fällen zu Stornierungen) wichtiger Produkte geführt, die die Wettbewerbsposition des Unternehmens beeinträchtigt haben. Darüber hinaus scheinen diese Verzögerungen in der Fertigungstechnologie Intel allein zu beeinflussen — TSMC und Samsung haben im Laufe der Jahre ihre Veröffentlichungstermine für die Fertigungstechnologie konsequent eingehalten, und es sieht langsam sogar so aus, als ob GlobalFoundries (das bisher unzuverlässig war) seinen Laden in Ordnung bringt.

Zusätzlich zu den Verzögerungen scheint es, als ob Intels Fertigungstechnologien weniger wettbewerbsfähig sind, als sie es in der Vergangenheit waren — zweifellos aufgrund der erheblichen Verzögerungen. Intel scheint den Vorsprung in der Dichte verloren zu haben (was wichtig ist, um die Chip-Größen wettbewerbsfähig zu halten). Wenn das Unternehmen nicht vorsichtig ist, könnte Intel jeglichen Vorsprung verlieren, den es bei der Fertigungstechnologie und der Energieeffizienz haben könnte.

An diesem Punkt denke ich, dass Intel eine Entscheidung zu treffen hat: legt sich die Sparte mächtig ins Zeug und versucht, seine Ausführung drastisch zu verbessern, oder schließt das Unternehmen diesen Bereich einfach und lagert die Chipproduktion an scheinbar fähigere Chiphersteller aus?

Das Problem bei ersterem besteht darin, dass im Falle eines Misserfolgs Intels Wettbewerbsposition weiteren Schaden erleiden könne (da Intels Konkurrenten bei der Chipherstellung auf TSMC, Samsung und GlobalFoundries angewiesen sind), was sich negativ auf die Geschäftsentwicklung über viele Jahre auswirken könnte.

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The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von Ashraf Eassa auf Englisch verfasst und am 19.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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