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Drei Münchener Aktien, die dein Kapital in 10 Jahren mehr als verzehnfacht haben

Ich bin ein Münchner Kindl. Als jemand, der in der Isarmetropole aufgewachsen ist und immer mal wieder in der Heimat zu Besuch ist, fällt mir natürlich auf, dass München eine geschäftige Stadt ist.

Die Stadt boomt, die Wirtschaft wächst und DAX-Schwergewichte wie BMWSiemens und die Münchener Rück fühlen sich in München pudelwohl. Deshalb habe ich mich schon öfter gefragt, ob die Stadt ähnlich wie das Silicon Valley nicht vielleicht auch ein Nährboden für schnell wachsende Unternehmen ist, die frühe Investoren reich machen.

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Und siehe da, selbst eine kurze Recherche bringt einige Börsenerfolge hervor. Die Aktien von Wirecard (WKN:747206), Aurelius (WKN:A0JK2A) und ProSiebenSat.1 Media (WKN:PSM777) konnten ihren Wert in jeweils circa zehn Jahren mindestens verzehnfachen.

Vielleicht sollten Investoren sich öfter mal Gedanken machen, welche Städte und Regionen die besten Unternehmen hervorbringen, anstatt sich an Ländergrenzen zu orientieren. Werfen wir deshalb mal einen Blick auf die unglaublichen Renditen der drei genannten Aktien von Münchener Unternehmen, und wieso besonders in der bayerischen Landeshauptstadt solche Erfolge zu vermelden sind.

Wirecard: Vorsprung durch Technik

Vorsprung durch Technik ist eigentlich das offizielle Motto von Audi, passt aber ebenso gut zu Wirecard. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Aschheim bei München und ist vor allem auf Zahlungsabwicklung sowie Issuing spezialisiert und hat damit großen Erfolg.

Mit diesen Feldern ist Wirecard vor allem in den technologisch anspruchsvollen Bereichen der Finanzbranche tätig. Um hier Erfolg zu haben, ist es auf die hochkarätigen Informatiker angewiesen, die an den Münchener Hochschulen ausgebildet werden. Für deren Qualität spricht beispielsweise, dass erst vor wenigen Tagen Alphabet zu einem wichtigen strategischen Partner der TU München wurde.

Die Nähe zu vielen anderen Unternehmen, die man als Partner gewinnen will, sowie die hervorragenden Zug- und Flugverbindungen Münchens helfen außerdem sicherlich bei der deutschlandweiten und globalen Expansion.

Vor zehn Jahren gab es die Aktie für circa 9 Euro zu kaufen, aktuell schwankt der Wert um die 100 Euro. Das massive Wachstum von Wirecard hat Aktionäre auch massiv belohnt.

Aurelius: Die geniale Kombination von Private Equity und Talent

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius hat ihre Zentrale in der südlich von München gelegenen, wohlhabenden Gemeinde Grünwald. Dort wird unter der Unternehmensführung des Gründers Dirk Markus beeindruckendes operatives Talent gesammelt.

Man würde meinen, dass Frankfurt die deutsche Hauptstadt des Private Equity ist, aber eigentlich spricht man diese Position eher München zu. Das heißt, dass sich bei Aurelius viele Talente sammeln, die bereits an anderer Stelle an ihren Fähigkeiten gefeilt haben. Begleitende Dienstleistungen wie Bankendienstleistungen und Rechtsberatung bekommt man in München auf einem hohen Niveau.

Somit waren an dem gewählten Standort die Vorraussetzungen gut, um das Beste aus Aurelius Restrukturierungsfähigkeiten herauszuholen. In den letzten zehn Jahren konnten viele operative Erfolge erreicht werden, und Anleger haben immens davon profitiert. Wer vor exakt zehn Jahren bei Aurelius eingestiegen ist, konnte sein Geld nicht ganz verzehnfachen, da die Aktie im Februar 2008 circa 9 Euro wert war und aktuell (21.02.2018) circa 58 Euro wert ist. Für eine Verzehnfachung hätte man die Aktie im Juli 2008 kaufen müssen, als es sie für circa 5 Euro zu kaufen gab.

Bei dieser Rechnung wurden aber die ausgezahlten Dividenden noch nicht berücksichtigt. Allein die Ausschüttungen von 2015 bis einschließlich 2018 summieren sich auf 13,45 Euro je Aktie.

ProSiebenSat.1 Media: Pudelwohl in der Medienmetropole

Seitdem Berlin zu einer wichtigen Medienstadt geworden ist, konzentriert sich die Branche nicht mehr ganz so stark auf München wie früher, aber die Isarmetropole bleibt von großer Bedeutung. Deswegen war München, genau genommen Unterföhring, auch ein guter Standort für ProSiebenSat.1, um seine Neuorientierung voranzutreiben.

Vielleicht war München sogar die bessere Wahl. Denn München hat schon lange eine Stärke im Technologiebereich, und ProSiebenSat.1 erwirbt laufend Tech-Beteiligungen wie etwa Maxdome, die es dann über seine Fernsehkanäle massiv bewirbt. Insofern hat der Standort München sicherlich eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung des Geschäfts gespielt.

Der Münchener Medienkonzern konnte in den letzten Jahren einerseits das strukturell eher schwache Kerngeschäft relativ stabil halten, sowie in neue, ergänzende Initiativen investieren. Die Börse hat das gedankt, allerdings war für wirklich hervorragende Renditen perfektes Timing nötig. Die Aktie gab es im März 2009 für circa 1 Euro und kostet aktuell mehr als 30 Euro.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien). The Motley Fool empfiehlt BMW.

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