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Celgenes zukünftiges Wachstum könnte vom Testlauf eines Konkurrenten in diesem Quartal abhängen

Foto: Getty Images.

Arena Pharmaceuticals (WKN:A2DR4A) plant, die Phase-2-Ergebnisse von Etrasimod in diesem Quartal zu veröffentlichen. Die Investoren von Celgene (WKN:881244) sollten gut aufpassen, denn Etrasimod wirkt ähnlich wie das Multiple-Sklerose-Medikament Ozanimod, das eines der am sehnlichsten erwarteten Medikamente von Celgene darstellt. Wird Arena Pharmaceuticals Celgene übertreffen?

Wie sieht’s aus?

Nachdem Celgene die wohl besten Studienergebnisse in der Mittelklasse bei Multipler Sklerose geliefert hatte, zahlte Celgene im Jahr 2015 7,2 Milliarden US-Dollar, um das selektive S1P-Rezeptor-modulierende Medikament Ozanimod in die Hände zu bekommen.

In den Phase-2-Studien trug Ozanimod nicht nur dazu bei, Rückfälle von MS zu reduzieren, sondern wies auch keine der Sicherheitsbedenken auf, die üblicherweise mit Gilenya — dem ersten und einzigen S1P-Modulator, den die FDA zugelassen hat — verbunden sind.

Da Gilenya über 3,2 Milliarden US-Dollar an jährlichem Umsatz generiert und Ozanimod wohl besser ist, schätzen die Industriebeobachter, dass Ozanimod Spitzenumsätze in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar erzielen wird.

Letztes Jahr wurden diese Blockbuster-Vorhersagen verstärkt, als die Ergebnisse der Phase-3-Studie von Ozanimod die Ergebnisse der mittleren Phase untermauerten. Celgene hat seither die FDA-Zulassung von Ozanimod für MS beantragt. Eine Entscheidung der Aufsichtsbehörden ist für später in diesem Jahr geplant.

Der kommerzielle Erfolg von Ozanimod hängt jedoch etwas davon ab, ob es sich um die beste Behandlungsmethode handelt. Laut Arena Pharmaceuticals ist dies möglicherweise nicht der Fall. Wenn es um S1P geht, kann Etrasimod sogar noch selektiver als Ozanimod sein, und das könnte bedeuten, dass Etrasimod weniger Sicherheitsrisiken verursacht.

Der Körper hat fünf S1P-Rezeptoren. Im Januar präsentierte Arena Pharmaceuticals den Investoren Daten, die zeigen, dass unerwünschte kardiale und pulmonale Vorfälle für diese Medikamentenklasse das Ergebnis der Interaktion mit S1PR2 und S1PR3 sein könnten. Gilenya, der erste S1P-Modulator, ist nicht selektiv und interagiert daher sowohl über S1PR2 als auch über S1PR3. Ozanimod ist selektiver als Gilenya, interagiert aber immer noch mit S1PR2.

Ozanimods Interaktion mit S1PR2 könnte der Grund dafür sein, dass es einen Rückgang von Herzinfarkten bei den Patienten gab, die ihre erste Dosis in Phase-1-Studien erhalten hatten. Zur Erinnerung: Auf Gilenyas Packungsbeilange fordert man die Überwachung der Patienten nach der ersten Dosis, da das Risiko einer Herzfrequenzabsenkung besteht. Die Phase-2- und Phase-3-Studien von Ozanimod ergaben kein ähnliches Sicherheitsproblem, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass die Phase-1-Daten dazu geführt haben, dass Ozanimod in diesen Studien titriert wurde.

Im Gegensatz zu Gilenya und Ozanimod interagiert Etrasimod weder mit S1PR2 noch S1PR3, und die Dosierung musste in der Phase-2-Studie, basierend auf den Ergebnissen der Phase 1, nicht bestimmt werden.

Was kommt als nächstes?

Die Daten der Phase-2-Studien von Etrasimod in diesem Quartal liegen bei Patienten mit Colitis ulcerosa vor, sodass die Gefahr besteht, dass sich zwar die Möglichkeiten von Ozanimod erweitern, nicht aber die Verwendung bei MS.

Wenn Ozanimod die FDA-Zulassung erhält, sollte der Sicherheitsvorteil des Medikaments es ermöglichen, einen Großteil des Marktanteils von Gilenya zu gewinnen. Ozanimod könnte sich auch den Marktanteil anderer oraler MS-Medikamente sichern, einschließlich des Anteils von 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr von Tecfidera. Wenn das gelingt, dann hat Ozanimod Blockbuster-Potenzial — unabhängig von den Ergebnissen der Phase 2 von Etrasimod.

Das heißt, eine Ozanimod-Phase-3-Studie für Colitis ulcerosa ist bereits im Gange, und sollte noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Wenn die Colitis-ulcerosa-Studie von Etrasimod erfolgreich ist, dann könnten Zweifel an dem Potenzial von Ozanimod aufkommen. Wenn diese Zweifel die Anleger veranlassen, ihre Ozanimod-Spitzenumsatzprognosen zu überdenken, könnte dies die Aktie von Celgene in Mitleidenschaft ziehen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Celgene.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 14.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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