MENU

Wer hat 2017 die Cloud Wars gewonnen?

Foto: Getty Images

Cloud Computing ist eines der größten Themen der heutigen Zeit. Die exakten Ergebnisse liegen noch nicht vor. Laut Gartner ist jedoch zu erwarten, dass der gesamte Cloud-Markt im Jahr 2017 um 18,5 Prozent auf 260 Milliarden US-Dollar gewachsen ist. Diese Zahl umfasst mehrere Teilsektoren, wie Infrastruktur, Plattform, Software, Geschäftsprozesse, Sicherheit und Advertising as a Service.

Die am schnellsten wachsende Kategorie ist Infrastructure as a Service (IaaS), die es Unternehmen ermöglicht, Speicher- und Computerfunktionen auszulagern. Die Unternehmen bezahlen dabei nur die tatsächlich genutzten Kapazitäten, anstatt eigene Rechenzentren zu bauen. Schätzungen zufolge ist dieser Markt im Jahr 2017 um 36,6 % gewachsen, was einer Verdoppelung des gesamten Cloud-Marktes auf rund 35 Milliarden US-Dollar entspricht. Es gibt nur eine Handvoll Unternehmen, die über die finanziellen und technischen Ressourcen verfügen, um ein Cloud-Infrastrukturgeschäft zu skalieren. Dazu gehören Amazon (WKN:906866), Microsoft (WKN:870747) und Google (WKN:A14Y6H). Schauen wir uns an, wie es diesen Unternehmen im Krieg der Cloud-Plattformen 2017 erging.

Amazon

Amazon leistete mit Cloud Computing Pionierarbeit, was dem Unternehmen einen mehrjährigen Vorsprung verschaffte, da sich andere Technologie-Giganten nur langsam daran gewagt haben. Deshalb führt Amazon den IaaS-Marktanteil mit 44 % deutlich an. Weit abgeschlagen auf Platz 2: Microsoft mit 7,1 %.

Im Jahr 2017 wuchs Amazon Web Services (AWS) um beeindruckende 43 % auf 17,5 Milliarden US-Dollar. Obwohl dieser Zuwachs hauptsächlich im Segment Infrastruktur stattfand, hat der Erfolg von AWS es Amazon ermöglicht, auch andere Plattform- und Softwareprodukte auf den Markt zu bringen. So stellte Amazon auf dem re:Invent Summit im November mehrere Innovationen vor, darunter eine künstliche Intelligenz namens SageMaker als Service-Plattform und ein Betriebssystem für das Internet der Dinge namens FreeRTOS.

Das Unternehmen baute seine Präsenz im Bereich Rechenzentrum im letzten Quartal auf die Regionen Frankreich und China aus. Damit erreicht AWS 18 Regionen, die in 52 Zonen unterteilt sind. Für 2018 plant das Unternehmen, zwölf weitere Zonen in vier Regionen zu eröffnen.

Microsoft

Microsoft hat mit großem Abstand hinter Amazon schätzungsweise 7,1 % IaaS-Marktanteil. Im letzten Quartal konnte das Unternehmen den Umsatz mit „Commercial Cloud“ um 56 % steigern. Natürlich umfasst die kommerzielle Cloud auch Microsofts dominante Software Office 365 und Dynamics 365. Microsoft weist seinen Azure-Infrastrukturdienst nicht separat aus, sondern meldete eine Wachstumsrate von 98 %. Noch erfreulicher für Microsoft: Die Premium-Dienste von Azure sind zum 14. Mal in Folge (quartalsweise betrachtet) um einen dreistelligen Prozentsatz gewachsen. Microsoft wächst aus einer viel kleineren Basis heraus als Amazon, dennoch sind die Erfolge beeindruckend.

Microsoft profitiert wahrscheinlich von handelsnahen Unternehmen, die AWS nicht nutzen wollen. So hat beispielsweise Walmart (WKN:860853), Amazon größter E-Commerce-Rivale, im Juni einige seiner Anbieter aufgefordert, AWS nicht zu verwenden.

Microsoft hat tatsächlich die meisten Cloud-Regionen in der Branche – zu den 36 bestehenden sollen in Kürze sechs weitere hinzukommen. Das Unternehmen hat zudem im September die Bauarbeiten an seinem superschnellen und sicheren Unterwasserkabel namens Marea abgeschlossen, das die USA und Europa verbindet. Es ist davon auszugehen, dass sich der Cloud-Bereich des Unternehmens auch in diesem Jahr weiter gut entwickeln wird.

Google

Google ist laut Gartner mit einem Marktanteil von nur 2,3 % das drittplatzierte US-Unternehmen für Cloud-Infrastruktur. Google investiert aggressiv und hat den Bau von drei verschiedenen Unterwasserkabeln angekündigt, um seine 15 Regionen und 44 Zonen auf der ganzen Welt besser miteinander zu verbinden. Wie Microsoft weist Google die Cloud-Einnahmen nicht separat aus, sondern ordnet sie in die Kategorie „Google Other“ ein, zu der auch der App Store Google Play und die Hardware-Abteilung von Google gehören. Dieses Segment wuchs im vierten Quartal um 37,7 % auf fast 4,7 Milliarden US-Dollar.

Google steht nur an dritter Stelle, jedoch hat das Management die „Wolke“ in letzter Zeit aktiv vorangetrieben: Die meisten der mehr als 2000 Neueinstellungen im vierten Quartal betrafen das Cloud-Segment, sowohl auf der technischen als auch auf der Vertriebsseite. CEO Sundar Pichai verkündete, dass Google Cloud – umfassend die Infrastruktur und die Software G Suite Cloud – 1 Milliarde US-Dollar pro Quartal erreicht hatte. Er stellte zudem fest, dass Google nach Angaben von Drittanbietern im Jahr 2017 der am schnellsten wachsende Public-Cloud-Anbieter war.

Darüber hinaus schloss das Unternehmen neue Partnerschaften mit den IT-Unternehmen Salesforce.com, Cisco und SAP und baute damit seine Geschäftsbeziehungen weiter aus. Obwohl technisch erfolgreich, war Google in der Abteilung für Unternehmensbeziehungen hinter Amazon und Microsoft zurückgeblieben, aber das könnte sich ändern. Auf der letzten Telefonkonferenz sagte Pichai: „… In den letzten zwei Jahren haben wir uns viel Mühe gegeben, um sicherzustellen, dass wir bereit sind. So können wir jetzt jede Art von Unternehmen, jede Art von regulatorischer Komplexität, Sicherheitskomplexität und so weiter handhaben.“

Ihr seid alle Gewinner!

Im Sport gibt es meist klare Gewinner und Verlierer – im Geschäftsleben ist das nicht immer so. Mit einem riesigen Markt und einer begrenzten Anzahl von Konnkurrenten können alle Beteiligten Gewinner sein. 2017 war für alle drei Unternehmen erfolgreich.

Machst auch du diese 3 fatalen Fehler in der Geldanlage?

Diese 3 typischen Fehler in der Geldanlage können jedes Jahr viele Tausend Euro kosten. Viele Anleger machen sie, ohne es selbst zu wissen. Dabei ist es ganz einfach, diese Fehler zu umgehen! In dieser brandneuen Sonderstudie verraten dir die Top Analysten des globalen Motley Fool Teams, um welche Fehler es sich handelt und wie du sie leicht vermeiden kannst. Klicke hier für den kostenlosen Download zu diesem Report.

John Mackey, CEO von Whole Foods Market, eines Tochterunternehmens von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Eigentum von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Amazon. The Motley Fool empfiehlt Cisco Systems, Gartner und Salesforce.com.

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein  auf Englisch verfasst und am 12.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool

Ich würde gerne E-Mails von euch zu Produktinformationen und –angeboten von The Fool und seinen Geschäftspartnern erhalten. Jede dieser E-Mail wird einen Link zum Abbestellen zukünftiger E-Mails beinhalten. Mehr Informationen dazu, wie The Fool persönliche Daten sammelt, speichert und handhabt finden sich in den Datenschutzhinweisen von The Fool.