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5 Dinge vom Management von Gilead Sciences, die die Investoren wissen sollten

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial

Die Ergebnisse von Gilead Sciences (WKN:885823) für das vierte Quartal, die am Dienstag bekannt gegeben wurden, erzählten eine bekannte Geschichte. Die Verkäufe von Hepatitis-C(HCV)-Medikamenten gingen weiter stark zurück, was zu einem Rückgang des Gesamtumsatzes und der Gewinne führte. Der Gesamtumsatz mit den HIV-Medikamenten konnte jedoch erneut gesteigert werden, und Gilead erwirtschaftete einen beeindruckenden Cashflow.

Die vierteljährliche Telefonkonferenz des Unternehmens, die am Dienstagabend stattfand, lieferte, wie so oft, weitere interessante Details. Hier sind fünf Dinge, die das Management von Gilead in der Telefonkonferenz mitteilte, die du wissen solltest. (Alle Zitate stammen von der Abschrift von Motley Fool der Telefonkonferenz zum viertel Quartal)

1. Bictegravir/F/TAF

Es ist nicht verwunderlich, dass John Milligan, CEO von Gilead, sagte, das Unternehmen sei „sehr bestrebt, Bictegravir/F/TAF auf den Markt zu bringen“. Das Biotech sollte nicht lange warten müssen. Eine Entscheidung der FDA wird am Montag, den 12. Februar, erwartet. Eine Zulassung für die HIV-Kombinationstherapie ist sehr wahrscheinlich. Robin Washington, CFO von Gilead, sagte, dass sich das Unternehmen vor allem aufgrund der erwarteten Markteinführung von Bictegravir/F/TAF als „Wachstumsunternehmen“ versteht.

In der Telefonkonferenz wurde jedoch die Frage nach der Möglichkeit gestellt, dass GlaxoSmithKline (WKN:940610) den Preis seiner HIV-Medikamente Tivicay und Triumeq senken könnte, um zu verhindern, dass Gileads neue Kombo signifikante Marktanteile gewinnt. Milligan antwortete, dass Preissenkungen in der Vergangenheit kein Thema im HIV-Markt waren, aber er bestätigte, dass Gilead nicht weiß, was GlaxoSmithKline und sein Viiv-Healthcare Spin-off tun könnten.

2. Viele Unsicherheiten bei der Prognose für 2018

Gilead stellte für das Gesamtjahr 2018 eine Umsatzprognose von 20 bis 21 Milliarden US-Dollar. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Variablen, die das zumindest ein wenig unsicher erscheinen lassen.

Washington sagte, dass der Ausblick des Unternehmens „einer Reihe von Unsicherheiten unterworfen ist“. Sie hat eine Liste von Faktoren genannt, die die Einnahmen im Jahr 2018 begrenzen könnten. Oben auf der Liste standen die Annahmen über den Marktanteil von HCV, die Genauigkeit der Schätzungen für HCV-Patienten und der unvorhergesehene Preisdruck von Seiten der Kostenträger und Konkurrenten auf dem HCV-Markt. Washington erwähnte auch mögliche Probleme durch generische Konkurrenz für die älteren TDF-basierten HIV-Medikamente des Unternehmens und für das pulmonale Bluthochdruckmedikament Letairis.

3. HCV-Marktdynamik stabilisiert sich

Obwohl Gilead sich bei einigen seiner HCV-bezogenen Annahmen nicht sicher sein kann, stellte Milligan fest, dass sich „die Marktdynamik bei HCV stabilisiert“. Nach der Einführung von Mavyret durch AbbVie im Jahr 2017 sieht Gilead keine neuen Konkurrenten mehr kommen.

Milligan und Washington sagten, dass das Unternehmen erwartet, dass die Anzahl von HCV-Patienten weiter sinken wird, jedoch langsamer als in der Vergangenheit. Gilead geht davon aus, dass sich der Marktanteil von HCV bis Mitte 2018 stabilisieren wird. Zusätzlich sagte Milligan, dass die HCV-Einnahmen des Unternehmens „ein vorhersehbareres, wenn auch kleineres Stück der Finanzen von [Gilead] sein sollten“. Er fügte später hinzu, dass „nach Jahren, in denen man sich gegen rückläufige HCV-Einnahmen absichern muss, es sehr schön ist, auf der anderen Seite zu stehen und über die positiven Trends in der Zukunft sprechen“.

4. Mehrere potenzielle Umsatztreiber auf dem Weg

Während die bisherige Performance der Gilead-Aktie in diesem Jahr bereits deutlich besser ist als 2017, hat das Unternehmen mehrere potenzielle Umsatztreiber im Ärmel, die den Aktienkurs noch weiter nach oben treiben könnten. Am größten ist die erwartete Markteinführung von Bictegravir/F/TAF.

Darüber hinaus erwartet Gilead, dass wichtige Pipeline-Updates im Jahr 2018 veröffentlicht werden. Norbert Bischofberger, Chief Scientific Officer von Gilead, stellte fest, dass die Ergebnisse einer späten Studie, die Filgotinib zur Behandlung von rheumatoider Arthritis evaluiert, in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet werden. Eine Phase-2-Studie mit Andecaliximab in Kombination mit Opdivo zur gezielten Behandlung von Magenkrebs sollte im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Gilead rechnet auch damit, dass die Daten aus der Zuma-1-Studie für das CAR-T-Medikament Yescarta zur Behandlung des refraktären großen B-Zell-Lymphoms im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden.

Weitere Umsatztreiber sollen 2019 folgen. Bischofberger teilte mit, dass die Ergebnisse einer Studie von Descovy zur HIV-Prävention im nächsten Jahr vorliegen sollen. Mit Spannung erwartete Ergebnisse aus Studien im Spätstadium des ASK1-Inhibitors selonsertib bei der Behandlung von nicht-alkoholischer Steatohepatitis sollten ebenfalls 2019 bekannt gegeben werden. Wenn diese positiv sein sollten, werden diese Ergebnisse für die Einreichung eines Zulassungsantrags für das Medikament verwendet.

5. Großes Interesse am Gen Editing

Gilead erwarb Kite Pharma und Cell Design Labs im Jahr 2017. Milligan erklärte, dass man „offen für unseren Wunsch war, unsere Pipeline durch Übernahmen und Partnerschaften mit anderen Unternehmen zu erweitern“. Er erwähnte ausdrücklich Gen Editing als Interessengebiet.

Bei der Diskussion über Gileads Bemühungen, Zelltherapien für die Behandlung solider Tumore zu entwickeln, fügte Bischofberger hinzu: „Eines fehlt: Gen Editing.” Er sagte, dass Gilead „mit Unternehmen spricht“ und „mehr Kooperationen in diesem Raum eingehen wird“.

Unverkennbarer Optimismus

Im November sagte John Milligan voraus, dass 2018 für Gilead „der Beginn einer Wachstumsphase“ sein könnte. Auch wenn die Prognose der Biotech-Unternehmensgruppe nicht darauf hindeutet, dass Gilead in diesem Jahr tatsächlich wieder zu einem Umsatz- oder Ergebniswachstum zurückkehren wird, so gab es doch einen unverkennbaren Optimismus in den Äußerungen des Managements.

Milligan ist der Meinung, dass „der größte Teil des Überhangs an rückläufigen HCV-Einnahmen“ in Zukunft beseitigt werden sollte. Er sagte, dass man sich dann auf die positiven Aspekte der TAF-basierten HIV-Therapien (einschließlich Genvoya und der Bictegravir/F/TAF-Kombination) und das langfristige Wachstum von Yescarta, Selonsertib und Filgotinib konzentrieren werde. Gilead hat die Trendwende noch nicht geschafft, aber es ist klar, dass die Führungskräfte der Meinung sind, dass es nicht darum geht, ob, sondern wann es passieren wird.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Kevin Speights auf Englisch verfasst und wurde am 07.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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