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AMD erzielt ersten Gewinn seit 2011

Foto: NVIDIA.

Von 2012 bis 2016 machte Advanced Micro Devices (WKN:863186), der Wettbewerber von Intel (WKN:855681) auf dem CPU-Markt und NVIDIA (WKN:918422) auf dem GPU-Markt, kumulierte Verluste von insgesamt 2,8 Milliarden US-Dollar. Das letzte Mal, dass das Unternehmen einen Jahresgewinn erwirtschaftete, war im Jahr 2011. Damals gab es eine dreijährige Periode der Rentabilität, der noch größere Verluste vorausgingen.

Mit dem Bericht zum vierten Quartal in der vergangenen Woche schreibt das Unternehmen offiziell wieder schwarze Zahlen. AMD erwirtschaftete einen Nettogewinn von 43 Millionen US-Dollar für das Jahr, was mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar mehr als 2016 ist. Der Umsatz stieg um 25 % auf 5,33 Milliarden US-Dollar dank einer Vielzahl neuer Produkteinführungen und einer helfenden Hand von der anhaltenden, aber möglicherweise zusammenbrechenden Kryptowährungsblase.

Eine Dreiergruppe neuer Produkte

AMD konnte im vergangenen Jahr den Umsatz um 25 % steigern, da es bis 2017 in keinem seiner Kernmärkte so wettbewerbsfähig war. Im CPU-Markt war die Bulldozer-Architektur der Vorgängergeneration ein absolutes Desaster mit einem massiven Leistungsdefizit im Vergleich zu Intel-Chips. Seit der Markteinführung der ersten Bulldozer-Chips im Jahr 2011 war AMD auch auf dem PC-CPU-Markt zu einem festen Bestandteil geworden, und seine Präsenz auf dem Server-CPU-Markt war im Wesentlichen verschwunden.

Mit der Einführung der Ryzen-PC-CPUs und der EPYC-Server-CPUs im vergangenen Jahr ist AMD nun in einer weitaus besseren Position. Diese Chips sind allerdings mit Kompromissen verbunden, und AMD ist in Bezug auf die Single-Thread-Performance immer noch hinter Intel. Aber es ist nicht zu leugnen, dass AMD in beiden Märkten wieder präsent ist.

Was die GPUs angeht, so begann NVIDIA ab 2014 im Markt die Führung zu übernehmen, insbesondere im High-End-Bereich. AMD hatte keine Antwort auf NVIDIAs 900er- oder 1000er-Grafikprozessoren, bis im August letzten Jahres der Vega auf den Markt kam. Vega markiert AMDs Rückkehr in den High-End-Grafikbereich. Leider war Vega kein besonders tolles Produkt.

Die neuen Grafikkarten von AMD sind jedoch dank der Nachfrage von Kryptowährungsminen aus dem Regal geflogen. CEO Lisa Su schätzte, dass ein Drittel des sequentiellen Umsatzwachstums im Kernsegment Computing und Graphik des Unternehmens auf Kryptowährungen zurückzuführen ist.

Su lieferte keine harten Zahlen darüber hinaus, und es ist schwierig, kryptowährungsbezogene Einnahmen zu ermitteln, da Gamer und Kryptowährungsminen über dieselben Kanäle Grafikkarten kaufen. Aber es ist klar, dass ein beträchtlicher Teil des Wachstums von AMD an die Kryptowährung gebunden ist.

AMDs beste langfristige Wachstumschance sind die EPYC-Server-CPUs. EPYC kam im Jahr 2017 auf den Markt, aber bisher hatte es keinen großen Einfluss auf AMDs Finanzkennzahlen. Die EPYC-Umsätze sind in AMDs Enterprise-, Embedded- und Semi-Custom-Segment enthalten. Die Umsätze in diesem Segment blieben 2017 unverändert, wobei rückläufige Umsätze mit kundenspezifischen Spielkonsolenchips durch die Einführung von EPYC kompensiert wurden. Das Wachstum dürfte sich in diesem Jahr beschleunigen, da AMD mehr Aufträge von Server-OEMs und Cloud-Computing-Unternehmen erhält.

Was kommt als nächstes für AMD?

AMD wird diese Produkteinführungen ab Ende des ersten Quartals beginnen. Die ersten Ryzen-Chips waren im März verfügbar, während der Rest des Line-Ups in den folgenden Monaten auf den Markt kam. EPYC startete im Juni, und AMDs zwei Vega-basierte Grafikkarten kamen im August auf den Markt.

Ryzen wird im zweiten Quartal ein Update erhalten, obwohl die Leistungsverbesserungen bescheiden ausfallen werden, da es sich nicht um eine vollständige architektonische Überarbeitung handelt. Das wird 2019 kommen, mit Chips, die auf der kommenden Zen-2-Architektur basieren.

Es wird erwartet, dass der Umsatz im ersten Quartal bei 1,55 Milliarden US-Dollar liegen wird, was einer Steigerung von 32 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wenn AMD mit der Markteinführung seiner Produkte beginnt, könnte sich diese Wachstumsrate verlangsamen. Wenn die Kryptowährungsblase platzt und die Nachfrage nach Grafikkarten mit sich in den Abgrund reißt, könnte sich das Wachstum verlangsamen.

AMDs Turnaround ist in vollem Gange, aber das bedeutet nicht, dass die Aktie ein Gewinner sein wird. Basierend auf dem dramatischen Anstieg des Aktienkurses im Jahr 2016 wird AMD derzeit auf etwa 12 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Hunderterbereich, unter Verwendung des GAAP-Gewinns. Das Ergebnis kann und wird von hier aus weiter wachsen. Aber selbst unter Verwendung der durchschnittlichen Analystenschätzung für das bereinigte Ergebnis 2019 liegt das erwartete KGV immer noch bei etwa 23. Eine Menge Gewinnwachstum ist also bereits in die Aktie eingepreist.

2018 sollte ein gutes Jahr für AMD werden, aber es gibt keine Garantie, dass es ein gutes Jahr für die Aktie wird.

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The Motley  Fool besitzt und empfiehlt NVIDIA.

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und wurde am 05.1.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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