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Ölaktien: 3 mutige Prognosen für 2018

Wie so viele, die den Markt verfolgen und analysieren, verpacke ich meine Analyse aktueller Trends gerne in Vorhersagen über die künftigen Entwicklungen. In den letzten zwei Jahren habe ich einige ziemlich kühne Vorhersagen für den Ölmarkt skizziert. In beiden Fällen lag ich richtig, mit einer weiteren bin ich nahe dran gewesen. Was ich daraus gelernt habe, ist, dass ich die Makrotrends richtig verstanden habe und nahe dran war, den Ölpreis vorherzusagen, aber ich sollte die M&A-Deals besser berücksichtigen.

Das veranlasst mich dazu, meinen Ansatz in diesem Jahr zu verfeinern, indem ich mich auf die Makro- und Ölpreisentwicklung konzentriere, die ich am erfolgreichsten vorhergesagt habe, ohne dabei Fusionen und Übernahmen zu vernachlässigen. Vor diesem Hintergrund sind hier meine drei kühnen Prognosen für den Ölmarkt in diesem Jahr.

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Die OPEC profitiert von höheren Ölpreisen und beschließt, weiter zusammenzuarbeiten

Ende 2016 schloss sich die OPEC mit mehreren Nichtmitgliedsstaaten zusammen, um ab Januar 2017 für sechs Monate die Ölproduktion um 1,8 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Die Partner verlängerten diese Vereinbarung einige Monate später und einigten sich kürzlich darauf, den Plan für das gesamte Jahr 2018 beizubehalten. Während es eine Weile gedauert hat, bis die Strategie gegriffen hat, ist der Ölpreis in den letzten Monaten rasant gestiegen.

WTI ROHÖL-SPOTPREIS. DATEN: Y-CHARTS

Angesichts des starken Preisanstiegs von Rohöl glauben einige Analysten, dass die OPEC den Vertrag vorzeitig beenden könnte, was zu einer Steigerung der produzierten Ölmenge im Laufe dieses Jahres führen würde. Aber anstatt zu überlegen, wie man aus diesem Geschäft aussteigen könnte, denken in jüngster Zeit führende Ölkonzerne offensichtlich über eine fortgesetzte Zusammenarbeit nach.

„Wir sollten unsere Bemühungen nicht auf 2018 beschränken“, sagte der saudische Ölfunktionär Khalid al-Falih Anfang Januar gegenüber der Presse. „Wir müssen über einen längeren Rahmen für die Zusammenarbeit reden.“ Russland scheint zuzustimmen, dass „die beiden größten Erdöl produzierenden und exportierenden Länder der Welt ihre Zusammenarbeit zum Wohle der Stabilität in der Rohölindustrie fortsetzen können“, so Energieminister Alexander Novak.

Ich denke, dass die OPEC und Nicht-Mitgliedsstaaten, wie Russland, nach einigen schwierigen Jahren so lange wie möglich von den höheren Ölpreisen profitieren wollen. Deshalb wage ich die Prognose, dass diese Gruppen ihre Zusammenarbeit bis 2019 verlängern wird. Auch wenn der Erfolg vielleicht nicht mit der gleichen Geschwindigkeit wie bisher zu erwarten ist, werden die Mitglieder das, was gut funktioniert, nicht beenden.

Die Ölfirmen gehen auf Einkaufstour, aber nicht auf das, was du erwarten würdest.

Der rapide Anstieg der Ölpreise in den letzten Monaten war ein Segen für die US-amerikanischen Ölbohrer. Viele hatten ihre Kosten bereits gesenkt, so dass sie gut mit 50 US-Dollar pro Barrel arbeiten könnten. Da Öl jetzt aber wieder bei über 60 US-Dollar steht, fangen diese Unternehmen an, jede Menge Cashflow zu produzieren.

Viele Analysten gehen davon aus, dass die Investitionen dafür sorgen werden, den Output zu steigern. Das scheint aber in den meisten Fällen nicht der Plan zu sein. Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass die Ölkonzerne beabsichtigen, an ihrer Strategie festzuhalten, innerhalb des Cashflows zu investieren, den sie in diesem Jahr bei etwa 50 US-Dollar/Barrel erwirtschaften können. Das heißt, die meisten werden jede Menge freien Cashflow produzieren. Zum Beispiel wird Anadarko Petroleum (WKN:871766) bei einem Preis von 50 US-Dollar pro Barrel genügend Cashflow generieren, um in den nächsten drei Jahren das auszugeben, was notwendig ist, um seine Ölproduktion um 10 % bis 14 % jährlich zu steigern. Bei 60 US-Dollar/Barrel könnte diese Wachstumsrate erzielt und ungefähr 1 Milliarde US-Dollar an freiem Cashflow pro Jahr erzeugt werden. Während Anadarko dieses Geld in mehr Ölquellen investieren könnte, schaut es ganz danach aus, dass das Unternehmen wahrscheinlich das Geld durch eine höhere Dividende und zusätzliche Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben will.

Anadarko steht mit dieser Idee nicht alleine da, denn eine wachsende Zahl von US-Ölkonzernen hat ebenfalls beschlossen, überschüssiges Geld über Rückkäufe an die Aktionäre zurückzugeben. Ich glaube, dass sich dieser Trend 2018 verstärken wird, und dass stärkere Ölkonzerne den Großteil ihrer finanziellen Mittel dafür nutzen werden, Aktien zurückzukaufen.

Rohöl übertrifft Erwartungen und erreicht 80 US-Dollar pro Barrel

Die meisten Analysten sind der Meinung, dass die Ölpreise zu schnell hochgeschossen sind. Die Internationale Energieagentur beispielsweise geht nicht davon aus, dass 2018 ein glückliches Ölpreis-Jahr werden wird, da ihrer Einschätzung nach die Ölpreise in der ersten Jahreshälfte sogar sinken werden. Die U.S. Energy Information Administration prognostiziert, dass der Ölpreis in diesem Jahr im mittleren 50er Bereich liegen wird. Die treibende Kraft hinter diesen Vorhersagen ist die Meinung, die US-Ölproduzenten würden ihre Bohrbemühungen verstärken und den Markt fluten, was die Ölpreise drücken könnte.

Wie ich jedoch in meiner letzten Vorhersage bemerkte, glaube ich nicht, dass dies passieren wird. Der Ölmarkt dürfte daher auch in diesem Jahr sein Gleichgewicht halten, bis eine unerwartete Versorgungsunterbrechung die Preise in die Höhe treibt Obwohl man hier nur Mutmaßungen anstellen kann,  was der Kurstreiber sein wird, erwarte ich, dass der Ölpreis in diesem Jahr auf bis zu 80 US-Dollar/Barrel steigen wird.

Raketentreibstoff für Ölaktien

Wenn ich recht habe, könnte dieses Jahr ein hervorragendes Jahr für Ölaktien werden. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass steigende Ölpreise den Produzenten einen Schwall an frischem Cashflow verschaffen werden, den sie dann zum Rückkauf von Aktien nutzen werden. Wenn das passiert, werden die Aktienkurse in die Höhe schnellen. Anadarko hat es ja vorgemacht,  seit im September die Rückkaufpläne enthüllt wurden und das zu einem Anstieg der Aktie um 35 % führte. Genau das könnte den Mitstreitern passieren, wenn sie es genauso machen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 4.2.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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