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Tesla-Quartalsbericht: Was die Investoren beachten sollten

Bildquelle: Flickr Motley Fool

Nächste Woche wird der Elektroauto-Hersteller Tesla (WKN:A1CX3T) ins Rampenlicht rücken, wenn er die Ergebnisse des vierten Quartals meldet. Der Quartalsbericht kommt zu einem für das Unternehmen wichtigen Zeitpunkt, nach einer Zeit der Rekordlieferungen von Model S und Model X und vor dem erwarteten Hochlauf der Produktion des Model 3.

Damit die Investoren Teslas Geschäft und seine Fortschritte bei den aggressiven Produktionszielen des Managements beurteilen können, werden die Investoren die Finanzzahlen für das laufende Quartal, alle Nachrichten über die Produktion des Model 3 und die Prognosen für das Wachstum der Fahrzeugauslieferungen prüfen wollen.

Erwarte ein Umsatzwachstum und einen größeren Verlust

Für Tesla’s viertes Quartal können die Investoren mit Sicherheit zwei Dinge erwarten: Der Umsatz wird in die Höhe schnellen und der Gewinn wird sinken.

Der Umsatzanstieg kommt von Rekord-Fahrzeugverkäufen in Q4. Ohne Berücksichtigung von 1.550 Auslieferungen des Model 3 während des Quartals stiegen die Fahrzeugauslieferungen im Jahresvergleich um 27 %. Einschließlich der Auslieferungen des Model 3 stiegen die Fahrzeugauslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 34 %.

 

DATENQUELLE: TESLA QUARTALSBERICHTE UND VIERTELJÄHRLICHE FAHRZEUGAUSLIEFERUNGEN. TABELLE: AUTOR.

Rechnet man Teslas schnell wachsenden Umsatz mit Energiespeichersystemen hinzu, so ist im vierten Quartal mit einem Umsatzwachstum von etwa 40 % bis 45 % gegenüber dem Vorjahr zu rechnen.

Die Aussichten für die Rendite von Tesla sind dagegen nicht gerade günstig. Höhere Produktionskosten pro Einheit, dank der kostspieligen Produktion des Model 3, treiben die Rohertragsmarge des Automobilherstellers nach unten. Dieser Trend wurde im dritten Quartal deutlich, als Teslas Non-GAAP-Bruttomarge im Automobilbereich im Jahresvergleich um mehr als 600 Basispunkte auf 18,7 % zurückging.

„Die Bruttomarge ging vor allem wegen eines signifikanten Anstiegs der Herstellungskosten für das Model 3 zurück, um das begrenzte Anfangsniveau der Produktion zu unterstützen“, sagte Tesla.

Es ist nicht überraschend, dass der Non-GAAP-Gewinn pro Aktie im dritten Quartal von einem Gewinn von 0,71 US-Dollar im Vorjahresquartal auf einen Non-GAAP-Verlust pro Aktie von 2,92 US-Dollar im dritten Quartal 2017 sank.

Für Tesla’s viertes Quartal wird die Bruttomarge im Automobilbereich sogar auf etwa 15 % sinken, bevor sie sich im ersten Quartal wieder erholt, prognostiziert das Management im Aktionärsbrief für das dritte Quartal. Da die Produktion des Model 3 jedoch hinter den Zielen von Tesla zurückbleibt, im Ausblick veröffentlicht wurden, könnte das die Rendite sogar noch schlimmer in Mitleidenschaft ziehen, als diese Prognose vermuten lässt.

Tesla wird wahrscheinlich einen Non-GAAP-Verlust pro Aktie von 3,00 bis 3,70 US-Dollar melden — viel schlimmer als der Verlust von 0,69 US-Dollar pro Aktie im Vorjahr.

Natürlich sollten die Investoren auf den Ausblick des Managements achten, dass sich die Rendite wieder verbessern wird.

Über den Hochlauf der Produktion

Damit Tesla 2018 seine Rendite wieder erhöhen kann, muss es damit beginnen, seine aggressiven Versprechen für die Produktion von Model 3 einzuhalten.

Bislang haben die Investoren wenig Grund zur Freude, wenn es um die Produktionserhöhung des neuen Fahrzeugs geht. Tesla hat seine kurzfristigen Ziele zweimal angedeutet. Ursprünglich wurde erwartet, dass das Unternehmen 2017 mit einer wöchentlichen Produktionsrate von 5.000 Einheiten pro Woche beenden wird. Dieses Ziel verschob sich dann aber bis zum Ende des ersten Quartals und schließlich zum Ende des zweiten Quartals.

Glücklicherweise sagt Tesla jetzt, dass es mit seinen zuletzt überarbeiteten Produktionszielen für das Fahrzeug auf Kurs ist, eine Produktionsrate von ca. 2.500 Stück pro Woche bis zum Ende des ersten Quartals und eine Wochenrate von 5.000 Stück bis zum Ende des zweiten Quartals zu erreichen. Jetzt muss das Management aber noch bestätigen, dass es diese Ziele auch erreichen wird.

Die Anleger sollten sich auch Gedanken darüber machen, welche Erwartungen das Management für Model S-, X- und 3-Lieferungen im ersten Quartal und darüber hinaus hat. Obwohl Tesla im vierten Quartal Rekordzahlen der Modelle S und X auslieferte, sagte das Management, dass die Gesamtproduktion von Model S und X im vierten Quartal niedriger war, da das Unternehmen einige seiner Fertigungsmitarbeiter auf die Produktion von Model 3 umverteilte. Das bedeutet, dass die Auslieferungen der Modelle S und X im ersten Quartal voraussichtlich leicht zurückgehen werden. Aber die Investoren sollten darauf achten, dass ein Einbruch bei den Lieferungen von Model S und X nur vorübergehend ist.

Natürlich sollte jede Prognose für die Model-3-Lieferungen im ersten Quartal und darüber hinaus eine steil ansteigende Produktionskurve widerspiegeln. Tesla hat gesagt, dass man das vierte Quartal mit etwas mehr als 1000 Einheiten des Model 3 pro Woche beendet habe. Bis zum Ende des ersten Quartals möchte das Unternehmen 2500 Einheiten pro Woche herstellen. Daher sollten die Investoren vom Management Auslieferungszahlen für Q1 von 13 bis 15 000 Einheiten erwarten.

Tesla meldet seine Ergebnisse für das vierte Quartal nach Börsenschluss am Mittwoch, den 7. Februar.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und am 29.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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