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4 Dinge aus dem enttäuschenden vierten Quartal von Ford

Foto: The Motley Fool.

Als Ford Motor (WKN:502391) am Dienstag die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt gab und die Investoren wissen ließ, dass das Unternehmen auch den Ausblick für 2018 senken würde, verlor die Aktie abrupt 7 % ihres Wertes — und es war nicht hilfreich, dass der Konkurrent General Motors (WKN:A1C9CM) verkündete, dass man Rekordergebnisse und eine Prognose für ein ebenso starkes 2018 liefern würde. Am Donnerstag veröffentlichte Ford die Gesamtergebnisse und die Aktie fiel weitere 3 %. Es gibt ein paar wichtige Dinge, die erklärt werden müssen, also fangen wir an.

Vorsteuerergebnisse vs. Reingewinn

Zuerst sehen wir uns einige der grundlegenden Zahlen sowie den feinen Unterschied zwischen Fords Vorsteuergewinn und dem Reingewinn an. Der Umsatz von Ford stieg im vierten Quartal um 7 % — ein solides Ergebnis, das durch das höhere Großhandelsvolumen angetrieben wurde. Aufgrund der höheren Rohstoffkosten und der erhöhten Anreize konnte sich dieser solide Umsatzzuwachs aber nicht auf das Endergebnis auswirken. Der bereinigte Gewinn vor Steuern lag um 19 % niedriger, bei 1,7 Milliarden US-Dollar.

Allerdings stieg Fords Reingewinn tatsächlich auf 2,4 Milliarden US-Dollar — ein weitaus besseres Ergebnis als der Nettoverlust von 783 Millionen US-Dollar vor einem Jahr. Der Unterschied war in hohem Maße auf Steuererleichterungen und einen deutlich geringeren Verlust aus der jährlichen Neubewertung der Pensionspläne zurückzuführen. Die Anleger sollten sich daher auf den bereinigten Vorsteuerwert konzentrieren und nicht auf die Schlagzeilen, die eine Erhöhung des Reingewinns um 65 % propagieren.

Preisgestaltung vs. Anreize

Ein positiver Aspekt der Verkaufsergebnisse von Ford war die konstante monatliche Steigerung des durchschnittlichen Transaktionspreises (ATP). In der Tat lagen Fords ATPs in den USA bei 1.300 US-Dollar — mehr als doppelt so hoch wie der Branchendurchschnitt. Die Zuwächse wurden durch die F-Serie getrieben, die im Vergleich zu 2016 ein Umsatzplus von 9,3 % und einen beeindruckenden Anstieg der durchschnittlichen Transaktionspreise um 3.200 US-Dollar verzeichnete.

Trotz Fords SUV- und LKW-lastigem Portfolio und steigender Transaktionspreise konnten Anreize diese Gewinne in Q4 kompensieren. Das nordamerikanische Automobilsegment verzeichnete Preissteigerungen in Höhe von 493 Millionen US-Dollar, aber Anreize in Höhe von 568 Millionen US-Dollar konnten dies mehr als wettmachen. Für das Jahr lieferten die Preiserhöhungen von Ford einen kleinen Gewinn gegenüber den Anreiz-Ausgaben: 2,89 Milliarden US-Dollar, die größtenteils durch Anreize im Wert von 2,67 Milliarden US-Dollar ausgeglichen wurden.

Die Investoren werden sowohl ein Auge auf die Preise der F-Serie haben wollen, da GMs brandneuer Ram-Truck zu den Autohändlern kommt, als auch auf Fords Preisgestaltung insgesamt, da das Portfolio des Autobauers 2018 aufgefrischt wird, was höhere Preise unterstützen wird.

Ein bestens gehütetes Geheimnis

Ein wichtiger Teil von Ford, den zu viele Investoren übersehen, ist Ford Credit. Die gute Nachricht ist, dass Ford Credit weiterhin floriert, weltweit solide profitabel bleibt und sich im Jahresvergleich in allen Segmenten verbessert hat. Im vierten Quartal stieg der Vorsteuergewinn von Ford Credit im Vergleich zum Vorjahr um 53 % auf 610 Millionen US-Dollar. Ausschlaggebend dafür waren vor allem das starke Forderungswachstum, die Finanzierungsmargen und die aufgrund der höheren Preise besser als erwartet ausgefallenen Leasingresultate. Es ist auch erwähnenswert, dass das risikoreichere Segment von Ford Credit sich konstant bei 6 % gehalten hat und der durchschnittliche FICO-Score der Kreditnehmer auf 750 gestiegen ist. Ford Credit bietet dem Unternehmen weiterhin einen großen Wettbewerbsvorteil.

Rohstoffpreise

Es ist kein Geheimnis, dass das Bauen von Autos ein kapitalintensives Geschäft ist, und wenn die Rohstoffkosten steigen — vor allem für Stahl und Aluminium –, beeinflusst es direkt das Endergebnis von Ford. Die Gewinne profitierten von den niedrigeren Rohstoffpreisen in den Jahren 2015 und 2016, doch dies hat sich im Jahr 2017 umgekehrt, und der Trend wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2018 fortsetzen.

Bildquelle: Ford Motor Company Q4, Präsentation vom 25.01.2018.

Unter Berücksichtigung der Erschwernisse steigender Rohstoffkosten, ungünstiger Wechselkurse und der Einführung einiger Neufahrzeuge erwartet Ford für 2018 einen gleich bleibenden oder leicht besseren Umsatz, prognostiziert aber einen Rückgang des bereinigten Gewinns pro Aktie auf 1,45 bis 1,70 US-Dollar für das Jahr sowie einen niedrigeren operativen Cashflow.

Unterm Strich werden die Analysten und Investoren von den vagen Antworten des Autoherstellers müde. Der Druck auf Ford steigt, damit das Unternehmen spezifische Details darüber freigibt, wie es die Profite erhöhen will. Ford sollte bald mit Infos herausrücken — sonst wird der Aktienkurs weiterhin in Mitleidenschaft gezogen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Ford.

Dieser Artikel wurde von Daniel Miller auf Englisch verfasst und am 27.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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