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Steuerverluste überdecken Johnson & Johnsons fundamentale Stärke

Foto: The Motley Fool.

Die Steuerreform war während des Quartals ein heißes Thema für die amerikanischen Unternehmen, und als einer der größten multinationalen Konzerne der Welt war Johnson & Johnson (WKN:853260) positioniert, um davon zu profitieren. Kluge Investoren wissen, dass sie kurzfristig über die einmaligen Posten hinausschauen und sich stattdessen auf die langfristigen Wachstumsaussichten des fundamentalen Geschäfts konzentrieren müssen, und dort hat J&J im vergangenen Jahr erhebliche Fortschritte gemacht.

Die Aktionäre von Johnson & Johnson erwarteten positive Auswirkungen von der Steuerreform, wollten aber ein kontinuierliches Wachstum bei Umsatz und Ertrag. Bereinigt um den zu erwartenden steuerlichen Einmaleffekt war das Ergebnis von J&J solide, und das Unternehmen blickt optimistisch in das Jahr 2018.

Wie es Johnson & Johnson 2017 erging

Die Finanzergebnisse von Johnson & Johnson im vierten Quartal zeigten ein solides Tempo. Der Umsatz kletterte um 11,5 % auf 20,2 Milliarden US-Dollar und übertraf damit sogar das von den meisten Investoren erwartete Wachstum von rund 10 %. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 4,78 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, und das führte zu einem bereinigten Gewinn von 1,74 US-Dollar pro Aktie, womit die Konsensusprognose von 1,72 US-Dollar pro Aktie übertroffen wurde.

Die meiste Aufmerksamkeit in dem Bericht konzentrierte sich auf die massive steuerliche Belastung, die Johnson & Johnson auf sich nahm. Die Steuerreform führte zu einer außerordentlichen Sonderbelastung in Höhe von 13,6 Milliarden US-Dollar, was nicht nur dazu führte, dass J&J auf GAAP-Basis einen Verlust von fast 4 US-Dollar pro Aktie erlitt, sondern auch dazu, dass die offiziellen Gewinne des Unternehmens für das gesamte Jahr nahezu eliminiert wurden.

Die operative Leistung von J&J war solide. Beim Gesamtwachstum des Unternehmens profitierte Johnson & Johnson von einem Anstieg des operativen Umsatzes um 9,4 % im Vergleich zum Vorjahresquartal, während der Rest des Umsatzwachstums auf günstige Fremdwährungseffekte zurückzuführen ist.

Das wichtige Pharmasegment verzeichnete im Quartalsbericht Umsatzzuwächse von fast 18 %, wobei die internationalen Umsätze innerhalb des Segments um mehr als 20 % zulegten. Wie wir in den vergangenen Quartalen gesehen haben, erzielte die Onkologieabteilung des Gesundheitsgiganten ein enormes Wachstum von fast 40 %, das vor allem auf der Stärke der Krebsmedikamente Darzalex, Imbruvica und Zytiga beruht. Auch der Immunologiebereich erzielte bemerkenswerte Ergebnisse, wobei das Morbus Crohn-Mittel Stelara dazu beitrug, die geringeren Verkäufe von Remicade auszugleichen.

Die Gewinne in anderen Ländern waren bescheidener, aber immer noch beträchtlich. Der Bereich Medizingeräte verzeichnete insgesamt ein Umsatzplus von 8 %, das wiederum auf die internationale Ausrichtung des Geschäfts ausgerichtet war. Besonders stark war das Wachstum bei den Herz-Kreislauf-Produkten und den Sehhilfen, die dazu beitrugen, die Schwäche bei Diabetesprodukten und im orthopädischen Bereich auszugleichen. Lediglich bei den Konsumgütern verzeichnete J&J schwächere Wachstumsraten, wobei das Segment einen Umsatzanstieg von 3 % verzeichnete, der durch einen völligen Rückgang der inländischen Konsumumsätze gebremst wurde. Die frei verkäuflichen Medikamente blieben solide, aber Rückgänge in der Mund- und Babypflege sowie bei den Gesundheitsprodukten für Frauen bremsten Johnson & Johnsons allgemeine Konsumumsätze.

Was kommt als nächstes für Johnson & Johnson?

Alex Gorsky, CEO von Johnson & Johnson, feierte ein gutes Jahr 2017 für das Unternehmen. „Wir freuen uns über die Verabschiedung der jüngsten Gesetzgebung zur Modernisierung des US-Steuerwesens“, sagte Gorsky, „die Johnson & Johnson in die Lage versetzt, in Innovationen auf höheren Ebenen zu investieren, um die schwierigsten medizinischen Bedürfnisse zu erfüllen, mit denen die Gesundheitsversorgung heute konfrontiert ist.” Der CEO verwies auch auf die starke Performance der Aktie im Jahr 2017 und den Erfolg der jüngsten Übernahmen.

Mit Blick auf die Zukunft setzt J&J große Hoffnungen in seine Geschäfte. Insbesondere verwies der Gesundheitsgigant auf anhaltendes Wachstum und kurzfristige Erfolge in der Produktpipeline als Schlüssel für das Pharmasegment, während der Geschäftsbereich Medical Devices Partnerschaften und Innovationen ausbauen und neue Wachstumschancen erschließen will. Im Consumer-Segment verwies J&J auf die Kategorien E-Commerce und andere Vertriebskanäle als Prioritäten sowie auf einen Relaunch der Baby-Franchise.

Der Ausblick von Johnson & Johnson für 2018 zeigt bescheidene, aber signifikante Wachstumsziele. Das Healthcare-Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von 80,6 bis 81,4 Milliarden US-Dollar, was ein operatives Wachstum von etwa 4 % widerspiegeln würde. Der Gewinn für das Gesamtjahr dürfte auf bereinigter Basis zwischen 8 und 8,20 US-Dollar pro Aktie liegen, und das entspricht einem operativen Wachstum von etwa 7 bis 10 %.

Die Investoren von Johnson & Johnson schienen mit dem Bericht zufrieden zu sein, und die Aktie kletterte nach der Ankündigung um einen Bruchteil eines Prozentpunktes im vorbörslichen Handel. J&J hofft, dass die Steuerersparnisse, die das organische Wachstum unterstützen, das fundamentale Geschäft im kommenden Jahr und darüber hinaus in die richtige Richtung lenken werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Johnson & Johnson.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 23.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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