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Traumrenditen mit Turnarounds: Vorsicht schlägt Gier

Foto: Getty Images

Kennst du diese Sprüche?

Das ist ein absolut sicheres Ding! Der Kurs ist seit dem letzten Hoch nun schon 90 % gefallen, viel tiefer kann es nun wirklich nicht mehr gehen! Da kann man nur gewinnen!

Nüchtern betrachtet stimmt das leider nicht. Aktien, die es einst zu 50 Euro gab, können auch bei einem aktuellen Kurs von 5 Euro weitere 90 % auf 0,50 Euro fallen.

So mancher Börsianer verfällt dennoch allzu oft dem großen Turnaround-Traum. Damit der Traum nicht im Alptraum endet, sollte man aber unbedingt einige Punkte beachten. Bevor wir zu der gierigen und der vorsichtigen Variante von Turnarounds zu profitieren kommen, beschäftigen wir uns aber mit dem Beginn von Turnaround-Storys.

Erwartungen, der Beginn einer jeden Turnaround-Story

Zu wirklich dramatischen Kurseinbrüchen kommt es in der Regel dann, wenn Unternehmen die Erwartungen der Aktionäre nicht mehr erfüllen können. Am Beginn einer Turnaround-Story stehen also meist verpasste Gewinnerwartungen, reduzierte Prognosen über künftige Gewinne oder allgemeine Sorgen über die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens oder gar der ganzen Branche.

Der Beginn der Kurserholung knüpft sich an die umgekehrten Erwartungen: Die Verkündung von Restrukturierungsprogrammen, die künftig zu wahnsinnigen Kosteneinsparungen führen, das Versprechen, neue Geschäftsfelder zu erschließen, die Ahnung, dass alles doch gar nicht so schlimm sei, wie zunächst befürchtet. Diese Erwartungen schüren die Hoffnungen der Marktteilnehmer und geben der Turnaround-Geschichte das notwendige Futter.

Aber Achtung: Nicht jede vielversprechende Turnaround-Geschichte nimmt ein gutes Ende. Allzu oft ergeben sich die angedachten Kosteneinsparungen nur auf dem Papier. Auch in den vielversprechenden neuen Geschäftsfeldern liegt das Geld nicht unbeachtet am Straßenrand.

Werden so die Erwartungen der Anleger ein erneutes Mal enttäuscht, wiederholt sich die Geschichte: Der Kurs rauscht in den Keller und wieder andere Aktionäre machen sich Hoffnungen auf große Reichtümer mit der erfolgreichen Turnaround-Story.

Leider gibt es keine magischen Formeln oder unfehlbare Anzeichen, mit denen man erfolgreiche Turnarounds von weniger erfolgreichen unterscheiden kann. Dennoch bieten einige Anzeichen zumindest höhere Chancen für einen erfolgreichen Turnaround. Dabei kann man zwischen der gierigen und der vorsichtigen Variante unterscheiden.

Die gierige Variante

Bei der risikoreicheren Variante, wird bereits bei den ersten Anzeichen einer Veränderung auf einen erfolgreichen Turnaround gewettet. Mögliche Anzeichen sind dabei Wechsel in der Führungsetage oder auch Veränderungen in der Unternehmensstruktur durch Ver- oder Zukäufe von Geschäftsbereichen. Auch ein neuer Großaktionär kann ein erstes Anzeichen für die entscheidende Veränderung sein.

Zwar lassen diese Veränderungen noch keinen messbar erfolgreichen Turnaround erkennen, sie nähren aber dennoch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Wende. Neuen Chefs fällt es leichter, die falschen Entscheidungen der Vorgänger zu revidieren. Ein neuer Großaktionär setzt möglicherweise die richtigen Impulse, um an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen.

Garantien für einen erfolgreichen Turnaround sind diese Anzeichen aber bei weitem nicht. Es sind natürlich die allerersten Anzeichen für eine Veränderung, ob sich aber wirklich etwas verändert, steht in den Sternen. Diese Variante ist also nur etwas für risikobereite Anleger. Für vorsichtigere Investoren gibt es eine zweite Möglichkeit.

Die vorsichtige Variante

Bei der vorsichtigen Variante heißt es abzuwarten, bis sich der Turnaround in messbaren Tatsachen zeigt. Steigen die Gewinne des Unternehmens wieder? Beschleunigt sich das Wachstum wieder? Zeigen die Zukäufe, Verkäufe oder Restrukturierungsmaßnahmen den erhofften Effekt? Ist die drohende Pleite durch eine langfristige Kreditaufnahme oder die Ausgabe neuer Aktien abgewendet?

Zeigen sich derart messbare Veränderungen, dann ist der Aktienkurs sicherlich schon um einige Prozentpunkte gestiegen, bietet aber möglicherweise noch immer marktschlagende Renditechancen. Vorsichtige Investoren verpassen also die ersten Kursprünge nach oben, haben aber auch ein geringeres Risiko, dass der Turnaround ausbleibt.

Einen wichtigen Punkt sollten wir bei Turnaround-Storys aber unbedingt beachten. Letztlich kann niemand sicher sagen, wie kurz oder lang sich eine Turnaround-Story hinzieht. Selbst wenn all die obenstehenden Punkte zu sehen sind, kann es noch eine Weile dauern, bis das Unternehmen aus dem Gröbsten raus ist. Geringe Schuldenberge sind daher schöne Sicherheitsmargen, die sowohl risikobereite als auch vorsichtige Investoren bei ihrer Bewertung berücksichtigen sollten.

Ein guter Ratschlag ganz zum Schluss

Oft überschätzt man die Dinge, die sich in wenigen Monaten verändern können. Auch bei Turnarounds besteht diese Gefahr. Bis das alte oder ein neues Managementteam die richtigen Schlüsse aus der Krise gezogen hat, die eingeleiteten Veränderungen bis in die hintersten Ecken eines Unternehmens vorgedrungen sind und auch der Kunde diese Veränderung spürt, dauert es in aller Regel länger als nur einige wenige Monate.

Auch wenn Mut eine notwendige Investoren-Eigenschaften ist, bei Turnarounds sollte man sich meiner Meinung nach an die vorsichtige Variante halten. Lieber einen Augenblick länger warten und einen Teil der Aufwärtsbewegung verpassen, als viel zu früh zuzugreifen.

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