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Die Melrose-Attacke auf GKN: Gefahr und Chance für Magna und Schaeffler

Dass Melrose Industries (WKN:A2AC1T) eine feindliche Übernahme von GKN (WKN:694194) versucht, wird auf dem Kontinent kaum beachtet. Dabei sollten sich Aktionäre von Unternehmen wie Magna (WKN:868610) oder Schaeffler (WKN:SHA015) durchaus Gedanken darüber machen, was gerade in England passiert.

Darum geht’s

Ein bisschen wie die kleinere Aurelius (WKN:A0JK2A) aufgestellt, hat Melrose ein sehr fokussiertes Beteiligungsportfolio. Folglich kümmern sich die Turnaround-Spezialisten bevorzugt um eher große Fische. Die bis 2005 zu E.ON (WKN:ENAG99) gehörende Elster, der Hauptkonkurrent der schweizerischen Landis+Gyr (WKN:A2DUSP), wurde 2012 gekauft und schon drei Jahre später für fast das Doppelte an den amerikanischen Technologiekonzern Honeywell (WKN:870153) weitergereicht.

Die britische Maschinenbau-Gruppe FKI plc schlitterte in 2008 in eine schwierige Situation. Melrose übernahm, brachte die Bilanz in Ordnung und zerlegte den Konzern in Einzelteile, die bestmöglich verwertet wurden. Auch das war ein super Geschäft für das Unternehmen und seine Aktionäre.

Nun also geriet GKN ins Visier der Private-Equity-Manager und deren Management wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die unerwünschten Avancen. Die Aktionäre sind hingegen begeistert, der Aktienkurs machte am 12. Januar einen riesigen Satz nach oben. Melrose findet, dass das Management von GKN nicht gut genug darin ist, Wert für die Aktionäre zu schaffen und will zeigen, wie es richtig geht.

Die Folgen

Ich habe den Konzern schon lange auf meiner Watchlist und bin auch immer etwas erstaunt, dass der Kurs so lange vor sich hingedümpelt ist. Dabei sind die Engländer in Wachstumsmärkten engagiert und technisch ganz vorne dabei, egal ob mit Metallpulver, Spezialteilen für Flugzeuge oder Fahrzeuggetrieben. Die Chancen stehen deshalb gut, dass ein Eigentümer mit vollem Shareholder-Value-Fokus mehr herausholen kann.

Das GKN-Management sagt jetzt, dass man es auch selber hinbekommen würde, sich wertsteigernd zweizuteilen. Ziemlich sicher wird also so oder so bald ein eigenständiger Automobilzulieferer entstehen, der sich aggressiver als zuvor gegenüber Konkurrenten wie ZF, BorgWarner (WKN:887320) oder Magna behaupten wird. Vermutlich würde Melrose auch probieren, Fusionen einzufädeln, um Champions zu schaffen und Synergien zu heben.

Hier kommt auch Schaeffler mit ihrem komplementären Produktportfolio ins Spiel. So könnten vielleicht zwei kombinierte Einheiten geschaffen werden, eine für konventionelle Antriebe und eine für elektrische. Findet Melrose hingegen eine andere Lösung, könnte sich Schaeffler gezwungen sehen, einen ähnlichen Deal etwa mit Continental (WKN:543900) zu schmieden. Mach dich also darauf gefasst, dass nun einiges in der Zuliefererlandschaft in Bewegung kommt.

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Ralf Anders besitzt Wertpapiere auf E.ON. The Motley Fool empfiehlt BorgWarner.

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