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Warren Buffetts mag Kryptowährungen genausowenig wie Gold

Warren Buffett – Bildquelle: The Motley Fool via Flickr

Warren Buffett gab kürzlich eine ominöse Warnung an diejenigen, die hoffen, mit dem Kauf von Kryptowährungen wie Bitcoin ein Vermögen zu machen. „In Bezug auf Kryptowährungen im Allgemeinen“, sagte Buffett zu CNBC, „kann ich fast mit Sicherheit sagen, dass es kein gutes Ende finden wird.“ Tatsächlich sagte er, dass wenn es möglich wäre, eine fünfjährige Put-Option — die Geld verdient, während eine Investition an Wert verliert — zu kaufen, er dies „bei jeder der Kryptowährungen“ tun würde.

In vielerlei Hinsicht stimmen Buffetts scharfe Worte gegen Kryptowährungen mit denen überein, die er gegen Gold gerichtet hat. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die beiden haben viel gemein.

Hoffnung

Einige seiner kritischsten Kommentare über das Edelmetall kamen in seinem Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2). In diesem Brief schilderte Buffett drei grundlegende Entscheidungen, die Investoren treffen müssen, um ihren Reichtum zu mehren. Eine der Kategorien, die er im Detail beschrieben hat, sind „Vermögenswerte, die niemals etwas produzieren werden, sondern die in der Hoffnung des Käufers gekauft werden, dass jemand anderes — der auch weiß, dass die Vermögenswerte für immer unproduktiv sein werden — in Zukunft mehr für sie zahlen wird“. Er wies darauf hin, dass „ausgerechnet Tulpen im 17. Jahrhundert kurzzeitig zu einem Favoriten solcher Käufer wurden“ und dass Gold „das wichtigste Gut in dieser Kategorie“ sei, denn „wenn man eine Unze Gold für eine Ewigkeit besitzt, wird man am Ende immer noch eine Unze besitzen“.

Der Punkt ist, dass diese Vermögenswerte nichts Wertvolles produzieren. Sie werfen keinen Einkommensstrom wie kommerzielle Immobilien oder sogar ein Bond ab und sie produzieren keine Waren oder stellen Dienstleistungen zur Verfügung.

Kurzum, diese Anlagen schaffen keinen Reichtum für die Anleger, indem sie etwas produzieren. Stattdessen bemerkte Buffett: „Diese Art der Investition erfordert einen wachsenden Pool von Käufern, die wiederum angelockt werden, weil sie glauben, dass sich der Einkaufspool noch weiter ausdehnen wird. Die Eigentümer sind nicht von dem inspiriert, was der Vermögenswert selbst produzieren kann  sondern vielmehr von dem Glauben, dass andere ihn in Zukunft noch eifriger begehren werden.”

Das hört sich sehr nach dem aktuellen Wahnsinn nach Kryptowährungen an.

Kaufen erzeugt mehr Kauf — bis es das nicht mehr tut

Die Ähnlichkeiten von Kryptowährungen mit Gold und anderen unproduktiven Gütern sollten angesichts der Geschichte große Besorgnis erregen. Der Grund, warum Buffett damals Gold auswählte, war, dass es sich um ein heißes Gut handelte, dessen Preis in den fünf Jahren vor diesem Brief um etwa 200 % stieg. Das veranlasste Buffett zu der Vermutung, dass der „steigende Preis allein schon zusätzliche Kaufbegeisterung hervorgerufen hat, die Käufer anzieht, die den Anstieg als Bestätigung einer Anlagetheorie ansehen“.

Er warnte jedoch davor. Im Falle des Goldes würde es 2012 einen weiteren zweistelligen Zuwachs erzielen, bevor es 2013 einen langen Abstieg einleiten würde, bei dem es an einem Punkt mehr als 40 % seines Wertes verlieren sollte. Seit Ende 2011 ist Gold um etwa ein Viertel gesunken.

Gold ist nicht der einzige unproduktive Vermögenswert, der in der Vergangenheit für eine Weile einen rasanten Preisanstieg verzeichnete. Buffett bemerkte, dass „sowohl Internet-Aktien als auch Häuser die außergewöhnlichen Exzesse demonstriert haben, nach einer anfangs vernünftigen These zu Blasen führen können“. Allerdings warnte er erneut davor, dass „Blasen, die groß genug aufgeblasen werden, unweigerlich platzen“, was genau das ist, was seiner Meinung nach mit Kryptowährungen in den kommenden Jahren passieren wird.

Ein besserer Weg

Während es möglich ist, ein Vermögen zu verdienen, indem man unproduktive Anlagen kauft und verkauft, braucht es oft mehr Glück als Geschicklichkeit, da das Timing perfekt sein muss. Deshalb kauft Buffett am liebsten produktive Vermögenswerte wie Unternehmen, Farmen oder Immobilien. Er verglich sie mit kommerziellen „Kühen“, die „jahrhundertelang leben und dazu noch immer mehr Milch geben“ werden. Noch wichtiger ist, dass „ihr Wert nicht durch das Tauschmittel, sondern durch ihre Fähigkeit, Milch zu liefern, bestimmt wird“. Mit anderen Worten, ihr Preis wird nicht steigen, nur weil jemand anderes bereit ist, mehr zu zahlen, sondern weil die Produktion aus diesen Vermögenswerten gestiegen ist, da die Eigentümer daraus Geld ziehen und in zusätzliche produktive Vermögenswerte reinvestieren können.

Das ist genau das, was Buffett im Laufe der Jahre getan hat, indem er den Geldfluss von einem scheiternden Textilunternehmen, das als Berkshire Hathaway bekannt ist, in ein Multimilliarden-Dollar-Imperium verwandelte, indem er das Geld in profitablere Geschäfte reinvestierte. Buffett ist der Meinung, dass „über einen längeren Zeitraum hinweg diese Anlagekategorie der Gewinner unter den drei untersuchten Anlagen sein wird. Wichtiger noch, es wird bei weitem die sicherste sein.“ Es besteht also weiterhin der Reiz der Kryptowährungen und der Anstieg könnte auch noch eine Weile so weitergehen, dauerhaft reich wird man aber nur, wenn man in produktive Vermögenswerte und Unternehmen investiert, die im Laufe der Zeit immer mehr produzieren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway B.  

Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 13.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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