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Berkshires 38-Milliarden-Dollar-Aktienwette

Foto: The Motley Fool.

Warren Buffetts 1-Million-Dollar-Wette, dass Indexfonds Hedgefonds schlagen würden, erhielt viel Aufmerksamkeit. Aber diese wohltätige Wette ist nichts im Vergleich zu den großen Wetten auf Aktienindizes, die er für Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) gemacht hat.

Als am 1. Januar 2008 die 1-Million-Dollar-Wohltätigkeitswette begann, hatte Berkshire Hathaway bereits 35 Milliarden US-Dollar darauf gesetzt, dass die Börsenindizes über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren steigen würden. Eine Wette, die nur ein Jahr später auf 38 Milliarden US-Dollar anwachsen würde.

Jene Wetten haben sich im Laufe der Jahre gut bezahlt gemacht, und einige werden in diesem Jahr auslaufen und große Gewinne für Berkshire einfahren.

Wie Warren Buffett große Wetten auf Aktienindizes machte

Von 2004 bis 2008 machte Buffett eine Reihe von großen Wetten, nämlich dass vier große globale Aktienindizes — S&P 500, FTSE 100, Euro Stoxx 50 und Nikkei 225 — über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren steigen würden. Tatsächlich schrieb Berkshire Hathaway Versicherungspolicen für Investoren, die sich gegen langfristige Verluste an der Börse absichern wollten.

In seinem Aktionärsbrief im Jahr 2008 erläuterte Buffett, was diese Versicherungsverträge so lukrativ machte:

Um das zu veranschaulichen, könnten wir einen 15-Jahres-Vertrag über 1 Milliarde US-Dollar über den S&P 500 verkaufen, wenn dieser Index bei, sagen wir, 1300 liegt. Wenn der Index bei 1170 liegt — 10 % niedriger –, würden wir am Tag der Fälligkeit 100 Millionen US-Dollar zahlen. Wenn er über 1300 ist, schulden wir nichts. Damit wir 1 Milliarde US-Dollar verlieren, müsste der Index auf Null gehen. In der Zwischenzeit hätte uns der Verkauf des Put eine Prämie geliefert — vielleicht 100 Millionen bis 150 Millionen  US-Dollar –, die wir frei investieren könnten, wie wir es wünschen.

Am Höhepunkt hätte Berkshire bei diesen Einsätzen bis zu 38 Milliarden US-Dollar verlieren können, vorausgesetzt, dass die vier Börsenindizes auf Null gefallen wären und sich nie wieder erholt hätten. Natürlich wäre ein solcher Verlust außerordentlich, wenn nicht gar unmöglich. So war das tatsächliche Risiko von Berkshire viel geringer, wenn auch schwer zu quantifizieren.

Frühe Verluste

Berkshire machte die meisten dieser Wetten im Zeitraum von 2004 bis 2008, obwohl man nicht viele Details darüber in den Geschäftsberichten bis 2008 fand. Die Wetten, die heute offen bleiben, generierten rund 4,2 Milliarden US-Dollar an Prämien für Berkshire, die das Unternehmen im Voraus erhalten hat.

Der Starttermin für diese Wetten ist wichtig, da sie in der Regel vor der Finanzkrise 2008 und dem steilen Wertverlust der Aktien weltweit getätigt wurden. Während der Finanzkrise führten diese Wetten zu massiven Verlusten, zumindest auf dem Papier:

Datenquelle: Meldungen der Securities and Exchange Commission. Grafik: Autor.

Wenn man die Wetten Ende 2008 geschlossen hätte, hätte Berkshire Hathaway 10,8 Milliarden US-Dollar an die Vertragspartner zahlen müssen. Die Wetten waren jedoch so strukturiert, dass sie erst am Ende der Vertragslaufzeit abgerechnet werden konnten, oder wenn beide Parteien eine vorzeitige Abrechnung vereinbart hatten.

Im Laufe der Jahre haben die weltweiten Aktienindizes ihre Tiefststände aus der Krise überwunden. Wenn alle Wetten von Berkshire heute geschlossen worden wären, würde es nur 640 Millionen US-Dollar an Verlusten an die Investoren auszahlen und somit einen Gewinn von ca. 3,6 Milliarden US-Dollar verbuchen, oder die 4,2 Milliarden US-Dollar Prämie, die im Voraus erhalten wurde, minus 640 Millionen US-Dollar an Verlusten bei einer Handvoll Wetten.

Die erste der großen Wetten von Berkshire wird im Laufe dieses Jahres, im Juni 2018, ausgewertet, wobei alle Wetten bis Januar 2026 abgeschlossen sein werden. Fürs Erste sieht es so aus, als ob Buffetts langfristige Wette auf die globalen Aktienmärkte ein genialer Schachzug war, der Berkshire Hathaway 4,2 Milliarden US-Dollar an Bargeld im Voraus zur Verfügung stellte, um nach Belieben zu investieren, und Nicht-GAAP-Gewinne von 3,6 Milliarden US-Dollar ab dem dritten Quartal 2017.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B).

Dieser Artikel wurde von Jordan Wathen auf Englisch verfasst und am 13.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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