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Nordex mit Mega-Aufträgen: Damit ist die große Abschreibung vom Tisch!

Foto: Nordex SE

2017 ist der Kurs von Nordex (WKN:A0D655) unter den für Ende 2016 gemeldeten Buchwert gerutscht und das trotz Profiten, was eigentlich ziemlich ungewöhnlich ist. Meistens droht dann Ungemach. Ein dahinschmelzendes Auftragsbuch bereitete den Anlegern in diesem Fall erhebliche Sorgen.

Worum es eigentlich ging

Mindestens genauso schlimm wie der schwache Ausblick wog allerdings, dass die hohen Firmenwerte (Goodwill), welche für die übernommene Acciona Windpower (AWP) in den Büchern stehen, gegebenenfalls hätten abgeschrieben werden müssen. Das wäre dann der Fall, wenn der auf den 31.12.2017 heruntergerechnete Wert der Pipeline geringer ausfiele.

Deshalb war es ungemein wichtig, dass zum Jahresende noch einige größere Aufträge für die spanischen Turbinen klargemacht werden konnten. Genau das ist offenbar passiert: Die Anfang 2018 gemeldeten 820 MW in den USA und die 191 MW in Spanien waren bereits im Dezember intern bekannt und sollten somit auf alle Fälle in die Bewertung eingehen. Schon im zweiten Halbjahr sollen auch die Installationsarbeiten beginnen.

Kein Wunder, ging es mit dem Aktienkurs zuletzt steil bergauf. Von unterhalb des Goldman Sachs-Kursziels von 8 Euro auf nun wieder über 10 Euro, ein Plus von über 25 % in wenigen Wochen.

Wird es reichen?

Nach meiner Abschätzung vom November muss AWP perspektivisch 50 Mio. Euro pro Jahr zum Konzerngewinn beisteuern, um eine Abschreibung zu vermeiden. Ob die wachsenden Überseeaktivitäten und die neuen Projekte ausreichen, um das zu erreichen, ist jetzt die große Frage.

Jedenfalls hilft das nun wieder besser gefüllte Auftragsbuch natürlich ungemein, um Schlimmeres abzuwenden. Eine massive Abschreibung in Höhe von bis zu einer halben Milliarde Euro steht nun nicht mehr zur Debatte. Wenn man bedenkt, dass allein die neuen US-Windparks geschätzt 700 Mio. Euro Umsatz generieren werden, darf man wohl mit einem soliden Gewinnbeitrag rechnen, selbst wenn ein Teil davon erst 2019 realisiert wird.

Insgesamt erwarte ich daher, dass maximal 100 Mio. Euro abgeschrieben werden müssen. Vielleicht auch gar nichts, wenn man daran denkt, dass der umtriebige Ankeraktionär ACCIONA (WKN:865629) sicherlich noch weitere Projekte mit Beteiligung von AWP in Vorbereitung hat. In dem Fall wäre ein Abschlag auf das zuletzt gemeldete Eigenkapital nicht mehr gerechtfertigt, weshalb die Anleger folgerichtig den Unternehmenswert wieder knapp über den Buchwert gehoben haben.

Allerdings wird es interessant zu beobachten sein, ob das deutsch-spanische Duo nun lediglich einen Endspurt eingelegt hat, um die große Blamage zu verhindern, oder ob dies der Anfang einer großen Trendwende darstellt. Wundern würde es mich nicht, wenn jetzt erst mal wieder eine Auftragsflaute käme.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nordex.

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