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2 Tops und 2 Flops: Rückblick auf 4 bemerkenswerte Börsengänge 2017

Foto: Getty Images

2017 war kein besonders gutes oder schlechtes Jahr für Börsengänge. Nach Angaben des IPO-Spezialisten Renaissance Capital wurden 160 neue Aktienausgaben bewertet, was nur geringfügig unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2016 liegt.

Wie immer waren einige dieser vielen Aktien aufgrund zahlreicher Faktoren (Größe, Bekanntheitsgrad der Marke etc.) bekannter als andere. Hier nun ein Rückblick auf vier prominente Aktien und wie sie sich seit ihrer Markteinführung verhalten haben.

Redfin

Die Aktie von Redfin (WKN:A2DU22), eines der Top-Unternehmen in der Online-Immobilienbranche, hat sich seit dem Börsengang im Juli als beliebt erwiesen.

Was geholfen hat, war der erste Quartalsbericht des Unternehmens als börsennotiertes Unternehmen, in dem Redfin am oberen Ende des Ausblicks landete — der Umsatz stieg um 35 % gegenüber dem Vorjahr (auf fast 105 Millionen US-Dollar), während sich der Nettogewinn verdreifachte und dann auf 4,3 Millionen US-Dollar stieg. Das folgende Quartal brachte das Unternehmen jedoch auf den Boden der Tatsachen zurück: Es verfehlte die Schätzungen der Analysten für den Umsatz, und der Nettogewinn landete in den roten Zahlen.

Seitdem investieren die Anleger jedoch wieder in die Aktie, was wahrscheinlich durch einen stark nachgefragten Wohnungsmarkt gefördert wird, der kaum Anzeichen einer Verlangsamung zeigt.

Redfin wird derzeit mit 29,45 US-Dollar pro Aktie gehandelt. Das ist fast das Doppelte des IPO-Preises von 15 US-Dollar.

Roku

Eine weitere IPO-Erfolgsgeschichte ist Roku (WKN:A2DW4X), der kalifornische Hersteller populärer Streaming-TV-Geräte. Die Aktie ist um 280 % gestiegen, ausgehend von einem Preis von 14 US-Dollar pro Aktie, der vor dem Markteintritt im September festgelegt wurde.

In dem ersten (und bisher einzigen) Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen hat Roku die Schätzungen der Vergangenheit hinter sich gelassen und den Nettoumsatz um 40 % auf fast 125 Millionen US-Dollar gesteigert — und das bei einem Nettoverlust von fast 9 Millionen US-Dollar. Die operativen Kennzahlen — aktive Konten, gestreamte Gesamtstunden und durchschnittliche Einnahmen pro Benutzer — zeigen alle nach oben.

Es gibt jedoch einige Vorbehalte. Roku war fast immer unrentabel und die Analysten erwarten für 2017 und 2018 Verluste für das Gesamtjahr. Außerdem wird ein Großteil der Nutzung über Netflix und YouTube abgewickelt. Leider erzielt das Unternehmen nur geringe Einnahmen aus diesen Verkaufskanälen.

Doch angesichts der starken Kurssteigerung der Aktie scheint es, dass sich die Anleger vorerst auf die positiven Aspekte konzentrieren.

Blue Apron Holdings

Geht dir Abendessen kochen auf die Nerven? Zum Glück gibt es eine Vielzahl von Zustelldiensten für Fertiggerichte, die einem die Arbeit erleichtern. Der wohl bekannteste ist Blue Apron Holdings (WKN:A2DS2W).

Seit dem IPO im Juni wird die Aktie des Unternehmens mit weniger als der Hälfte des IPO-Preises von 10 US-Dollar pro Aktie gehandelt.

Das Endergebnis von Q3 verzeichnete einen Verlust von 87 Millionen US-Dollar, verglichen mit den 37 Millionen US-Dollar, die Blue Apron im Vorjahresquartal verloren hatte. Der Nettoumsatz stieg zwar, aber nur um bescheidene 3 % auf fast 211 Millionen US-Dollar.

Der CEO des Unternehmens ist im November zurückgetreten. Das hat die Aktien ein wenig gedrückt, aber einige Kommentatoren — unter anderem mein Kollege Rich Duprey — glauben, dass dies das grundlegende Problem des Unternehmens, nämlich das Fehlen eines ausreichenden Wettbewerbsvorteils, nicht lösen wird.

Im Durchschnitt erwarten die Analysten, die die Blue Apron-Aktie verfolgen, die Gewinneinbußen für dieses und das kommende Geschäftsjahr.

Snap

Nach einigen harten Monaten haben die Aktien von Snap (WKN:A2DLMS) vor Kurzem begonnen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Dennoch wird die Aktie derzeit ein paar Dollar unter den 17 US-Dollar pro Aktie des Börsengangs im März gehandelt.

Das Unternehmen ist im Grunde genommen ein Foto- und Videomessaging-Dienstleister, aber es zielt darauf ab, mehr zu sein. Snap erweitert das Angebot an Dienstleistungen: z.B. Contentverträge mit Time Warner und Comcast. Mit Spectacles, der Videobrille, versucht sich Snap auch im Bereich Hardware.

Diese Projekte waren nicht profitabel. Das Unternehmen steckt sehr tief in den roten Zahlen — in Q3 erschreckende 443 Millionen US-Dollar — während der Umsatz und die Benutzerzahlen nicht so stark wie erwartet gewachsen sind. Eine kürzlich durchgeführte Neugestaltung der App wurde von vielen gelobt und trug dazu bei, den Aktienkurs anzuheben. Doch ein cooler neuer Look wird die Dinge wahrscheinlich nicht plötzlich ändern.

Nichtsdestotrotz glauben viele an die Aktie. Laut Yahoo! Finance bewerten 11 der 36 Analysten Snap als „buy“ oder „strong buy“.

Zeit für einen Spaziergang

Abgesehen von der Aktienperformance taten alle vier Börsengänge das, was sie tun sollten: Kapital für ihre Unternehmen beschaffen.

Dies ist aber nur ein erster Schritt. Ein neuer Börsengang muss sich als börsennotiertes Unternehmen noch effektiv orientieren. Wie du bei den vier Unternehmen hier sehen kannst, kann diese Fähigkeit sehr unterschiedlich sein.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Netflix. The Motley Fool empfiehlt Comcast und Time Warner.

Dieser Artikel wurde von Eric Volkman auf Englisch verfasst und am 01.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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