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E.ON kann (und wird) etwas Besseres als Bitcoin und IOTA schaffen

Bild: E.ON SE

Bitcoin ist das heißeste Gesprächsthema unserer Zeit, aber besonders lange kann der ganze Zirkus aus meiner Sicht nicht mehr andauern. Wenn sich dann irgendwann der Staub legt, werden auf Blockchain basierende Geschäftsmodelle mit Zukunft zu Tage treten und ich bin überzeugt, dass kaum ein Unternehmen besser positioniert ist als E.ON (WKN:ENAG99), um etwas Bedeutendes zu etablieren, das wirklich trägt. Lass es mich erklären.

Eine Währung braucht Wert

Während viele Beobachter ganz auf Bitcoin fixiert sind, schauen andere auch bereits weiter. Die einen sagen, Litecoin sei technisch überlegen und die anderen IOTA oder Ethereum. In der Hoffnung, auch dort eine schnelle Geldvervielfachung zu erleben, springen viele auf den Zug auf, bisher mit großem Erfolg. Jeder, der den Sprung in die Kryptowährungswelt gewagt hat, kann sich im Moment auf die Schultern klopfen, solange er/sie nicht völlig übertrieben hin- und hergetradet hat.

Aber genauso schnell wie die Nachfrage hochschießt, kann sie ab einem bestimmten Zeitpunkt auch zurückgehen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Kurse. Ich denke, die Prämisse „mindestens eine echte Kryptowährung wird sich durchsetzen und dann unglaublich viel wert sein“ ist komplett falsch. Vielmehr werden sie wohl alle gemeinsam ausgelöscht, sobald die Schneebälle ausgehen.

Auch wenn die zugrundeliegende Technologie noch so schlau ist: solange ein Zahlungsmittel völlig frei im Raum schwebt, kann es auf Dauer keinen Wert haben. Bei Gold ist die Situation zwar ähnlich, aber zumindest glänzt das schön und hat auch sonst ein paar vorteilhafte physikalische Eigenschaften. Eine kryptische Bitfolge kann da nicht mithalten.

Echte („Fiat-„)Währungen sind nebenbei bemerkt nicht nur gesetzliche Zahlungsmittel, sondern auch von einer kompletten Volkswirtschaft lose gedeckt bzw. von mehreren im Fall des Euro.

Wo E.ON ins Spiel kommt

Es gibt ziemlich wenige Dinge, die weltweit akzeptiert sind und über längere Zeiträume (ähnlich wie Volkswirtschaften) einen einigermaßen stabilen Wert besitzen. Einzelne Rohstoffe werden zwar global gehandelt, aber sie schwanken immer mal wieder sehr stark im Preis. Trinkwasser benötigt jeder Mensch, aber es hat in der Wüste einen ganz anderen Wert als in der Nähe einer üppigen Quelle.

Aber es gibt eine Sache, die dem Ideal recht nahe kommt: Energie. Diese kann auf die unterschiedlichsten Weisen erzeugt, gespeichert und verbraucht werden, weshalb der Wert fast überall ähnlich hoch ist. Außerdem kann jeder etwas Sinnvolles damit anfangen.

Nun ist E.ON längst nicht der größte Spieler im Energiemarkt, aber in Europa trotz der Aufspaltung und des teilweisen Rückzugs aus der Paneuropa-Strategie nach 2013 einer der am breitesten aufgestellten. Gerade für Geschäftskunden wird international ein wachsendes Leistungsspektrum angeboten.

Zudem ist der Konzern dabei, gemeinsam mit Partnern ein flächendeckendes kontinentales Netz von Ladestationen aufzubauen. Meines Erachtens stehen die Chancen ausgezeichnet, dass sich E.ON dabei über kurz oder lang als einer der dominanten Spieler durchsetzen wird.

Damit verfügten die Essener nicht nur über umfassende Ressourcen rund um das nahezu perfekte Wertaufbewahrungsmittel Energie, sondern auch über ein Netzwerk, das Währungsgrenzen überschreitet. Gleichzeitig wurden die Investitionen in innovative Start-ups stark ausgebaut, Stichwort E.ON :agile accelerator. Muss man erwähnen, dass „Blockchain“ dort aktuell ein Thema ist, das besonders forciert wird?

Worauf das alles hinauslaufen könnte

Maut, Stromtanken und Parkplatz wollen alle komfortabel bezahlt werden. Gleichzeitig benötigen immer dezentraler organisierte Energiemärkte bessere Möglichkeiten zur lokalen Vermarktung von überschüssigem Strom. Dabei wäre allerdings eine sehr große Anzahl von Transaktionen mit Kleinstbeträgen zu erwarten, weshalb weder Bitcoin noch klassische bargeldlose Zahlungssysteme geeignet sind.

Vielmehr muss all das effizient protokolliert und verrechnet werden. Anstatt dabei auf eine zentrale Stelle zu vertrauen, könnte dafür auch eine robuste Blockchain-basierte Lösung eingesetzt werden. Zu einer Blockchain gehört typischerweise eine Art digitale Währung. Aber statt auf stupide Kryptorätsel zu setzen, über die die Verteilung der einzelnen Token gesteuert wird, könnte E.ON einfach Tokens im Wert von einer Kilowattstunde ausgeben.

Wer welche davon besitzt, der kann damit entsprechend Strom tanken oder in einem MicroGrid beziehen. Alternativ lassen sie sich aber auch als Währungsersatz für den Einkauf verwenden oder einfach auf einem Handelsplatz verkaufen. Hört sich das gut an? Für mich ergäbe das Sinn, denn die Vorteile von Kryptowährungen und bargeldlosen Zahlungssystemen würden in einer Lösung verbunden, ohne deren Nachteile zu übernehmen. Erste Ansätze in diese Richtung gibt es auch schon, etwa bei der von :agile unterstützten Quantoz oder bei SunContract.

Bleibt die Frage, was für E.ON und die Aktionäre dabei herausspringen könnte. Das ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen, aber sicher ist, dass der Energiemarkt gigantisch groß ist. Wenn nur der Bruchteil einer Kilowattstunde je gehandelter oder eingesetzter Megawattstunde an den Konzern zurückflösse, würde sich ein riesiges Potenzial ergeben.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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