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General Electric halbiert die Dividende: 3 Gründe, warum das keine schlechte Nachricht ist

General Electric (WKN:851144) hat seine Dividende um 50 % von 0,24 US-Dollar pro Aktie auf 0,12 US-Dollar gesenkt. Der Prozentsatz ist nicht das Einzige, was an der Nachricht riesig ist.

Es ist das zweite mal in zehn Jahren, dass GE seine Dividende kürzt — aber nur das zweite mal seit der Weltwirtschaftskrise. Das sollte die Investoren beunruhigen, zumal die Konkurrenten von GE, Honeywell und United Technologies, seit den 1990er Jahren ihre Dividenden nicht mehr kürzen mussten.

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Doch nach dem Einbruch des Aktienkurses und den rückläufigen Gewinnen könnte eine Dividendenkürzung für General Electric gut sein.

1. Das Ende der Unsicherheit

Seitdem John Flannery in diesem Sommer die Nachfolge von Jeff Immelt angetreten hat, grassieren Spekulationen, dass er die Dividende kürzen würde … oder das Unternehmen möglicherweise ganz auflösen würde. Flannery lässt sich aber nicht in die Karten schauen und sagte, er müsse eine gründliche Überprüfung des Unternehmens vornehmen, bevor er irgendwelche Entscheidungen treffe.

In der Zwischenzeit setzte sich der Kursrückgang fort und die Dividende lag zuerst bei über 4 %, dann bei über 4,5 %. GE konnte die Dividende zwar noch decken, musste die Zahlungen aus dem GE-Capital-Geschäftsbereich tätigen. Viele Analysten wiesen darauf hin, dass diese Liquidität an einer anderen Stelle im Unternehmen besser eingesetzt werden könnte.

Die Dividendendebatte erreichte ihren Höhepunkt vor der Verkündung der Quartalszahlen. Flannery entschied sich dazu — zur Überraschung vieler –, keine Kürzung vorzunehmen… zumindest nicht sofort. Ein Vorteil dieser Entscheidung wurde jedoch durch die unterproportionalen Gewinne von GE und eine geringere Prognose für das Gesamtjahr wieder zunichte gemacht. Das schickte den Aktienkurs auf ungefähr 20 US-Dollar pro Aktie.

Mit der nun offiziell gekürzten Dividende ist diese fünfmonatige Unsicherheitsphase für die Anleger nun beendet. Wie wir alle wissen, hasst die Börse Unsicherheit. Dies kann sich also für die Aktien tatsächlich als vorteilhaft erweisen, denn wir können jetzt sicher sein, dass der Markt die Dividendenkürzung berücksichtigt und darüber hinaus auf die Fundamentaldaten blickt. Ein ruhigerer, rationalerer Zugang zu GEs Situation wird nach Monaten der Hysterie eine willkommene Abwechslung sein.

2. Zurück zum Normalzustand

Es ist hilfreich, diesen letzten Schritt in den richtigen Kontext zu setzen. Die erste Dividendenkürzung von GE seit der Weltwirtschaftskrise wurde 2009 vorgenommen, als GE Capital, der Finanz- und Konsumentenkreditbereich von GE, durch die Rezession dezimiert wurde. Das Unternehmen reduzierte seine vierteljährliche Dividende von 0,31 US-Dollar pro Aktie auf nur 0,10 US-Dollar pro Aktie. Damit sank die Jahresrendite auf knapp unter 3 %, dem historischen Niveau. Selbstverständlich war das nur ein schwacher Trost für die Investoren, deren Anteile von 40 US-Dollar auf weniger als 10 US-Dollar pro Aktie fielen. Dies hat jedoch das dringend benötigte Geld freigesetzt.

Seit der Erholung bewegte sich die Dividende von GE zumeist zwischen 3 % und 4 %, da der Aktienkurs wieder auf über 30 US-Dollar pro Aktie kletterte. Aber das für das Unternehmen katastrophale Jahr 2017 hat die Rendite auf fast 5 % erhöht, da die Aktien auf unter 20 US-Dollar gefallen waren. Dieser neue Schnitt von vierteljährlich 0,12 US-Dollar pro Aktie würde bei einem Aktienkurs von 20 US-Dollar eine Rendite von 2,4 % bedeuten. Die Wettbewerber von GE, United Technologies und Honeywell, erzielen derzeit Renditen von 2,3 % bzw. 1,8 %.

Eine Rückkehr der Dividende auf ein tragbares Niveau dürfte dem Unternehmen also gut tun.

3. Cash freisetzen

Wenn ein Unternehmen wie GE zu viel Geld für Dividendenausschüttungen ausgibt, kann das vielleicht die Anleger glücklich machen – das hat jedoch seinen Preis. Das Unternehmen hat weniger Geld, um neue Produkte zu erforschen und zu entwickeln, verfügt über weniger Mittel für die Fortsetzung der Umstrukturierungsbemühungen oder für die Vermarktung der Produkte.

Das Unternehmen wird dann vielleicht schlecht laufende Geschäftsteile nicht verkaufen. Wenn ein Unternehmen jeden Cent braucht, um seine Dividendenzahlungen aufrechtzuerhalten, kann es sich verpflichtet fühlen, an allen seinen Einnahmen festzuhalten, um zahlungsfähig zu bleiben.

Durch die Kürzung der Dividende hat sich Flannery eine gewisse Flexibilität verschafft, um einige Vermögenswerte zu verkaufen und die Umstrukturierungsbemühungen fortzusetzen. Tatsächlich beabsichtige er, die Sparten Transport- und Verbraucherbeleuchtung von GE zu verkaufen. Dies würde Ressourcen freisetzen, die für Forschung und Entwicklung, Marketing oder andere Anstrengungen zur Verbesserung des GE-Geschäftsmodells eingesetzt werden können.

Flannery wird sich sicherlich nicht viele Freunde unter den Einkommensinvestoren machen, doch es wird ihm wahrscheinlich mehr Kopfschmerzen ersparen.

Was das langfristig bedeutet

Eine Dividendenkürzung wird der GE-Aktie kurzfristig nicht gut tun, und in der Tat ist der Aktienkurs am Vormittag um mehr als 5 % gefallen. Die Tatsache, dass der Kurs nicht weiter gefallen ist, deutet allerdings darauf hin, dass ein Rückgang bereits teilweise in die Aktie eingepreist wurde.

Langfristig jedoch ist die Dividendenkürzung vermutlich eine gute Sache für das Unternehmen. Damit ist die Unsicherheit beseitigt, ob Flannery die Dividende kürzen und die Rendite auf ein historisches und besser beherrschbares Niveau zurückführen wird. Vor allem aber werden dadurch Ressourcen freigesetzt, so dass Flannery die Umstrukturierungen und eine Agenda umsetzen kann, die GE hoffentlich wieder auf Kurs bringen wird.

Für die GE-Investoren werden es wahrscheinlich ein paar harte Jahre werden, da Flannery versucht, alles in Ordnung zu bringen, und es keine Erfolgsgarantie dafür gibt. Aber jetzt, da die Dividendenkürzung durchgezogen ist, ist das Schlimmste wohl vorbei.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Bromels auf Englisch verfasst und am 13.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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