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Hedgefonds: Das Ende einer Ära

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Es ist gar nicht so lange her, da hatten wahrscheinlich nur die wenigsten jemals von einem Hedgefonds gehört. Mittlerweile hat man das Gefühl, dass kaum eine andere Branche an der Wall Street eine ähnliche Bedeutung hat.

Es gibt einen ganz einfachen Grund, wieso es überhaupt so weit kommen konnte, und wieso Hedgefonds sich auf sehr, sehr harte Zeiten gefasst machen müssen.

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Zwei Crashs waren Grund genug für die lange Erfolgswelle

Es wird oftmals unterschätzt, welche Auswirkungen es auf das Verhalten von Anlegern hatte, dass wir innerhalb von nicht einmal eines ganzen Jahrzehnts zwei Jahrhundertcrashs erlebt haben. Zur Jahrtausendwende hat der lange Bullenmarkt an den internationalen Aktienmärkten sich ein letztes Mal in Form der Internetblase hochgetrieben, nur um dann in einem Ausbruch massiver Enttäuschung Internetaktien und den Gesamtmarkt nach unten zu ziehen. Das hat den Leuten die Lust auf die Suche nach den vielversprechendsten Aktien ausgetrieben.

Als man 2008 gerade wieder die Höchststände vor dem Platzen der Blase erreichte, unter deutlich nüchterneren Bedingungen an den Märkten, brach die globale Finanzkrise aus und zog die Aktienmärkte schon wieder in den Abgrund. Diesmal waren nicht lächerlich hohe Bewertungen schuld, sondern die Panik an den Finanzmärkten und die darauffolgende heftige wirtschaftliche Rezession. Die traumatische Lektion war aber dieselbe, nämlich, dass das Engagement am Aktienmarkt mit Risiken und Schwankungen verbunden ist.

Unter solchen Bedingungen sollte es eigentlich nicht verwundern, dass Hedgefonds ihre große Blüte erlebten. Plötzlich wollte niemand mehr einfach nur eine gute Rendite, man wollte gleichzeitig auch noch vor den beängstigenden Schwankungen der Aktienmärkte geschützt sein. Das können Hedgefonds auf jeden Fall versprechen und zumindest theoretisch auch liefern, schließlich können sie ihr Portfolio mit Shorts, Optionen oder Makrostrategien gegen fallende Märkte absichern.

Nachdem die Aktienmärkte aber die furchterregenden Tiefen der zwei Crashs deutlich hinter sich gelassen haben, fragen sich viele, was sie für ihr Geld bei Hedgefonds eigentlich bekommen. In der Regel ist das nämlich viel zu wenig.

Kostendruck und ausbleibende Riesencrashs dürften die Branche ausbluten lassen

Hedgefonds stehen in letzter Zeit immer stärker in der Kritik. Ihre Renditen sind nicht besonders gut, was sowohl daran liegt, dass es sowieso schwer ist, den Markt zu schlagen, als auch dass die Konkurrenz um die besten Ideen zu groß geworden ist. Auch das Vergütungsmodell wird oftmals zurecht scharf kritisiert. Hier wird typischerweise 2 and 20 verlangt, also eine üppige Verwaltungsgebühr von 2 % des Fondsvolumens und weitere 20 % der eventuellen Überrendite.

Vor allem die hohen Gebühren müssen schon zwingend im Durchschnitt zu schlechter Performance führen. Das verstehen mittlerweile auch immer mehr Anleger und ziehen ihre Mittel ab. Die Stimmung in der Branche ist schlecht, viele Hedgefonds schließen.

Das könnte aber noch lange so weitergehen, denn mit kostengünstigen ETFs ist die Alternative zu Hedgefonds so klar und attraktiv wie noch nie, und es ist eher unwahrscheinlich, dass bald schon wieder Jahrhundertcrashs viele Anleger in die Arme der Hedgefondsbranche treiben werden. Das Ende einer Ära steht bevor.

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