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5 Szenarien, die den Ölpreis auf 100 US-Dollar drücken könnten

Foto: The Motley Fool.

Die Ölpreise waren in diesem Jahr schwach und lagen einen Großteil der Zeit bei unter 50 US-Dollar pro Barrel, während viele davon ausgegangen waren, dass der Ölpreis inzwischen deutlich über diesem Niveau liegen würde. Öl bleibt günstig, aber das bedeutet nicht, dass es letztendlich nicht wieder einen dreistelligen Kurs erreichen könnte. In der Tat befürchten immer mehr Analysten, dass die Rohölpreise in Zukunft steigen könnten. Hier ein Blick auf fünf Szenarien, unter denen Öl wieder auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen könnte.

1. OPEC

Mitglieder der OPEC sowie mehrere Nichtmitglieder haben sich bereit erklärt, ihre kombinierte Fördermenge um 1,8 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren, um einen Teil des Überangebots, das die Ölpreise belastet, zu eliminieren. Die OPEC hat bisher ausgezeichnete Arbeit geleistet, um ihre Zusage einzuhalten, da die Befolgung der Verpflichtungen in diesem Jahr durchschnittlich 86 % betragen hat. Während das derzeitige Abkommen bis März nächsten Jahres gilt, haben die Mitglieder offen über eine Verlängerung des Abkommens gesprochen und in jüngster Zeit sogar vorgeschlagen, dass sie „einige außergewöhnliche Maßnahmen“ ergreifen würden, die das Gleichgewicht aufrecht erhalten würden. Das könnte einen noch tieferen Produktionsrückgang mit einschließen. Es ist aber auch möglich, dass dadurch zu viel Öl aus dem Markt genommen wird, was die Preise stark ansteigen lassen würde.

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2. Jahre der Unterinvestition holen uns ein

Drei Jahre niedrige Ölpreise haben die Industrie dazu veranlasst, geplante Ölprojekte im Wert von 2 Billionen US-Dollar zu vertagen. Dies hat zur Folge, dass derzeit nur begrenzte freie Kapazitäten auf dem Markt sind, was es vielen Produzenten erschweren wird, mit den natürlichen Förderrückgängen der alten Ölfelder Schritt zu halten. Nach Angaben von Core Labs (WKN:897269) wird die Industrie im nächsten Jahr 2,8 Millionen Barrel pro Tag mehr produzieren müssen, um die derzeitigen Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten. Daher müssen die Ölkonzerne ihre Investitionen aufstocken, um der rückläufigen Entwicklung entgegenzuwirken. Wenn sie es nicht tun, warnte eine Führungskraft von Halliburton (WKN:853986), “dass der Markt aufholen wird. Es könnte dabei zu einem starken Preisausschlag nach oben kommen. Vielleicht geschieht es erst 2020-2021, aber früher oder später muss es dazu kommen.“ Core und Halliburton sagen das nicht nur, um die Kunden davon zu überzeugen, mehr Geld auszugeben. Die Internationale Energieagentur hat kürzlich ebenso vorausgesagt, dass das globale Ölversorgungsangebot nur schwer mit der Nachfrage nach 2020 Schritt halten kann und das Risiko eines starken Preisanstiegs besteht, wenn nicht bald neue Projekte genehmigt werden.

3. Iran stützt den Ölmarkt

Einer der Gründe dafür, dass die Ölpreise in den letzten Jahren niedrig geblieben sind, ist, dass der Iran seine Ölexporte nach der Unterzeichnung des Nuklearabkommens, mit dem die Sanktionen beendet wurden, schnell hochgefahren hat. Das Land produziert jetzt 3,8 Millionen Barrel pro Tag und ist wieder auf dem Vor-Sanktionsniveau. Jedoch hat Präsident Trump geschworen, den Atomvertrag “zu zerreißen“, der dieses Öl vom Markt nehmen und die Preise nach oben treiben könnte. Außerdem könnte eine solche Entscheidung das Land verärgern und es veranlassen, Rache zu nehmen. Eine der Möglichkeiten wäre die Schließung der Enge von Hormuz, die für das Öl aus dem Persischen Golf entscheidend ist. Tankschiffe befördern täglich 17 Millionen Barrel Rohöl auf diesern kritischen Schifffahrtsrouten, die, wenn sie abgeschnitten werden, den Ölpreis in kürzester Zeit um 50 % oder mehr ansteigen lassen könnten.

4. Vom Ölfeld zum Schlachtfeld

Ein weiterer möglicher Reizpunkt für Öl ist das allgegenwärtige Potenzial eines Militärputsches, eines großen Terroranschlags oder eines Bürgerkriegs in einer führenden Ölfördernation. Es gibt bereits mehrere Brennpunkte, die aufflammen könnten, darunter Nigeria, Libyen und Venezuela. Die Rohölproduktion ist in allen drei Ländern aufgrund einer Vielzahl von Störungen gesunken. Ein noch größeres Problem wäre jedoch ein unvorhergesehenes Ereignis, das Schocks auf dem Ölmarkt auslöst, wie etwa ein Staatsstreich oder ein verheerender Terroranschlag in Russland, dem Irak oder Saudi-Arabien, der die Exporte für eine ganze Weile einschränken und den Markt nach Öl hungern lassen könnte.

5. Eine Welle der Zerstörung

Neben einem konfliktgetriebenen Versorgungsschock besteht immer auch das Risiko, dass eine Naturkatastrophe eine große Ölförderregion oder einen Umschlagplatz trifft. Glücklicherweise hat die Branche in den letzten Jahren nur kleinere Probleme erlebt, die die Produktion nur vorübergehend gedämpft haben. Beispielsweise sorgten Waldbrände in Kanadas Ölsand-Region im vergangenen Jahr dafür, dass im Juni etwa 400.000 Bpd nicht mehr geliefert werden konnten, während die Hurrikane Harvey und Nate an der US-Golfküste in diesem Jahr nur vorübergehende Ausfälle verursachten, da diese Naturkatastrophen die Industrie von erheblichen Schäden weitgehend verschont hatten. Allerdings könnte die Branche in Zukunft weniger Glück haben. Wenn eine Reihe von Naturkatastrophen ein paar Ölzentren heimsucht und langfristige Schäden verursacht, könnte es dazu führen, dass die Produktion für längere Zeit unterbrochen wird und es möglicherweise zu einem massiven Preisanstieg führt.

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Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 17.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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