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Gazprom-Aktie +12 % seit August: Aufatmen bei Nord Stream 2?

Foto: Gazprom

Die Aktie des russischen Energieunternehmens Gazprom (WKN:903276) geht mit Schwung aus dem Sommer. Noch Mitte August wurden Kurse von circa 3,28 Euro je Aktie bezahlt, mittlerweile ging es, Stichtag 16. Oktober, um über 12 % auf circa 3,69 Euro nach oben. Das ist für einen so kurzen Zeitabschnitt durchaus ein deutlicher Sprung nach oben.

Gibt es Gründe für die Rally oder ist das nur eine technische Kehrtwende einer volatilen und überverkauften Schwellenländer-Aktie? Vor allem die unbeirrbaren Pläne des Großprojekts Nord Stream 2 könnten einige positiv gestimmt haben. Diese drei Punkte können die Rally erklären.

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1. Gazprom zeigt bei vielen Hürden Pragmatismus und die Gesetzeslage gibt Entwarnung

In der EU sind sich alle Mitgliedstaaten uneinig, wie sie mit Gazproms Großprojekt Nord Stream 2 verfahren sollen. Die generell angespannten Verhältnisse zu Russland und die Angst um Abhängigkeiten am Energiemarkt führen immer wieder dazu, dass einige Länder versuchen, sich gegen die Pipeline zu stemmen.

Dazu gehört auch Dänemark, das es über die Hintertür versucht und sowohl nationale Interessen wie auch Umweltschutz als Gründe gegen Nord Stream 2 anführt. Es könnte so den Bau des Streckenabschnitts, der durch dänisches Gewässer führt, unterbinden. Das Management von Gazprom zeigt sich davon wenig beeindruckt und hat einfach eine neue mögliche Route für die Pipeline planen lassen. Den 1.200 Kilometern Pipeline müssten gerade einmal zehn weitere hinzugefügt werden, um Dänemark zu umgehen.

Anders als einzelne betroffene Staaten, wurde aber im Laufe der letzten Wochen klar, dass die EU selbst hier kein wirkliches Mitspracherecht hat. Zu diesem Schluss kam man, nachdem ein Gutachten des Juristischen Dienstes des Europäischen Rates die Situation näher untersucht hat.

2. Die Nachfrage ist ein immenser Rückenwind

Nord Stream 2 erhält aus wirtschaftlicher Perspektive immer mehr Rückendeckung, da zunehmend deutlich wird, wie stark die europäische Nachfrage nach Erdgas ist. Es wurde kürzlich publik, dass allein Deutschland in den letzten Monaten zeitweise die komplette Kapazität von Nord Stream 1 beansprucht hat. Die weiteren 55 Mrd. Kubikmeter an jährlicher Kapazität wären dringend nötig, um den wachsenden Hunger in Europa zu stillen und die Klimaziele zu erreichen.

Außerdem braucht man aufgrund von Flüssiggaslieferungen als Bezugsalternative auch keine Abhängigkeit von russischen Gasexporten fürchten. Vielmehr hat eine neue Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts der Uni Köln verdeutlicht, dass günstiges russisches Gas zu massiven Einsparungen für europäische Haushalte führen würde. Je nach Erdgaspreis rechnet man hier im Jahr 2025 mit Ersparnissen in einer Höhe von bis zu 34,8 Mrd. Euro.

3. Chinas Erdgashunger wird immer deutlicher

Gute Nachrichten kamen auch aus China. Das Land will unbedingt so schnell wie möglich den Kohleanteil an seinem Energiemix reduzieren und benötigt dafür zusätzliche Erdgasimporte. Ende September gab es deshalb ein Treffen zwischen Gazprom und der chinesischen Regierung, die noch in diesem Jahr zusammen neue Pläne für russische Gasexporte nach China bekanntgeben wollen. Das würde weitere Nachfrage für Gazprom in einem gigantischen Markt erschließen.

Zwar sind weder die Pläne der China-Exporte fertig geschmiedet noch Nord Stream 2 in trockenen Tüchern, aber Gazprom zeigte sich in den letzten Wochen immer wieder als Stehaufmännchen. Der Aktienkurs spiegelt vermutlich genau das wider.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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