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Der Aurelius-CEO klärt über die Situation der Shortpositionen auf

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) musste in diesem Frühjahr einer heftigen Short-Attacke standhalten. Die Wogen haben sich zwar mittlerweile wieder geglättet und der Aktienkurs hat sich ein ganzes Stück erholt, einige Hedgefonds lassen mit ihren Short-Positionen aber nicht nach.

Der Gründer und CEO Dirk Markus hat kürzlich in einem Interview mit www.4investors.de wichtige Details verraten, die einen tieferen Einblick in die Details der Short-Positionen geben. Mit diesem Kontext eröffnen sich plötzlich ganz neue Einsichten.

Noch lassen viele Hedgefonds – zumindest vermeintlich – nicht locker

Da alle Short-Positionen oberhalb von 0,5 % der ausstehenden Aktien im Bundesanzeiger gemeldet werden müssen, kann man recht schnell erkennen, wie die aktuellen Aurelius-Leerverkäufe strukturiert sind. Am Ende der letzten Woche hatten sieben verschiedene Investoren die Aurelius-Aktie geshortet, zusammen ergibt das eine Short-Quote in Höhe von 6,8 % der ausstehenden Aktien.

Das ist nicht unbedingt wenig, aber für ein dynamisches Wachstumsunternehmen durchaus kein unnormaler Anteil. Als ich das letzte Mal im August nachgezählt habe, waren es noch über 9 %. Es scheinen einige Hedgefonds dem Vorbild des ursprünglichen Angreifers Gotham City Research gefolgt zu sein, der seine Position schon vor Monaten aufgelöst hat, zu Kursen weit über seinem postulierten Kursziel.

Die verbleibenden Short-Positionen brauchen den richtigen Kontext

Allerdings muss man ein ziemliches Detailverständnis von Hedgefonds-Strategien mitbringen, um die Struktur der Aurelius-Leerverkäufe wirklich zu verstehen. Aurelius hat im November 2015 eine Wandelanleihe ausgegeben, die ihren Weg in das Portfolio einiger Investoren gefunden hat. Da Wandelanleihen indirekt auch einen Wertzusammenhang mit dem Aktienkurs haben, kann man die Schwankungen des Aktienkurses mit einer entsprechenden Short-Position absichern.

Das sogenannte Delta-Hedging dient dann nicht der Wette auf fallende Kurse, sondern sichert die Wertentwicklung der Wandelanleihe ab. Dass dies auch bei einigen der Aurelius-Shorts der Fall ist, wurde schon länger immer wieder in der Presse aufgegriffen, aber erst kürzlich ganz konkret von Unternehmenschef Dirk Markus bestätigt. Er hat sogar explizit die zwei Investoren Och-Ziff Capital Management und Highbridge als „vertrauensvolle Investoren“ bezeichnet, die aber die Wandelanleihen in ihren Portfolios mit der genannten Strategie absichern wollen.

Somit ist die „echte“ Short-Quote noch einmal ein ganzes Stück geringer. Ein Beispiel hierfür: Einer der aggressivsten Leerverkäufer, Jericho Capital, der noch im August eine Short-Position in Höhe von 2,49 % hatte, hat diese im Laufe des Septembers aufgelöst, oder zumindest bis auf einen Anteil unterhalb der Meldeschwelle reduziert.

Somit ergibt sich aktuell für die Aurelius-Aktie eine Situation wie bei Wirecard, einem weiteren Wachstumsunternehmen, das unter Beschuss von Leerverkäufern geriet. Die meisten haben aufgegeben, und nur noch ein paar Hedgefonds wetten weiterhin im Wert von wenigen Prozentpunkten auf fallende Kurse.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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