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Ist die Börsenparty jetzt vorbei?

Bild: Getty Images

Ich kann förmlich Santanas „Samba Party“ aus den Lautsprechern hinten in der Ecke hören. Den jungen Lesern wird das wahrscheinlich nichts sagen.

Für diejenigen, die in einer anderen Zeit geboren wurden, bedeutet das generell, dass die Party jetzt langsam zu Ende ist.

Diese Melodie von Carlos Santana war nämlich oft der letzte Song des Abends. Kurz danach gingen die Lichter an und die müden Partygänger begannen nach Hause zu fahren.

Ein Allzeittief

Egal, wie großartig und schön es gerade ist, es kann nicht ewig so weitergehen. Auch für die Kreditgeber wird die Party irgendwann zu Ende sein.

Seit fast 10 Jahren sind die globalen Zinsen auf einem Allzeittief. In den USA senkte die Federal Reserve die Zinsen von etwa 5 % auf 0. In der Eurozone wurden sie von 4 % auf 0 gesenkt.

Die Reserve Bank of Australia senkte die Zinsen von 7 auf unter 2 %. Der Leitzins in Singapur wurde von 3 % auf etwa 0 gesenkt.

Japan musste die Zinsen auf unter 0 senken, um überhaupt noch einen Effekt damit zu erzielen. Selbst in China, einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, mussten die Zinsen gesenkt werden. Dort gingen sie von 7,5 % auf 4,35 % runter.

Zuckerrausch

Die Zinsen wurden gesenkt und auf diesem niedrigen Niveau gehalten, um die Weltwirtschaft anzutreiben. Das war wie ein Zuckerrausch, der durch die Arterien des Finanzsektors floss.

In den letzten acht Jahren konnten sich die Banken Geld sehr günstig leihen. Daher mussten sie sich auch nicht darum bemühen, von den Sparern Geld zu bekommen.

Aber all das könnte sich schon bald ändern, wenn es wieder teurer wird, sich Geld zu leihen, da einige Länder die Zinsen wieder anheben. Vielleicht werden die Kreditanstalten sich dann wieder mehr auf die Sparer konzentrieren müssen.

Das könnte Musik für die Ohren der gut betuchten Haushalte sein.

Viel zu lange wurden die Sparer von den Banken schlecht behandelt. Sie haben fast nichts dafür bekommen, dass sie ihr Geld auf dem Sparkonto hielten.

Unglaubliche Arroganz

In der Schweiz gingen die Banken sogar noch einen Schritt weiter und bestraften die Sparer. Sie verlangten von den Leuten Gebühren, dass sie ihr Geld auf die Bank bringen durften. Verzweifelte Zeiten erfordern verzweifelte Maßnahmen, sagt ein Sprichwort. Aber es ist immer noch unglaublich arrogant.

Die Kreditnehmer könnten auch Probleme bekommen. Sie haben nämlich am meisten von den niedrigen Zinsen profitiert.

Einige haben ihren Vorteil aus den niedrigen Zinsen gezogen, um bestehende Kredite abzulösen. Aber nicht alle waren so klug.

Unsanftes Erwachen

Laut dem Institut of International Finance stiegen die globalen Schulden um mehr als 70 Billionen US-Dollar in den letzten 10 Jahren auf ein Rekordhoch von 215 Billionen US-Dollar. Das ist das Äquivalent von 325 % der globalen Wirtschaftsproduktion pro Jahr.

Die Schwellenländer waren dabei die schlimmsten. Ihre kollektiven Schulden haben sich von 16 Billionen US-Dollar auf mehr als 56 Billionen US-Dollar mehr als verdreifacht. Diese Schulden zurückzuzahlen wird nicht leicht, wenn die Zinsen wieder steigen. Das könnte ein Schock werden.

Schrittweise

Die Zentralbanken haben versucht, sicherzustellen, dass der Anstieg der Zinsen klein und schrittweise vonstatten geht. Aber ein Zinsanstieg ist immer noch ein Anstieg und es wird dieses Mal ein schmerzhafter sein.

Das bedeutet, dass es schwieriger für einige Länder, Haushalte und Unternehmen werden könnte, ihre Schulden zu bezahlen.

Es könnte jede Menge Risiko von rücksichtslosen Kreditnehmern ausgehen, die mehr Schulden aufgenommen haben, als sie sich leisten können.

Schwer verschuldete Unternehmen werden vielleicht herausfinden, dass sie mehr von ihren liquiden Mitteln in Zinszahlungen stecken müssen, was ihnen dann für weiteres Wachstum fehlt. Allerdings nur, wenn sie überhaupt ihren Verpflichtungen nachkommen können.

Gewinner und Verlierer

Der Anstieg der Zinsen wird die Starken von den Schwachen trennen. Es wird Gewinner und Verlierer geben, wenn die Federal Reserve in den nächsten Monaten eine straffere Geldpolitik einführt.

Wenn du zu den Gewinnern gehören möchtest, ist es von größter Wichtigkeit für dein Portfolio, diese Schocks überstehen zu können. Und das Jahr 2013 hat uns schon einen Vorgeschmack darauf gegeben, was passieren könnte.

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