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Nordex streicht hunderte Jobs – droht ein zweiter Fall Solarworld?

(c) Foto: Jan Oelker / Nordex, 2012, jan.oelker@gmx.de

Der Aktienkurs fällt seit Monaten, die Gewinne bröckeln und nun müssen knapp 10 % der Mitarbeiter gehen. Das weckt böse Erinnerungen an den Abstieg von Solarworld (WKN:A1YCMM), der erst vor wenigen Monaten in der Insolvenz des Unternehmens mündete. Droht Nordex (WKN:A0D655) vielleicht das gleiche Schicksal? Schauen wir uns dazu an, wie die aktuelle Lage des Konzerns aussieht.

Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

In der ersten Jahreshälfte sahen die Zahlen mehr als dürftig aus. Der Gewinn nach Steuern ist um mehr als 50 % auf 22,6 Millionen Euro gefallen, während der Umsatz um 1,2 % gestiegen ist. Das bedeutet also, dass das Umsatzwachstum zu Lasten des Gewinns erkauft wurde. Der große Konkurrent Vestas beispielsweise musste im gleichen Zeitraum einen Umsatzrückgang hinnehmen, ist dabei aber immer noch sehr profitabel.

Nun könnte man meinen, dass das doch alles gar nicht so schlimm ist, immerhin ist das Unternehmen ja profitabel. Das stimmt zwar, was mir jedoch Sorgen bereitet ist der immense Investitionsbedarf. Im ersten Halbjahr wurden 236 Millionen Euro mehr ausgezahlt, als eingenommen und im Vorjahr sah es nicht besser aus. Damals haben sogar 470 Millionen Euro den Konzern verlassen. Momentan hat der Konzern noch 438 Millionen Euro an liquiden Mitteln, also ein komfortables Polster. Lange wird die Bilanz aber nicht ohne externe Finanzspritzen auskommen, falls sich diese Situation nicht verbessern sollte.

Deshalb ist zumindest die Frage nach der Zukunft des Konzerns als eigenständiges Unternehmen durchaus berechtigt. Das Management ist auf jeden Fall darauf angewiesen, die Kosten massiv zu senken, um im brutalen Wettbewerb mithalten zu können und den Gewinn zu steigern. Der angekündigte Stellenabbau ist daher wohl ein unausweichlicher Schritt, jedoch stellt sich die Frage, wie weit die Einsparungen gehen können, ohne die eigene Zukunft dabei zu gefährden.

Droht eine Kapitalerhöhung?

Für Aktionäre ist zudem wichtig abschätzen zu können, ob eine Finanzspritze notwendig sein wird. Denn der in den vergangenen Monaten rasant gefallene Kurs der Aktie macht eine Kapitalerhöhung für bestehende Aktionäre zu einer schweren Belastung. Je weiter der Kurs fällt, desto mehr Aktien müssen ausgegeben werden, um einen eventuellen Finanzbedarf zu decken.

Das große Problem an der Sache ist, dass es enorm schwierig ist, die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung vorherzusagen. Das Geschäft ist inzwischen so unvorhersehbar, dass das Management selbst keine Prognose über das laufende Jahr hinaus mehr wagt. Da bleibt also nur noch die Möglichkeit den besten Fall und den schlimmsten Fall durchzuspielen und die Chancen abzuwägen.

Oder droht sogar die Übernahme durch einen Konkurrenten?

Zusammengefasst muss Nordex dringend daran arbeiten, seinen Cashflow zu verbessern, um langfristig eine Chance als eigenständiges Unternehmen zu haben. Der Markt ist extrem unvorhersehbar, der Konkurrenzdruck enorm und das Unternehmen finanziell betrachtet verhältnismäßig klein. Zusammengenommen führt das dazu, dass das Wachstum die Bilanz stark belastet. Gleichzeitig macht der fallende Aktienkurs eine Kapitalerhöhung immer unattraktiver und den Konzern für Konkurrenten zu einer attraktiven Übernahmegelegenheit, mit der man schnell seinen Marktanteil vergrößern könnte.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nordex.

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