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Deutsche Gigafactory kämpft um Rohstoffe

Foto: Getty Images

Beim Elektropionier Tesla ist man sich schon länger klar, dass sich die Massenanfertigung von Elektroautos an der Verfügbarkeit von leistungsfähigen Akkus entscheiden wird. Deswegen baut man in der Wüste Nevadas an einer Gigafactory für Batterien, die nicht nur die größte Akkufabrik der Welt sein wird, sondern auch das größte Gebäude überhaupt.

Im Autoland Deutschland versucht man jetzt die versäumten Hausaufgaben nachzuholen, nachdem man das Geschäft mit Batterien bisher den USA und Asien überlassen hat. Mithilfe der Neugründung TerraE Holding GmbH soll eine deutsche Gigafactory bzw. Gigafactorys entstehen, die der deutschen Automobilindustrie mit ihren Elektroambitionen helfen soll.

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Die Massenfertigung von Akkus wird die große Herausforderung bei der Herstellung von Elektroautos in hohen Stückzahlen. Bei der Akkuproduktion selbst wird es dann vor allem auf den verlässlichen Zugang zu Rohstoffen ankommen. Deswegen kämpft TerraE bereits lange bevor die erste Fabrik steht um die verlässliche Lieferung von Rohstoffen. Der erste Schritt wurde bereits gemacht.

TerraE hat die Bodenschätze Australiens im Visier

TerraE hat kürzlich eine komplexe Kooperation mit der australischen Magnis Resources Limited verabredet. Technisch gesehen handelt es sich dabei um ein Memorandum of Understanding. Dabei soll Magnis Resources die für die Anodenherstellung wichtigen Grafite für die Herstellung in Deutschland liefern. Begleitet wurde die Ankündigung mit den üblichen wohlwollenden Worten. TerraE-CEO Holger Gritzka sagte: „Wir freuen uns, Magnis als strategischen Partner für unser Projekt gewonnen zu haben. Die Sicherstellung der langfristigen Lieferung von Rohmaterial ist von großer Bedeutung für eine Zellenproduktion in Deutschland.“

Der Partner Magnis Resources ist in Australien und Ostafrika tätig und fördert natürliches Grafit. Mit dem Großprojekt Nachu Graphite Project will das Unternehmen in Tansania auf fast 200 km² Grafit abbauen, um die wachsende Nachfrage nach dem Rohstoff zu stillen.

Das frühe Abkommen mit einem Rohstofflieferanten unterstreicht, dass nur mit verlässlichen Partnern die Skalierung der Batterieproduktion auch reibungslos vonstatten gehen kann. Dabei hat es TerraE nicht übermäßig eilig. Produktionsbeginn wird erst ab 2019 erwartet und zunächst erst mit einem sehr beschränkten Volumen. Irgendwann soll die Kapazität zwar fast mit Teslas Gigafactory gleichziehen, das ist aber nicht vor 2028 geplant.

Eine zweischneidige Strategie

Wenn man die Fortschritte in der Rohstoffbeschaffung betrachtet, werden einem schnell die positiven und negativen Aspekte der TerraE-Strategie klar. Die vorzeitige Beschäftigung mit der Lieferkette wird dafür sorgen, dass das junge Unternehmen schon früh Expertise sammelt. Da man die Produktion außerdem nicht von Null auf Hundert startet, kann man von einer stetigen Lernkurve profitieren, mithilfe derer man sowohl die Produktion als auch die Rohstoffbeschaffung laufend anpassen kann. Man bleibt also deutlich flexibler.

Der eindeutige Nachteil ist aber natürlich, dass man sich so sehr viel Zeit lässt, bis man nennenswerte Produktionskapazitäten aufgebaut hat. So verzichtet man auf Skaleneffekte und könnte am Ende nur ein unbedeutender Akteur in einem wichtigen Zukunftsmarkt bleiben. TerraEs frühe Schritte in der Rohstoffbeschaffung sind wichtig, aber ob sie auch genug sind, ist eine ganz andere Frage.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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