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US-Aktien: Warren Buffett widerspricht mir

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Nein, ich glaube nicht wirklich, dass der große Warren Buffett sich mit mir und meinen Artikeln beschäftigt, haha. Aber Fakt ist, dass ich dir und den anderen Lesern schon seit Monaten dazu rate, vorsichtig mit Investments in den USA zu sein, während das Orakel von Omaha sich über die Bären lustig macht und sie für verrückt erklärt. In gewisser Weise hat er da recht, wie ich finde, aber zur aktuellen Verfassung der US-Wirtschaft habe ich eine ganz andere Meinung.

Der ewige Optimist

Warren Buffett war in der Vergangenheit immer optimistisch für den amerikanischen Aktienmarkt und bleibt es auch für die Zukunft. Damit ist er reich geworden. Wir bei The Motley Fool orientieren uns an seiner Philosophie und glauben ebenfalls fest daran, dass gute Aktien langfristig zu den besten Investments gehören.

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Aber in bestimmten Marktsituationen können wir auch mal vorsichtig werden. Als der aktuelle Präsident letztes Jahr an die Macht kam, war für mich klar, dass dies weder für die USA noch für den Rest der Welt gut sein kann. Während ich zu Investitionen in Deutschland, Europa und Schwellenländern riet, deckte sich Buffett unbeirrt mit weiteren US-Aktien im Wert von vielen Milliarden US-Dollar ein.

Bisher lief es recht ordentlich für ihn. Sein börsennotiertes Investmentvehikel Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) ist seit dem Jahresanfang schon wieder 11 Prozent im Plus. Allerdings: In Euro gerechnet liegt die Aktie weiterhin im negativen Bereich. Mit Investitionen im Euroland wäre er im gleichen Zeitraum wahrscheinlich viel besser gefahren. Aber das ist der Blick zurück. Wie sieht es aus, wenn wir den Blick nach vorne richten?

Die verrückten Bären

Warren Buffett hat etwas Grundsätzliches über die Wirtschaft und die Börsen verinnerlicht: In einem freien kapitalistischen System summieren sich einzelne unternehmerische Entscheidungen langfristig immer zu Fortschritt und steigenden Gewinnen. Deshalb ist für ihn auch glasklar, dass der Dow Jones sich über die kommenden Jahrzehnte noch ein manches Mal verdoppeln wird.

Wenn nun die Crash-Propheten landauf und landab ziehen und die Menschen vor dem Kauf von Aktien warnen, dann kann er nur den Kopf schütteln: „Nein, mit dem Leerverkaufen von Aktien ist noch niemand reich geworden.“ — und da bin ich auch völlig einig mit ihm. Wenn wir eine langfristige Perspektive weit über die aktuelle US-Regierung hinaus einnehmen, dann wird der Blick frei für das Wesentliche.

Selbst wenn es jetzt zu einem stärkeren Kursrückgang kommen sollte, würde das auf Sicht von vielen Jahren wahrscheinlich nur eine kleine Delle darstellen. Der langfristige Trend zeigt einfach nach oben — selbst Katastrophen, Konflikte und Pleiten können daran nur kurzfristig etwas ausrichten.

Wo Warren Buffett meiner Meinung nach falsch liegt

Grundsätzlich muss man natürlich stets einkalkulieren, dass die Kurse im nächsten Moment einbrechen könnten, das weiß auch Warren Buffett mit seiner überragenden Lebenserfahrung. Aber die Frage ist, wie gut die wahrscheinlichen Aussichten für die US-Wirtschaft auf kurze bis mittlere Sicht sind — und da weicht seine Einschätzung erheblich von meiner ab.

Er meint, dass sich die einheimische Ökonomie weiterhin in ausgezeichneter Verfassung befinde und rechnet mit schönen Kursgewinnen. Doch daran habe ich ernsthafte Zweifel. Es kann zwar gut sein, dass der vielfach befürchtete Crash auf absehbare Zeit ausfällt, aber ich gehe schwer davon aus, dass die vielfältigen aktuellen Probleme die meisten US-Aktien auf die ein oder andere Weise belasten werden.

Es kommen jetzt einfach zu viele Dinge zusammen, als dass man davon ausgehen könnte, dass es keine Auswirkungen auf die Aktienkurse haben würde:

Da ist die noch ausstehende globale Gegenreaktion auf die aggressive und egoistische Außenpolitik und der Verfall des sozialen Kapitals durch die hässliche Polarisierung der Gesellschaft. Zudem droht den USA zum ersten mal seit Jahrzehnten ein Brain Drain, weil viele kluge Köpfe enttäuscht weiterziehen, nach Hause zurückkehren oder schon gar nicht einreisen dürfen. Da sind Dürren und verheerende Zerstörungen durch den durch die Administration verleugneten Klimawandel und eine rekordverdächtige private wie öffentliche Verschuldung.

Ich denke, es wäre geradezu naiv, all diese Faktoren zu ignorieren. Deshalb positioniere ich mich in diesem Punkt ganz klar gegen Warren Buffett. Viele Unternehmen finde ich sehr teuer bewertet, aber allein schon wegen des aus meiner Sicht drohenden weiteren Verfalls des US-Dollars würde ich mich mit Investments in den USA stark zurückhalten. In wenigen Jahren, wenn die amerikanischen Wähler möglicherweise wieder eine zivilisiertere Regierung wählen, könnte sich das Bild natürlich wieder schlagartig aufhellen. Das bleibt aber abzuwarten.

Warum in die Ferne schweifen?

Auf Sicht von wenigen Jahren gehört der Aktienmarkt der USA für mich zu den unattraktivsten. Natürlich kann man dort auch jetzt noch auf attraktive Einzeltitel stoßen, aber in der Breite glaube ich nicht wie Warren Buffett an großartige Renditen.

Unabhängig von der unterschiedlichen Bewertung der spezifischen aktuellen amerikanischen Bedingungen bleibt seine optimistische langfristige Perspektive natürlich trotzdem eine der wichtigsten Leitlinien meiner Anlagestrategie.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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