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ETFs oder doch lieber Stock-Picking? Die Vor- und Nachteile beider Ansätze

Foto: Getty Images

In dem Moment, in dem du das hier liest, kannst du bereits stolz auf dich sein. Denn du hast die meiner Meinung nach richtige Entscheidung in deinem Leben getroffen, an der Börse zu investieren und dein Vermögen langfristig aufzubauen. Bravo!

Nun stellt sich dir aber möglicherweise die Frage, in was du investieren willst. Sehr wahrscheinlich hast du schon mitbekommen, dass sowohl Einzelaktien als auch kostengünstige ETFs gute Wege sind, um renditestark unterwegs zu sein. Aber wofür hier letztlich entscheiden?

Diese Wahl kann ich dir natürlich nicht abnehmen und sie hängt von vielen, persönlichen Faktoren ab. Aber ich kann dir selbstverständlich die Vor- und Nachteile aufzeigen, um dir bei dieser Entscheidung zu helfen.

1) Arbeitsaufwand

Als erstes sollten wir dabei mal begutachten, wie es sich denn mit dem Arbeitsaufwand verhält. Hier ist ohne große Umschweife direkt festzuhalten, dass ETF als Passivfonds natürlich einfacher sind. Auch hier ist jedoch ein wenig Arbeit, vor allem im Bereich der groben Auswahl und im Kostenvergleich, notwendig, mehr dazu hier, aber letztendlich ist das relativ wenig im Vergleich zur Einzelaktienauswahl.

Um hier nämlich ein breit diversifiziertes und solide ausgewähltes Portfolio zusammenzustellen, wirst du viele Geschäftsberichte lesen und weiterführende, prognostische Analysen aufstellen müssen. Das nimmt, wie du dir sicher denken kannst, deutlich mehr zeitlichen Arbeitsaufwand ein, als gelinde gesagt bei einem passiven Indexfonds den Anbieter sowie die Kostenquote zu vergleichen.

Unter dem zeitlichen Gesichtspunkt bietet es sich daher folglich eher an, auf ETFs zu setzen, wenn man hier nicht allzu viel investieren möchte.

2) Anvisierte Rendite

Wenn du hingegen auf eine möglichst hohe Rendite aus bist, könnte es sich tendenziell anbieten, auf Einzelaktien zu setzen. Hier hältst du dein persönliches Erfolgszepter nämlich selbst in der Hand, anstatt einfach von der Entwicklung eines Gesamtmarktes zu profitieren.

Gleichwohl sei aber angemerkt, dass die Partizipation an der Entwicklung des Gesamtmarktes jedoch nichts Schlechtes ist, ganz im Gegenteil. Wie langjährige Analysen der vergangenen Renditen zeigen, schafften gängige Indizes wie DAX und S&P 500 irgendwas zwischen 7 und 9 % pro Jahr, was Investoren in Einzelaktien natürlich erst einmal toppen müssen. Daran beißen sich nicht wenige auf selbständigen Füßen durchaus die Zähne aus.

Grundsätzlich gibt es bei dem Stock Picking aber kein Limit, wie beispielsweise Ausnahmeinvestor Warren Buffett zeigt. Der Valuemeister schafft nämlich im langjährigen Vergleich eine Durchschnittsrendite von ca. 20 %, wodurch er jegliche gängige Indizes historisch gesehen weit hinter sich ließ.

Wenn du glaubst, du kannst das auch, sind Einzelaktien vermutlich die bessere Wahl. Wenn du aber zeitlich ohnehin limitiert bist und (noch) nicht so ganz an deine Fähigkeiten glaubst, könnten auch unter diesem Aspekt ein oder mehrere ETFs interessanter sein.

3) Gestaltungsmacht

Worüber du dir als letztes noch Gedanken machen solltest, ist die Gestaltungsmacht, die du bei deinen Investitionen haben möchtest. Denn gerade bei einem ETF ist diese sehr, sehr limitiert. Zwar kannst du dir den Index selbstverständlich auswählen, in den du investierst, oder aber ein Thema, beispielsweise Öl- und Erdgas, in das ein ETF dein Geld anlegen soll, was aber die einzelne Aktienauswahl innerhalb dieses Passivfonds angeht, hast du keine Wahlmöglichkeit. Das ist wiederum die Kehrseite der Einfachheit.

Das kann mitunter problematisch sein, wenn du ganz breit in einen Index investieren möchtest, es aber mit dir selber nicht vereinbaren kannst, in Waffen, Alkohol, Zigaretten, Pharma, Fast Food oder dergleichen zu investieren. Solche Geschäftszweige kommen zuweilen mit einem ETF in dein Portfolio, da sie zum gesamtwirtschaftlichen Mix dazugehören.

Bei der handverlesenen Aktienauswahl kannst du das selbstverständlich berücksichtigen und nur die Titel in dein Portfolio packen, die dich nachts noch ruhig schlafen lassen. Ein möglicherweise nicht zu unterschätzender Vorteil.

Alles in allem…

…solltest du grob gesprochen bei viel Zeit und dem Wunsch nach maximaler Eigenleistung sowie hoher, angestrebter Rendite (wenn du glaubst, du schaffst das!) eher zur Aktienauswahl tendieren und bei wenig Zeit und wenig Interesse, dich mit Geschäftsberichten und dergleichen abzugeben eher zu einem günstigen Passivfonds tendieren, wobei das natürlich auch nur eine übergreifende Weichenstellung sein kann.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Solltest du momentan eher zu einem ETF tendieren, so kann ich dir hier und jetzt schon empfehlen, dich mit der Besteuerung ab 2018 näher zu befassen, da wird sich nämlich einiges ändern. Mein Foolisher Kollege Marlon wird in letzter Zeit nicht müde, darauf hinzuweisen, wie zuletzt hier.

Die Wahl liegt aber insgesamt bei dir. Und wer weiß, vielleicht findest du ja auch letztlich Gefallen an beiden Wegen?

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