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Warum um alles in der Welt ist Netflix ins Marihuanageschäft eingestiegen?

Foto: The Motley Fool.

Marihuana ist auf Bundesebene in den USA technisch gesehen noch illegal, aber Netflix (WKN:552484) lässt sich davon nicht abhalten. Letzten Monat veröffentlichte das Unternehmen eine Auswahl an Marihuanaprodukten mit dem Netflix-Logo, um seine Fernsehserien zu bewerben. Alle Produkte tragen das Logo des Unternehmens auf dem Label und jedes einzelne Produkt war für den Konsum während einer bestimmten Netflix-Serie empfohlen worden.

Das war ein einmaliger Publicity-Stunt, um Aufmerksamkeit auf diese Serien zu lenken. Besonders ging es dabei um eine neue Sitcom mit dem Namen Disjointed, die in einer Marihuana-Ausgabestation in Kalifornien spielt. Daher können wir kaum erwarten, dass das Unternehmen den Verkauf von Marihuana zu einem Nebengeschäft aufbauen wird. Diese Maßnahme ist allerdings ein Vorbote auf die Zukunft, der zeigt, dass Marihuana selbst jetzt in diesem frühen Stadium schon die Massen erreicht hat.

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Netflix verkauft das Gras aber nicht selbst. Das Unternehmen klebt nur sein Label darauf. Alle zwölf angebotenen Produkte wurden entwickelt, angebaut und verkauft von einer lizensierten Ausgabestelle in West Hollywood. Verfügbar sind sie nur dort und nur für einen bestimmten Zeitraum (ein paar Tage vor und nach der Premiere von Disjointed). Trotzdem waren sie sehr beliebt – es konnten mehr als 100 Einheiten verkauft werden.

Netflix kann und will kein Marihuana verkaufen im Gegensatz zu den kanadischen Pot-Unternehmen Canopy Growth (WKN:A140QA) und Aphira. Das Unternehmen entwickelt auch selber keine medizinischen Behandlungen, bei denen THC eingesetzt wird wie GW Pharmaceuticals (WKN:693692) oder liefert Maschinen an die Hersteller wie Scotts Miracle Gro (WKN:883369). Netflix benutzt Marihuana nur als Marketing-Strategie.

Diese ganze Angelegenheit zeigt uns aber gleichzeitig, welche Einstellung die Gesellschaft zu diesem Thema hat und gibt uns einen Einblick in eine mögliche Zukunft.

Vor einigen Jahren hätten nur wenige Führungskräfte eine ähnliche Marketingkampagne mit einer verbotenen Substanz überhaupt in Erwägung gezogen. Jetzt wird eine solche Substanz nicht nur von der allgemeinen Öffentlichkeit toleriert, sie wird sogar akzeptiert. Es gab fast keinen öffentlichen Aufschrei als Reaktion auf die Marketingkampagne von Netflix. Dieser PR-Stunt stach in kein Wespennest mehr.

Es scheint auch nicht so, als würde sich irgendjemand über Scotts Miracle-Gro aufregen oder GW Pharmaceuticals und das Medikament Sativex boykottieren. In Kanada scheint man auch mit Canopy Growth und Aphira keine Probleme zu haben.

Ein interessanter Markt

Wenn Marihuana grünes Licht bekommt, um die Kunden auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam zu machen, dann können wir erwarten, dass es in der amerikanischen Unternehmenslandschaft noch tiefere Wurzeln schlagen wird.

Der breite Markt soll sich bis 2021 mehr als verdreifachen, wenn wir einer aktuellen Analyse glauben können. Im Moment gibt es nicht genug Pot-Aktien für Investoren, um daraus den vollen Vorteil zu ziehen. Das erklärt auch, warum die Performance von GW Pharmaceuticals, Aphira und Canopy Growth in den letzten 12 Monaten deutlich besser war als der S&P 500.

Aufgrund dieser Faktoren können wir erwarten, dass einige Unternehmen auf den Zug aufspringen werden und “Ganja” in naher Zukunft für sich entdecken werde.

Es wird interessant sein, wie sich diese Sache noch weiterentwickelt, weil es schwer ist vorherzusagen, welche Unternehmen sich wie entwickeln werden und was sie tun werden. Vielleicht werden sie einen PR-Stunt wie Netflix inszenieren oder versuchen, Geräte wie Scotts Miracle-Gro herzustellen. Vor der Werbekampagne zu Disjointed hatten nur wenige damit gerechnet, dass Netflix einen solchen Schritt wagen würde.

Ein Unternehmen, dass sich zu solchen Schritten entschließt, wird aber nicht als eine “Pot-Aktie” verschrien werden. Aber die vorübergehende Teilnahme an der Stoner-Kultur wird nicht die letzte sein, in der ein großer Börsenname Marihuana zu Werbezwecken nutzen wird. Wir können erwarten, dass andere Unternehmen es Netflix gleichtun werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel wurde von Eric Volkman auf Englisch verfasst und am 09.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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