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GlaxoSmithKline verschwendet mit seiner Dividende Geld

Eigentlich mag ich Unternehmen, die eine Dividende zahlen. Und das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (WKN:940610) zahlt eine der besten Dividenden auf diesem Planeten. Allerdings gibt es einen Grund, warum GlaxoSmithKline lieber keine Dividende ausschütten sollte. Und dieser Grund heißt Schulden.

Gegenwärtig zahlt GlaxoSmithKline seinen Aktionären eine jährliche Dividende von 1,04 US-Dollar je Aktie. (Für jedes an der NYSE erworbene ADR Aktienzertifikat erhält man zwei britische normale Aktien.) Daher liegt die Dividendenrendite bei 5,2%, wenn man eine der 39 US-Dollar teuren Aktien als Grundlage nimmt.

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GlaxoSmithKlines Dividendenrendite ist so groß, weil der Aktienpreis so niedrig ist. Die Gewinne von Glaxo sind im Moment gering, da sich das Unternehmen inmitten einer Umstrukturierung befindet. Und mit den Gewinnen sind auch die Aktienpreise von GlaxoSmithKline gesunken. Genaugenommen gaben sie im letzten Jahr 9 % nach. Der S&P 500 hingegen stieg zum Vergleich um 12%.

Während der S&P 500 wächst, haben die Aktionäre von GlaxoSmitKline mit sinkenden Aktienkursen zu kämpfen. Foto: Getty Images.

Eine zweite Folge der schwachen Gewinne von Glaxo ist, dass die Ausschüttungsquote (der Anteil an den Gewinnen von Glaxo, der in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet wird.) nun 200 % übersteigt. Anders ausgedrückt, für jeden Euro, den Glaxo Gewinn macht, zahlt es zwei Euro an seine Aktionäre. Einen Euro hat das Unternehmen und einen Euro muss es sich leihen. Das ist keine nachhaltige Dividendenpolitik.

Tradition der Freigiebigkeit

Und das ist noch nicht alles. Laut den Daten von S&P Global Market Intelligence hat GlaxoSmithKline in den letzten zehn Jahren 53,4 Milliarden US-Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Das klingt hervorragend. Aber es gibt einen weiteren Grund, warum das nicht unbedingt gut war.

Aktionäre, die Glaxo aufgrund seiner Dividende gekauft hatten, haben massiv davon profitiert. Wer die Aktie jedoch erworben hat, weil er einen langfristigen Partner in Form eines erfolgreichen Unternehmens haben wollte, hat jedoch aufgrund der großzügigen Dividenden ein Problem.

Den Grund erkennt man bei einem Blick in die Bilanz. GlaxoSmithKline hat im Moment 5,3 Milliarden US-Dollar in bar auf der hohen Kante. Aber die Schulden belaufen sich auf 24,4 Milliarden US-Dollar. Hätte Glaxo sein Geld also für sich behalten, anstatt alles in Form von Dividenden auszuschütten, wären die 53,4 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen in den letzten zehn Jahren ausgeschüttet hatte, genug, um die Schulden doppelt zu begleichen. Damit stünde das Unternehmen finanziell viel besser da.

Hohe Dividende, hohe Schulden

Allerdings ist nicht jeder dieser Meinung. Mein Kollege Sean Williams denkt aufgrund der besser werdenden Ergebnisse in der Atemwegs- und Infektionskrankheitensparte sowie des Aktienswaps mit Novartis, dass die Dinge zum besseren stehen. Auch Analysten der Wall Street sind der Meinung, dass die Gewinne in den kommenden fünf Jahren um knapp 7 % pro Jahr steigen. Allerdings wäre eine Wachstumsrate von unter 7 % niedriger als die von Konkurrenten wie Bristol-Myers Squibb, Novartis, Merck oder Eli Lilly.

Ein Grund, warum erwartet wird, dass Glaxo langsamer als seine Konkurrenten wachsen wird, ist die große Schuldenlast. S&P Global Marketplace Intelligence gibt den Verschuldungsgrad mit 4,3 an. Das ist deutlich mehr als die Konkurrenten zu schultern haben:

  • Bristol-Myers hat einen Nettoschuldenstand von 1,7 Milliarden US-Dollar bei einer größeren Marktkapitalisierung.
  • Eli Lilly ist nur geringfügig kleiner als Glaxo und hat mit 7,1 Milliarden US-Dollar nur ein Drittel der Nettoschulden von Glaxo.
  • Merck ist mit einer Marktkapitalisierung von 172,6 Milliarden US-Dollar fast doppelt so groß wie Glaxo. Aber die Schulden belaufen sich mit 13 Milliarden US-Dollar nur auf die Hälfte von Glaxo.
  • Novartis bringt 218,4 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung auf die Waage. Aber die Schulden betragen nur 22,1 Milliarden US-Dollar und liegen damit unter Glaxos Schuldenstand.

Im Vergleich zu seinen Wettbewerbern hat Glaxo hohe Schulden, die es finanziell weniger beweglich machen. Die Zinszahlungen verschlingen einen großen Teil seiner Gewinne (940 Millionen US-Dollar in den letzten zwölf Monaten) und drücken so die Gewinnmarge unter den Stand der Branche. Außerdem zahlt Glaxo mit Abstand die höchste Dividende im Vergleich der oben genannten Unternehmen. Auf Platz zwei liegt Novartis mit einer Dividendenrendite von 3,2 %.

Trotzdem sind die Verbindlichkeiten von Glaxo in den letzten zwei Jahren gewachsen. Und es scheint, als ob sie auch 2017 zunehmen werden. Daher denke ich, dass GlaxoSmithKline mit seiner Dividende Geld verschwendet. Stattdessen sollte das Unternehmen seine Schulden tilgen.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 01.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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