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Die zwei Gründe, warum ich keine einzige DAX-Aktie besitze

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Ich besitze keine BMW-Aktien, ich besitze auch keine Siemens-Aktien – wie dir die Überschrift bereits verrät besitze ich überhaupt keine DAX-Aktien.

Das heißt keineswegs, dass ich etwas gegen BMW oder Siemens habe. Ich finde, es gibt jede Menge großartige DAX-Unternehmen. Aus zwei Gründen bevorzuge ich es aber, mich gar nicht erst näher mit den Aktien der 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zu beschäftigen. Meine Gründe könnten auch für dich relevant sein.

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1. Größe ist ein Klotz am Bein

Jedes DAX-Unternehmen könnte in Zukunft wachsen. Auch könnte dich der Aktienkurs eines jeden DAX-Unternehmens unter den richtigen Umständen mit einer guten Rendite belohnen. Mein Problem ist bloß, dass ich mir bei den meisten DAX-Unternehmen nur schwer vorstellen kann, dass sie noch um ein Vielfaches größer als heute werden. Wachstum halte ich für möglich, aber wirklich überdurchschnittliches Wachstum über Jahrzehnte würde ich nicht unbedingt erwarten.

Wenn der am Börsenwert gemessene größte Konzern Deutschlands SAP sich im Wert verfünffachen würde, wäre er ungefähr so groß wie der Google-Konzern Alphabet. Theoretisch möglich, aber für mich nur schwer vorstellbar, selbst in ferner Zukunft. Ich will mir aber bei einer Investition ein realistisches Szenario vorstellen können, unter dem sich der Aktienkurs eines Unternehmens verfünffacht.

Wie schwer es große Unternehmen haben, weiteres Wachstum zu generieren, bilde ich mir aber nicht einfach ein, es wird auch von der Wissenschaft bestätigt. Nebenwerte entwickeln sich langfristig in fast allen bisher untersuchten Ländern deutlich besser als Standardwerte. Nicht umsonst ist der MDAX bei einem ungefähr doppelt so hohen Zählerstand wie der DAX, obwohl beide Indizes rechnerisch am selben Tag aufgesetzt wurden.

2. Dort angeln, wo die Fische sind

Einen weiteren Grund hat Warren Buffetts rechte Hand Charlie Munger auf der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway genannt. Er gab Investoren den Ratschlag, dort zu angeln, wo die Fische sind.

Er wollte darauf hinaus, dass nicht alle Bereiche des Markts gleich attraktiv sind. Um einen guten Fang zu machen, sollte man dort angeln, wo es auch die besten Fische, eine Metapher für attraktive Aktien, zu finden gibt. Das ist beim DAX eher schwierig, weil die Konkurrenz zu groß ist. Der Teich ist zwar groß, aber auch hoffnungslos überfüllt.

Die Fonds-Boutique Shareholder Value Management AG hat dies in einer Analyse europäischer Unternehmen schön veranschaulicht:

Börsenwert der Unternehmen Anzahl der Unternehmen Analyst je Aktie
<100 Mio. EUR 5.965 1
100–500 Mio. EUR 1.407 3
500 Mio.–2 Mrd. EUR 778 7
>2 Mrd. EUR 710 19

Quelle: Präsentation der Shareholder Value Management AG „Value-Investing in Small Caps“ August 2017

Wie du siehst, hast du bei Standardwerten nicht nur einen Bruchteil der Auswahl wie bei Nebenwerten, du konkurrierst auch mit viel mehr Investoren, die ebenfalls versuchen, das Unternehmen korrekt zu bewerten. Bei Standardwerten wird jede Aktie im Schnitt von 19 Analysten verfolgt, bei Microcaps, die einen Börsenwert von weniger als 100 Mio. Euro haben, ist es plötzlich nur noch im Schnitt ein Analyst, mit dem du konkurrierst. Das ist ein gewaltiger Vorteil.

Außerdem wird der Teich namens DAX seit ein paar Jahren auch noch von einer ganzen Gruppe weiterer Fangboote in Form von ETFs abgefischt. Um die Metapher noch ein letztes Mal auszureizen, kann man sagen, dass ETFs einfach undifferenziert mit Schleppnetzen durch das DAX-Gewässer fahren. Sie sind aber eben nur dort, und alle anderen Unternehmen werden im aktuellen ETF-Hype einfach aus den Augen verloren. Was nicht im Index ist, existiert für passive Investoren gar nicht, das heißt ETF-Mittelflüsse wirken sich außerhalb der gängigen Indizes auch nicht auf die Aktienkurse aus.

Wer Lust hat, kann sich gerne unter die vielen DAX-Investoren mischen, ich schaue mich aber weiterhin lieber nach Aktien jenseits der deutschen Standardwerte um.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft für Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien) und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt BMW.

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