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Vergleich der Marktkapitalisierungen von Bitcoin mit Gold, dem S&P 500 und dem amerikanischen Dollar

Bildquelle: Wikimedia Commons, AntanaCoins

Die digitale Währung Bitcoin kennt gerade keine Grenzen mehr, nachdem letztes Wochenende ein Allzeithoch von 4183,30 US-Dollar erreicht werden konnte.

Seit Mitte Juli wurde diskutiert, ob Bitcoin in zwei separate Währungen aufgeteilt werden könnte. Zur selben Zeit konnte die Kryptowährung ihren Wert aber mehr als verdoppeln. Alleine in diesem Jahr hat sich der Kurs vervierfacht und in den letzten zwei Jahren konnte einen Kursgewinn von 1500 % realisiert werden.

Die Erklärung

Warum sind alle so bullisch in Bezug auf eine Währung, die von keiner Regierung unterstützt wird? Zuerst einmal sorgte der Split in zwei Währungen, Bitcoin und Bitcoin Cash, dafür, dass sich die Investoren sehr über das zukünftige Potenzial freuten. Die Mehrheit der Techniker stimmte für ein BIP-91-Upgrade mit SegWit2X. Dieses Upgrade erlaubt es, einige der Daten innerhalb der Blockchain, dem dezentralisierten digitalen Ordner zur Aufzeichnung von Transaktionen, aus dem Hauptnetzwerk von Bitcoin herauszulösen. Damit sollten Transaktionszeiten und das Begleichen von Rechnungen beschleunigt werden. Gleichzeitig wird dadurch die Kapazität des Bitcoin-Netzwerks erhöht und die Transaktionsgebühren fallen. In anderen Worten: Bitcoin wird auf diese Weise interessanter für Unternehmen. Die Minderheit, die gegen SegWit2X war, waren Bitcoin-Minen, die geringere Transaktionsgebühren nicht unterstützen wollten.

Wir haben auch eine bedeutende Schwäche beim amerikanischen Dollar gesehen, was Präsident Trump sehr freuen dürfte. Ein schwächerer Dollar hilft die Exporte zu erhöhen. Unglücklicherweise wird die amerikanische Währung dabei abgewertet, was die Investoren wiederum nicht gerne sehen. Wenn der Dollar an Wert verliert, dann kaufen die Investoren sichere Anlagen wie Gold, das eine endliche Ressource und ein Wertspeicher ist. Da das Bitcoin-Protokoll nur 21 Millionen Bitcoins zu minen erlaubt, wird auch diese Währung als eine endliche Ressource und eine sichere Investition gesehen.

Man kann nicht leugnen, was für eine Rallye Bitcoins gerade haben. Man sieht immer mehr Anzeigen für Investitionen in Bitcoins, und die Attraktivität ist sehr hoch, da der Wert von Bitcoins rapide steigt. Damit konnte immer neues Geld an die Bitcoin-Börsen gelockt werden. Die Investoren sollten aber auch verstehen, dass Bitcoins keine traditionelle Investition wie die Börse ist. Man kann Bitcoins kaufen und verkaufen, aber es gibt nur wenige Börsen, die Leerverkäufe von Bitcoins gestatten. Das könnte dafür sorgen, dass der Preis schneller steigt als an regulären Börsen.

Wie sich die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Vergleich zu anderen Vermögenswerten verhält

Die Marktkapitalisierung von Bitcoins basierend laut WorldCoinIndex auf den 16 505 312 geminten Bitcoins stieg in den letzten Tagen auf 69 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2015 wurden weniger Bitcoins gemint und der Kurs war deutlich niedriger. Daher betrug die Marktkapitalisierung damals nur drei Milliarden US-Dollar. Das gibt dir schon einmal einen Eindruck davon, wie weit ist diese Kryptowährung in kurzer Zeit gebracht hat.

Doch wie verhält es sich im Vergleich zum Goldmarkt, dem S&P 500 und dem amerikanischen Dollar?

Bitcoin oder Gold?

Ein Bitcoin kostet aktuell das Dreifache einer Unze Gold, die letzte Woche bei 1290 US-Dollar stand. Die Nachrichten haben immer wieder darauf hingewiesen, wie der Bitcoin-Kurs den Goldkurs immer weiter hinter sich zurücklässt. Wenn wir die Marktkapitalisierungen miteinander vergleichen, hat trotzdem Gold die Nase vorne.

Laut einem Bericht von Thompson Reuters aus dem Jahr 2013 glaubte man, dass 171 300 Tonnen Gold entweder schon geschürft worden wären oder sich noch im Boden befinden würden. Pro Tonne bekommen wir 32 000 Unzen, daher sprechen wir von 5,482 Milliarden Unzen Gold auf der ganzen Welt. Wenn jede Unze etwa 1290 US-Dollar wert ist, dann hat die weltweite Goldversorgung eine implizierte Marktkapitalisierung von 7,07 Billionen US-Dollar. Das entspricht mehr als dem Hundertfachen der Marktkapitalisierung der Bitcoins zum Allzeithoch.

Man sollte auch darauf hinweisen, dass es zahllose Berichte mit unterschiedlichen Angaben zur weltweiten Goldversorgung gibt. In einigen wird nahegelegt, dass es sogar 2,5 Millionen Tonnen geben könnte, was mehr als das 14fache der Angabe von Thompson Reuters ist. Damit würde sich der Marktwert von Gold auf 103 Billionen US-Dollar belaufen, was fast dem 1500fachen des Marktwertes aller Bitcoins entspräche. Lange Rede, kurzer Sinn: Bitcoins müssen noch jede Menge aufholen.

Bitcoin im Vergleich mit dem S&P 500

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin ist auch hier deutlich geringer. Der S&P 500 besteht aus über 500 Unternehmen, von denen viele die größten amerikanischen Unternehmen nach Marktkapitalisierung sind. Laut Daten von SiblisResearch.com hatte der S&P 500 am 30. Juni 2017 eine Marktkapitalisierung von 21,83 Billionen US-Dollar. Seit Ende des zweiten Quartals konnte der Index fast um 1 % steigen, was nahelegt, dass die gesamte Marktkapitalisierung wahrscheinlich schon fast 22 Billionen US-Dollar erreicht hat. Das wäre etwa das 319fache von Bitcoin.

Die größte amerikanische Aktie, Apple (WKN:865985) ist für sich allein schon deutlich mehr wert. Am Freitag, den 11. August, hatte Apple eine Marktkapitalisierung von 813,4 Milliarden US-Dollar, was fast zwölfmal mehr ist als Bitcoin.

Apple beendete das letzte Quartal mit einer Barreserve von 261,5 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil dieses Geldes befindet sich im Ausland, weil Apple nicht für die Rückführung des Geldes besteuert werden möchte. Apple könnte aber alle Bitcoins, Ethereum, Rippel, Bitcoin Cash und Litecoin, also die fünf größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung, einfach so kaufen und hätte immer noch 152 Milliarden US-Dollar übrig. Warum sollte Apple aber so etwas tun? Das machen sie natürlich nicht. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, Geld an die Aktionäre zurückfließen zu lassen und in neue Technologien zu investieren. Das soll nur veranschaulichen, wie winzig Bitcoin im Vergleich zu einem Titan wie Apple oder dem S&P 500 ist.

Bitcoin im Vergleich zum amerikanischen Dollar

Werfen wir noch einen Blick darauf, wie sich Bitcoin im Vergleich zum amerikanischen Dollar schlägt.

Laut Zahlen der St. Louis Federal Reserve aus dem Juli 2017 betrug die Geldbasis 3,8 Billionen US-Dollar inklusive Münzen und Einlagen. Das Geldvermögen hat sich seit der Finanzkrise mehr als vervierfacht und ist aktuell etwa 55 % größer als Bitcoin, selbst nach der aktuellen Bullenrallye.

Halte dich von Bitcoin und entsprechenden Investitionen fern

Trotz der aktuellen Stärke ist der Autor dieses Textes der Meinung, dass man sich von Bitcoin fernhalten soll. Ohne Fundamentaldaten, die man analysieren könnte, ist es sehr schwer, hier einen fairen Wert festzustellen. Wir haben mit angesehen, wie zahllose Vermögenswerte im Laufe der Zeit an Wert gewonnen haben. In fast jedem Fall gab es eine Blase. Mein Verdacht ist, dass es bei Bitcoin nicht anders sein wird und sich schlecht informierte Investoren hier schnell die Finger verbrennen könnten.

Selbst die einzige Investmentoption in Bitcoins an der Börse ist stark überbewertet. Der Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73) ist ein ETF, der aktuell etwa 173 014 Bitcoins hält (Stand 31. Juli 2017). Aufgrund der aktuellen Kursanstiege liegt die Marktkapitalisierung dieser Bitcoins jetzt bei über 700 Millionen US-Dollar. Der Bitcoin Investment Trust hatte letzten Freitag einen Tagesschlusskurs von 1,05 Milliarden US-Dollar, was eine Prämie von fast 50 % auf den Kurs darstellt. Das ist doch Wahnsinn! Fast so wahnsinnig wie Jahresgebühr von 2 %.

Die zugrunde liegende Blockchain-Technologie könnte in Zukunft sehr interessant werden, nachdem sie bereits im kleinen Rahmen getestet wurde. Der aktuelle Wert von Bitcoins hat allerdings nur wenig Sinn.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 17.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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